Es ist schon Interessant, was alles dem Braunkohletagebau weichen musste.
Ortsgeschichte
Bis in die Jungsteinzeit reicht die Entstehung der ehemaligen Orte Morken und Harff bei Bedburg an der Erft. Dem Braunkohleabbau im Tagebau Frimmersdorf Süd mussten beide Orte ab dem Jahr 1966 Weichen. 1950 Personen aus 407 Häusern/Anwesen wurden bis Mitte der 1970er Jahre nach Kaster weichen. Auch die Vereine mit ihren Traditionen wurden vom alten Doppelort mitgenommen. Bemerkenswert sind die zahlreichen alten Schützenvereine, die teilweise bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurden.
In Neu Morken-Harff als Teil von Kaster fand die Martinuskirche, die 1974 im alten Morken abgerissen wurde, einen neuen Platz. Ein großes Glasfenster von Paul Weigmann so wie vor ihr wieder aufgestellte Kreuzigungsgruppe erinnert heute an die alte Heimat.
Archäologische Funde
Überreste eines römischen Landguts wurden auf dem Kirchhügel aus der Zeit der Colonia Claudia Ara Agripinensium in Morken bei Grabungen zu Tage gebracht. Es fanden sich auch etwa 150 Weihesteine für keltisch-römisch-germanische Muttergottheit Matronae Austriahenae ("Die Östlichen"). Ihre Stifter dankten mit den Steinen für eine hilfe seitens der Matronen. Die Inschriften enthalten üblicherweise die Weiheformel "V S L M" (Votum Solvit Libens Merito): Das gelübde gern und verdienstvoll erfüllt".
Das noch unberührte „Fürstengrab“ des Herrn von Morken aus dem 6. Jahrhundert in einem aufgedeckten fränkischen Gräberfeld war mit seiner reichen Ausstattung der bedeutendste Fund, den die 1955/56 in Morken durchgeführten Grabungen des Rheinischen Landesmuseums Bonn zu Tage förderten. Eine der zahlreichen Grabbeigaben war der kostbare Helm eines Adeligen. Der aus Eisen und vergoldetem Bronzeblech gefertigte Helm hat eine Höhe von 18 cm, sein größter Durchmesser erreicht 22,5 cm. Informationen darüber und wichtige Teile des Fundes gehören zur Dauerausstellung des Rheinischen Landesmuseums in Bonn.
Ortsbeschreibung
Der Doppelort bestand aus dem Schloss Harff mit seiner Schlosskapelle und der Mühle, dem Ort Harff, das aus einer Zeile von wenigen kleinen Höfen und Katen auf der Straßenseite gegenüber dem Schloss bestand, sowie dem Haufendorf Morken, das mit eigenem Bahnhof an der Bahnstrecke Düren–Neuss, der Martinuskirche und den später gebauten Bergarbeitersiedlungen den Hauptteil des Doppelortes ausmachte. Dazu gehörte noch der kleine Weiler Omagen, der im Wesentlichen aus der bis 1935 bestehenden Burg Omagen, zwei Höfen und der Gastwirtschaft zum Tiergarten bestand. Etwa 1000 m östlich von Morken lag an der Erft die Huster Knupp, eine sogenannte Motte, die die Stammburg der Grafschaft Hochstaden (Huster) war. Die Kirche wurde 1894/95 nach Skizzen von Heinrich Wiethase – und nach dessen Tod mit Plänen von Theodor Roß – von Heinrich Wolf aus Elsdorf im neuromanischen Stil zwischen die beiden Orte gebaut. Die vorhergehende alte Kirche auf dem Kirchenhügel aus dem 11. Jahrhundert war lange baufällig gewesen und musste bereits 1875 gestützt werden.
Angaben zum Text sind von mir aus einem Wikipedia Eintrag genommen worden.
Morken-Harff Wikipedia