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MH 31 – Klimawandel im Wald Mystery Cache

Hidden : 6/1/2021
Difficulty:
3.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:


Der Cache gehört zur einer Cachereihe (MH), die sich mit dem Messeler Hügelland und seinen Bewohnern beschäftigt. Es handelt sich um unterschiedliche Cachetypen, die über das Projektgebiet verteilt sind.

 


Das Projekt:

Das Projektgebiet "Messeler Hügelland" umfasst das Waldgebiet rund um Messel, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Südhessen mit vielfältigen Lebensräumen und einer großen Artenvielfalt. Mit dem Ziel, die unterschiedlichen Lebensräume zu erhalten und zu vernetzen, haben sich verschiedene Partner zum Projekt "Messeler Hügelland" zusammengefunden. Die Projektgruppe "Messeler Hügelland" entwickelte 2010-2018 nachhaltige Naturschutzkonzepte und setzt diese auch selbst um. Dazu gehörten zum Beispiel die Anlage von Amphibienteichen oder Hirschkäferwiegen. Die vom bioversum Jagdschloss Kranichstein entwickelten Geocaches stehen auch nach Ablauf des Projektes weiter zur Verfügung.



Und jetzt zum Cache:
 

Bei MH 31 gibt es keine lustige Aufgabe vor Ort, sondern jetzt geht's inhaltlich mal richtig zur Sache. Ja, ich weiß, das ist ganz schön viel Text im Listing. Das Thema Klimawandel im Wald ist aber ein komplexes Thema, das sich nun mal nicht in zwei oder drei Sätzen zusammenfassen lässt. Ich hoffe, ihr findet das Thema beim Lesen und Recherchieren spannend und habt am Ende mal wieder etwas mehr, was euch bei euren Touren durch den Wald auffällt. Los geht's!

 

Das Klima ist nichts Konstantes, sondern hat sich im Laufe der Erdgeschichte häufig und zum Teil drastisch geändert. Normalerweise laufen diese Vorgänge jedoch in langen Zeiträumen, also über mehrere tausend Jahre (und noch viel mehr) ab. Bei solch langsamen Veränderungen können Tiere und Pflanzen auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren, indem sich ihre Verbreitungsgebiete entsprechend der jeweiligen Klimaveränderungen nach Norden oder Süden verschieben. Dabei geht es nicht um einzelne Tiere, die umziehen, sondern um ganze Populationen. Vögel können sich zum Beispiel im Norden ihres Verbreitungsgebietes nicht mehr gut fortpflanzen, da es dort nicht genug Nahrung gibt, während die weiter südlich lebenden Artgenossen jede Menge Nachwuchs großziehen.
 
FRAGE 1: In welche Himmelsrichtung verschiebt sich in diesem Fall im Laufe der Zeit die gesamte Vogelpopulation?
 
 

Bäume haben es da schon deutlich schwerer, da sie selbst ja keine Wegstrecke zurücklegen können, sondern neue Gebiete (die dann hoffentlich gute Wachstumsbedingungen bieten), nur über ihre Samen erreichen können. Das bedeutet leider für den Wald, dass Schäden, die durch eine schnelle Klimaveränderung entstehen, nur sehr schlecht ausgeglichen werden können bzw. es, gemessen an unserer Lebensspanne, sehr lange dauern kann, bis sich wieder eine an die Umweltbedingungen angepasste und somit stabile Waldgesellschaft einstellt.

Ob nun ein Baum an einem Standort gut wachsen kann oder eben nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie viel Wasser im Boden gespeichert werden kann (Geländewasserhaushalt), wie es mit der Nährstoffversorgung (Trophie) und dem Verhältnis zwischen Niederschlag und Verdunstung während der Vegetationsperiode aussieht (Standortwasserbilanz). Diese drei Faktoren spielen bei der Auswahl von Forstbäumen für Nachpflanzungen, eine wichtige Rolle.

 
FRAGE 2: Was liegt vor, wenn die Pflanzen durch die hohen Umgebungstemperaturen im Sommer mehr Wasser verdunsten als durch Niederschläge wieder in den Boden gelangen? Der gesuchte Begriff hat 13 Buchstaben.
 
 
Um zu verstehen, welche Auswirkungen der Klimawandel (heißere Sommer = höhere Verdunstung in Kombination mit weniger Schnee im Winter = weniger Niederschläge) auf den Wald hat, ist gerade dieser Punkt sehr wichtig. Er gibt nämlich Auskunft darüber, ob eine Baumart in dem betrachteten Bereich trockenstressgefährdet ist. Trockenstress liegt immer dann vor, wenn die Menge des verdunsteten Wassers größer ist als die Menge des Niederschlagswassers. Und die Pflanzen im Wald verdunsten in einem heißen Sommer eine sehr große Menge Wasser. Ein gelegentlicher Schauer kann das Wasserreservoir im Boden bei weitem nicht auffüllen. Die Auswirkungen dieses Wassermangels kann man leider momentan gut an Fichten und Buchen sehen, die beide durch die trockenen Sommer der letzten Jahre unter starkem Trockenstress leiden. Während viele Buchen durch Pilzbefall geschwächt werden und absterben, haben die Fichten mal wieder mit Borkenkäferbefall zu kämpfen. Normalerweise können sie die winzigen Käfer durch Harzfluss in Schach halten und ihnen so den Zugang durch die Rinde erschweren. Bei großer Trockenheit fehlt aber schlicht und ergreifend die Flüssigkeit, um diesen Harzfluss in Gang zu halten, was den Borkenkäfer unverhoffte Zugangsmöglichkeiten verschafft.
 
FRAGE 3: Wie nennt man die die Schäden, die an den Buchen durch die extreme Trockenheit entstehen? Der Name der Krankheit mit 22 Buchstaben drückt aus, dass hier mehrere Faktoren zusammenwirken.
 
 

In den letzten Jahrhunderten war die Buche die Hauptbaumart, die in unseren Breiten am besten wächst. Aber warum gibt es in Hessen so viele Buchen? Die physiologische Potenz beschreibt, unter welchen Umweltbedingungen eine Baumart von ihrer biologischen Ausstattung her und auch wie gut sie unter diesen Bedingungen wachsen kann. Hier könnt ihr das bei vier häufigen Baumarten sehen. Erle und Kiefer sind sehr anpassungsfähig und können unter fast allen Feuchtigkeitsverhältnissen im Boden wachsen. Sie sind jedoch nicht sehr konkurrenzstark, können sich also nicht so gut gegen andere Baumarten durchsetzen. Die Buche dagegen kann nur in einem eng begrenzten Bereich überhaupt wachsen, ist dort aber wuchsstärker als andere Baumarten und kann diese daher verdrängen.

Schaut man sich nun die in der Natur vorkommende Konkurrenzsituation zwischen verschiedenen Baumarten an, dann sagt die ökologische Potenz aus, welche Baumart sich unter welchen Umweltbedingungen durchsetzen wird.

 

FRAGE 4: In unseren Breiten gibt es (noch) vorwiegend frische bis feuchte Böden. Welche Baumart kann sich hier am besten durchsetzen?

FRAGE 5: Welche Baumart muss eher auf etwas trockenere und etwas feuchtere Standorte ausweichen?

FRAGE 6: Welche Baumart kann nur auf nassen Böden, z.B. in Auwäldern oder an Bachufern in größerer Zahl wachsen?

FRAGE 7: Welche Baumart hat bessere Chancen auf trockenen Böden, z.B. den Dünenstandorten im Süden von Darmstadt

 

Verändert sich das Klima, verändern sich auch die Waldgesellschaften, also die Zusammensetzung der Baumarten in einem bestimmten Bereich. Arten, die heute bei uns als einheimisch gelten, sind es in tausend Jahren vielleicht nicht mehr. Es kommen aber neue Arten, die bisher noch nicht bei uns wachsen, aber in den kommenden Jahren voraussichtlich aus Südeuropa einwandern werden. Kandidaten dafür sind zum Beispiel die Esskastanie, die Baumhasel, die Atlaszeder und die Sumpfzypresse. Sie könnten in Zukunft bei uns gute Karten haben. Baumarten aus dem Süden kommen mit Trockenheit oft besser zurecht, allerdings nicht mit kalten und frostigen Wintern. Auch wenn unsere Winter nicht mehr so arg kalt sind, kann ein Frosteinbruch immer wieder vorkommen und zu Schäden an den Bäumen führen. Um dazu bessere Aussagen machen zu können, laufen mit diesen Baumarten Anbauversuche, um zu schauen, ob sie jetzt schon bei uns wachsen können. Wie gesagt, der Klimawandel geht viel schneller vonstatten als eine natürliche Klimaveränderung das tun würde und Bäume wachsen langsam... Diese Anbauversuche werden erst in ca. 25 Jahren Ergebnisse liefern. Bleibt zu hoffen, dass unsere bisherigen Baumarten so lange durchhalten. Die Buche hat jedoch jetzt schon große Probleme mit der zunehmenden Trockenheit der Böden und sie wird es schwer haben, ihre dominante Stellung zu halten, wenn sich dieser Trend fortsetzt.

 

 

FRAGE 8: Welche jetzt häufige Baumart ist der große Verlierer des Klimawandels? (linkes Foto, gesucht ist der kurze Name)

FRAGE 9: Welche aus Südeuropa stammende Baumart könnte vom Klimawandel profitieren? (rechtes Foto, gesucht ist der Name mit 11 Buchstaben)

 

Die Forstleute denken in sehr langen Zeiträumen und planen ihre Neupflanzungen so, dass sie möglichst in 100 oder mehr Jahren Erträge bringen. Was können sie also tun, um den rasanten Klimaveränderungen zu begegnen? Um nicht alles auf eine Karte zu setzen, pflanzen sie auf einer Fläche nie nur eine oder zwei Baumarten, sondern mindestens 4 verschiedene Baumarten an. Durch diese Risikostreuung erhöht sich die Chance, dass für wenigstens eine dieser Arten der Standort passt und sie dort gut wachsen kann. So können auch sehr kleinräumige Unterschiede der Umweltbedingungen möglichst gut genutzt werden.

 

 

FRAGE 10: Die langfristige Wirtschaftsweise der Forstleute mit dem Fokus immer nur so viel zu ernten, wie auch wieder nachwächst, wird in letzter Zeit auch im Zusammenhang mit einer allgemeinen umweltfreundlicheren Bewirtschaftung immer häufiger genutzt. Gesucht wird das Bewirtschaftungsprinzip mit 14 Buchstaben.

 

Die richtigen Antworten könnt ihr in den Geochecker eingeben. Wenn alles richtig ist, erhaltet ihr dort direkt die Finalkoordinaten.

 

Geht den Cache bitte nicht nachts an und gönnt den Waldbewohnern ihre Ruhe.

Nicht vergessen: Bonuszahl aufschreiben!

 

Danke an Norahorst, Finderru sowie Kehrschaufel und Familie für den Betatest!

Foto rechts und Zeichnungen: Scarlett Umlauf, bioversum Jagdschloss Kranichstein

Foto links: R. Schäfer

 

 

Additional Hints (Decrypt)

uvagre qre anputrcsynamgra Ryforrer

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)