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Reitweiner Nase EarthCache

Hidden : 6/7/2021
Difficulty:
4.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Ihr benötigt für diesen EC:

ca. 1/2 Liter Wasser, ein kleines eher hohes Marmeladenglas mit Deckel, ein Lineal, eine kleine Schippe  o.ä.

 

Der Reitweiner Sporn, der umgangssprachlich auch Reitweiner Nase genannt wird, ist ein markanter Höhenzug, der als Ausläufer der Lebuser Platte weit in das Oderbruch hineinragt und dort steil abfällt. Der Höhenzug ist etwa 10 Kilometer lang und bis zu 4 Kilometer breit. Zusammen mit den Seelower Höhen bildet die langgezogene Hügelkette die Begrenzung des Oderbruches zur Lebuser Platte.

Entstanden ist der 81 Meter über der Bruchebene aufragende Höhenzug sie als Prallhang der Uroder in der jüngsten Eiszeit, der Weichsel-Vereisung. Mit der Begradigung ist das neue, eingedeichte Flussbett etwa zwei Kilometer vom Sporn weggerückt.

 

Der Boden ist lehmig und das Gebiet ist von Trockentälern durchzogen. Eine solche durch Schmelzwasser entstandene Erosionsrinne könnt ihr euch im EC Priesterschlucht anschauen. In diesem Earthcache soll es mehr um den Baustoff des Sporns gehen- den Lehm.

Als Sporn wird in der Geologie ein aus einem Berghang ragender Felsen bezeichnet und Spornberge nennt man ganze Erhebungen, die einen vorgelagerten Gipfel bilden. Aber auch ein nach nur zwei oder drei Seiten scharf abfallender Bergrücken kann als Sporn bezeichnet werden. Der umgangssprachliche Begriff "Nase" wird dadurch verständlich.

Die Gemeinsamkeit bei allen Spornbildungen besteht darin, dass es immer Erosionsreste sind. In diesem Fall war das Wasser der Uroder die erodierende Kraft, welche den markanten Geländesporn entstehen ließ. Wie am Anfang erwähnt besteht der Reitweiner Sporn hauptsächlich aus Lehm. Doch was ist eigentlich Lehm?


Auszug Karte: wikipedia

 

Schauen wir uns also den Baustoff des Sporns genauer an.

Lehm ist eine Mischung aus Sand (Korngröße> 63 µm), Schluff (Korngröße > 2 µm) und Ton (Korngröße < 2 µm). Entweder entsteht er durch die Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile. Unterschieden werden je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lösslehm und Auenlehm (aus Flussablagerungen). Natürliche Lehmansammlungen in Mitteleuropa sind meist eiszeitliche Ablagerungen, wie auch hier am Rande des Oderbruchs.

Die Mischungsverhältnisse der drei Hauptbestandteile können innerhalb definierter Grenzen schwanken, in kleinen Mengen kann auch noch gröberes Material (Kies und Steine) darin enthalten sein. Lehm mit nennenswertem Gehalt an Kalk, etwa in Folge wenig fortgeschrittener Verwitterung oder bei der Entstehung durch Ablagerung kalkigen Materials, wird als Mergel bezeichnet. Tonreiche Lehme werden als fett bezeichnet (nicht im Sinne von fetthaltig), tonarme als mager.

Minerale im Ton geben dem Lehm seine individuelle Farbe: Eisenhaltiger Ton ist rötlich, kalkhaltiger hell-grau, manganhaltiger braun usw. Viele Tone haben von allem etwas und keine reine Farbe.

Den Gehalt der drei Bestandteile (Sand, Schluff und Ton) im vorhandenen Lehm auf dem Reitweiner Sporn lässt sich mit  zwei Tests, der Fingerprobe und der Schlämmprobe, ganz gut einschätzen. Beide werden nachfolgend beschrieben und sollen von euch durchgeführt werden.

 

Durchführung der Fingerprobe

Mögliche Ergebnisse der Fingerprobe

A1 Ergebnis: sandiger Sand oder schluffiger Sand Unwahrscheinliches Ergebnis. Eventuell Boden zu trocken, Test mit angefeuchteter Bodenprobe wiederholen. Die Schluffpartikel können dann größere Krümel bilden, die wie Sand wirken.
A2 Ergebnis: sandiger, schluffiger oder lehmiger Ton Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich. Tritt nur bei starker Verlagerung von Ton nach unten auf (Lessivierung), dann kann ein toniger Bodenhorizont entstehen.
A3 Ergebnis: lehmiger Sand recht unwahrscheinlich, siehe A1
A4 Ergebnis: toniger Sand recht unwahrscheinlich, siehe A1
A5 Ergebnis: schluffiger Schluff Kontrolle: Sandkörner sind kaum oder nicht sicht- und fühlbar, die samtig- mehlige Feinsubstanz haftet deutlich in Fingerrillen, die Reibefläche ist matt und aufschuppend.
A6 Ergebnis: sandiger Schluff Kontrolle: Sandkörner sind sicht- und fühlbar, die samtig- mehlige Feinsubstanz haftet deutlich in Fingerrillen, die Reibefläche ist körnig, matt und aufschuppend.
A7 Ergebnis: lehmig- sandiger Schluff Kontrolle: Sandkörner sind sicht- und fühlbar, die überwiegende leicht mehlige Feinsubstanz haftet deutlich in Fingerrillen.
A8 Ergebnis: toniger Schluff Kontrolle: keine Sandkörner sicht- und fühlbar, die mehr oder weniger mehlige Feinsubstanz haftet mehr oder weniger gut in Fingerrillen, die Reibefläche ist aufschuppend.
A9 Ergebnis: schluffiger Lehm Kontrolle: Sandkörner sind nicht oder kaum sichtbar und nur schwach fühlbar, sehr viel bindige  Feinsubstanz bildet eine raue, matte bis schwach glänzende, körnige und aufschuppende Reibefläche.
A10 Ergebnis: sandiger Lehm Kontrolle: Sandkörner sind deutlich sicht- und fühlbar, mäßig bis viel Feinsubstanz, mehr oder weniger körnig, mehr oder weniger glänzende Reibefläche
A11 Ergebnis: toniger Lehm Kontrolle: Sandkörner sind sicht- und fühlbar, viel Feinsubstanz, mehr oder weniger plastisch, mehr oder weniger körnige oder glänzende Reibefläche

 

Durchführung der Schlämmprobe

1. Gib eine Handvoll Lehm in das mitgebrachte Schraubglas. Miss mit einem Lineal die Stärke dieser Schicht!

2. Fülle das Glas so mit Wasser, dass es fast voll ist. Schraube es zu und schüttle es kräftig.

3. Stelle das Glas hin. Jetzt heißt es warten, am besten bis zum nächsten Tag. Die einzelnen Bodenbestandteile setzen sich unterschiedlich schnell ab, die größten und schwersten zuerst. Die feinen Tonteilchen können recht lange im Wasser schweben. Ihr braucht also etwas Geduld. 

4. Miss mit einem Lineal die Stärke der einzelnen abgelagerten Schichten!

 

 

 

Bitte besucht die angegebenen Wegpunkte, führt die Experimente durch und beantwortet dann vor dem Loggen folgende Fragen!

1. Schaut euch den Lehm erstmal nur optisch an. Erkennt ihr Unterschiede in der Färbung?
Auf welche enthaltenen Mineralien kann man daraus schließen?

2. Führt die im Listing beschriebene Fingerprobe anhand der beiden Tabellen durch. Zu welchem Ergebnis (A1 bis A11) kommt ihr, also um welche Bodenart handelt es sich genau? Handelt es sich eher um fetten oder mageren Lehm? Gebt bitte dazu den Wegpunkt an, an welchem ihr die Probe durchgeführt habt.

3. Für die Schlämmprobe füllt euer mitgebrachtes Glas zu ca. 1 Drittel mit Lehm. Nehmt dazu eine Bodenprobe an einem der Wegpunkte. Den Rest der Aufgabe müsst ihr zu Hause durchführen. Die Anleitung steht oben im Listing. Wie ist hier euer Ergebnis und passt es zu eurer durchgeführten Fingerprobe?

4. Mache ein Foto von dir/deinem GPS oder Maskottchen am Aussichtspunkt, beim Experimentieren mit dem Lehm oder wo es dir gefällt und füge es deinem Log bei!

Schickt eine Mail mit euren Antworten an mich! Nach dem Absenden der Antworten könnt ihr gleich loggen. Falls etwas nicht in Ordnung ist, melde ich mich. Ihr braucht nicht die Logfreigabe abwarten! Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser geologischen Entdeckungsreise!





Quellen: wikipedia, baustoffwissen.de, chemie-schule.de, eigene Fotos

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