Das Märchen der Stadtmusikanten
1819 nahmen die Brüder Grimm in der zweiten Auflage ihrer Märchensammlung das Märchen der Bremer Stadtmusikanten auf. Diese Tierfabel geht auf mündliche jahrhundertealte Erzählungen zurück, als „Stadtluft noch frei machte“ und deshalb die Hansestadt Bremen als erstrebenswertes Ziel der Reise galt.
Die vier Tiere – Esel, Hund, Katze und Hahn – wollten Stadtmusikanten werden und so ihr Gnadenbrot verdienen. Allerdings kamen sie gar nicht in Bremen an, sondern eroberten sich mit einem Räuberhaus vor den Toren der Stadt ein offensichtlich angenehmes, dauerhaftes Domizil. Die Tiere stehen sinnbildlich für Knechte und Mägde, die zu alt für die Arbeit geworden waren und deshalb von ihren Herren vertrieben wurden oder um ihr Leben fürchten mussten. Das Märchen ist eine schöne Parabel dafür, dass man trotz Schwäche und Alter durch Zusammenhalt und Nutzen eigener Stärken alles erreichen und sogar eine Räuberbande aus ihrem Haus verjagen kann.
Der historischen Forschung zufolge finden sich Spuren, dass das Märchen in den Wäldern um Verden angesiedelt ist. Entlang beispielhafter Stationen führt der „Stadtmusikanten-Weg“ über rund 42 Kilometer vom Rittergut Stellichte nach Horst vor Verden und wieder zurück. Die gesamte Wegstrecke weist kaum Steigungen auf, geht durch stille Wälder und Felder, zum Teil auch über Sand- und Schotterwege.
Hier aus Königshof kahm...
Hund „Packan“
Am Königshof, seit Jahrhunderten ein einstelliger Hof im Ortsteil Bleckwedel der Stadt Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme), steht die zweite Informationstafel des Stadtmusikanten-Märchens. Die Bebauung und Landschaft haben sich in den Jahrhunderten kaum strukturell verändert. Der Königshof ist wohl der älteste Hof und soll Eigentum des hannoverschen Königs gewesen sein, der hier auf Hirschjagd ging.
Sehenswertes am Rande:
Auf dem Weg zur 3. Märchenstation lohnt sich ein Abstecher in das Imkermuseum in Groß Heins. Sie befinden sich jetzt im Landkreis Verden.