Ihr befindet euch beim "Weg der Gesteine des Triebischtals" in Mohorn-Grund, dessen "Grundsteinlegung" im Jahr 2005 begann. Dieses Gelände ist einer von mehreren Lehrpfaden, der vom Förderverein Geologie im Tharandter Wald e. V. gestaltet wurde.
Die Gestaltung dieses Ortes orientiert sich grob am Verlauf der Triebisch. Die Triebisch ist ein etwa 37 km langer Fluss, der im Tharandter Wald südlich von Grillenburg entspringt und schließlich in der Elbe mündet. Das Tal durch welches dieser Fluss fließt, wird daher mitunter auch Triebischtal genannt.
"Die Gesteine dokumentieren einen geologischen Zeitraum von vor 500 bis 250 Millionen Jahren. Doch im Vergleich zum Erdalter von ca. 4,6 Milliarden Jahren wirkt das Schiefergebirge, welches zur variszischen Gebirgsbildung zählt, hingegen noch relativ jung. Die Beanspruchung der Gesteine durch hohe Temperaturen im Randbereich des Magmakörpers des heutigen Meißner Granit- und Syenitmassivs führte zur Kontaktmetamorphose. Sowohl Ausgangsgesteine wie Umwandlungsprodukte sind anzutreffen. Das Tal der Triebisch entstand durch Erosion in geologisch jüngster Zeit. Seit dem Tertiär schneidet sich das Wasser Zentimeter für Zentimeter in die alten Gesteine ein." (Wandern in den Triebischtälern - Geopfad Triebischtal, Gemeinde Triebischtal, Juli 2006, S. 1)
Zumindest der erste Abschnitt des Flusses durchzieht einen großen Teil des Tharandter Waldes, welcher "im geologischen Sinne fast wie ein verkleinertes Abbild des Ost-Erzgebirges [wirkt]. Viele Aufschlüsse liefern Einblicke in den Gesteinsaufbau natürliche Felswände an den Talflanken von Weißeritz, Colmnitzbach und Triebisch ebenso wie zahlreiche aufgelassene Steinbrüche.
Alle wesentlichen Etappen der geologischen Entwicklung findet man hier durch Gesteine belegt:
- Gneise aus der Erdfrühzeit (Proterozoikum) als "Grundgestein",
- eine zum Nossen-Wilsdruff-Tharandter Schiefergebirge gehörige Gesteinsserie des Erdaltertums,
- Porphyr-Vulkangesteine aus der Zeit des Oberkarbons,
- verschiedene Sandstein-Ablagerungen der Oberkreidezeit,
- Basalte als Zeugen des tertiären Vulkanismus
- und schließlich die jungen Lockergesteine und Bodenbildungen der jüngsten erdgeschichtlichen Vergangenheit." (Naturkundliche Wanderziele Naturführer Ost-Erzgebirge, Band 3, Grüne Liga Osterzgebirge e.V., 2011, S. 271)

Erdfrühzeit (vor 545 Mio. Jahren und früher)
In der Erdfrühzeit entwickelte sich das erste Leben in Form von Bakterien, wobei es zum Ende der Erdfrühzeit auch schon sehr einfache Mehrzeller gab. Allerdings spielte sich quasi alles Leben noch im Wasser ab. In dieser Zeitspanne gab es noch keine große Vielfalt an Gesteinen und es herrschte vor allem magmatisch gebildeter Granit und metamorphos gebildeter Paragneis vor.
Erdaltertum (vor 545 Mio. Jahren - vor 251 Mio. Jahren)
Viele Gesteinsarten entwickelten sich dann im Erdaltertum weiter durch Metamorphose, die dafür sorgt, das vorhandene Gesteine durch Druck und Hitze umgewandelt werden. Im frühen Erdaltertum bildeten sich vor allem Phylit, Schiefer und Gneis. In der Mitte des Erdaltertums kamen noch Kalkstein, Dolomit und Diabas hinzu. In der letzten Hälfte des Erdaltertums gab es dann vermehrt vulkanische Aktivitäten, bei der das Lava und die Vulkanasche vor allem Porphyr und Pechstein hervorbrachten. Ebenso entstanden in dieser Zeit auch Biotitgranodiorit und Monzonitoide.
Erdmittelalter (vor 251 Mio. Jahren - vor 65 Mio. Jahren)
Nachdem es am Anfang des Erdmittelalters im geologischen Sinne hier relativ ruhig war, erstreckte sich am Ende des Erdmittelalters sogar das Meer bis hierhin. Hierbei wurden Sedimente und Sande abgelagert. Somit verbreiteten sich vor allem Sand und Standstein sowie Konglomerate, Tonstein, Kies als auch Rotlehm.
Erdneuzeit (vor 65 Mio. Jahren bis heute)
Vor allem zum Ende des Erdmittelalters bzw. zum Beginn der Erdneuzeit gab es wieder vermehrt vulkanische Aktivitäten, die die Gesteinsbildung (vor allem Basalt) weiterhin beeinflussten. Außerdem gab es auch Ablagerungen, die sich aufgrund des "jungen" Alters noch nicht verfestigen konnten und somit als Schotter vorliegen. In der Eiszeit erreichten dann zwar die Gletscher fast den Thrandter Wald, aber dennoch wurde der Tharandter Wald durch eine dicke Lößschicht bedeckt, die durch den Wind bis hierhin getragen wurde. Somit kann man Lößlehm auch heute noch als oberste Schicht an mehreren Stellen im Tharandter Wald finden.
Durch diese Entstehungsgeschichte findet man hier also auch auf engstem Raum alle drei Gesteinstypen (Magmatite, Metamorphite, Sedimentite) aus allen vier Erdzeitaltern (Erdfrühzeit, Erdaltertum, Erdmittelalter, Erdneuzeit).
Dies fasste auch der Geologe Bernhard von Cotta mit folgendem ihm zugeschriebenen Zitat zusammen: "Man möchte wohl behaupten, die hiesige Gegend sei ein Ort, wo die Bildungsgeschichte des gesamten Erzgebirges studiert werden könnte" (1834).
Der hier vorhandene Weg der Gesteine des Triebischtales bringt diese örtlich beachtliche Gesteinsvielfalt nochmal etwas näher zusammen, indem ihr hier die verschiedensten Gesteine auf noch kürzerem Wege miteinander vergleichen und deren Unterschiede somit besser erkennen könnt.
Quarzeinlagerungen
Außerdem kann man hier sehr gut sehen, dass es auch immer wieder Quarzminerale in allen drei Gesteinsklassen zu finden gibt. Wäre Quarz völlig rein, würde er farblos sein und Glas ähneln. Diese reine Ausbildung findet man jedoch meist nur in seiner kristallinen Form vor. Meist kommt er in einer trüb/milchig/weißlich wirkenden Form vor, die man auch bei Kieselsteinen findet. Quarz entsteht hauptsächlich bei der Abkühlung von Siliciumdioxid, ist also eher magmatischen Ursprungs. Bei dieser Abkühlung kann es vorkommen, dass sich der Quarz in Hohlräume/Spalten von Gestein legt und so genannte Quarzgänge bzw. Quarzadern bildet. Allerdings ist Quarz auch sehr hart und bleibt somit auch bei der Matemorphose bestehen und bleibt auch aufgrund seiner Beständigkeit bei der Entstehung von Sedimentgesteinen erhalten.

Um diesen EarthCache loggen zu können, sind folgende 2 Logbedingungen zu erfüllen:
1) Bitte beantwortet folgende Fragen:
a) Was sind die ältesten und was die jüngsten Festgesteine im unmittelbaren Flußverlauf?
b) Sucht bitte zu jedem beschriebenen Erdzeitalter ein Gestein und nennt dessen Nummer und Namen!
c) Betrachtet nun entweder das Gestein bei der Nummer 16 oder die zwei großen Felsblöcke in der Nähe der Straße! Welches Gestein seht ihr hier und welche Farbe, Struktur und Textur weist es auf? Wie denkt ihr ist es enstanden?
d) Nennt drei unterschiedliche Gesteine inkl. deren Nummer auf dem Weg, bei denen ihr Quarzeinlagerungen bzw. -gänge erkennen könnt! Warum kann man bei vielen Gesteinen diese Quarzeinlagerungen finden?
Schickt die Antworten bitte per E-Mail über unser Profil.
2) Macht ein Bild von euch oder einem persönlichen Gegenstand vor Ort als Loganhang! Bitte vermeidet Spoilerfotos!
Ihr könnt sofort loggen, nachdem ihr die Logbedingungen erfüllt habt.
Falls ihr die Gesteine nun auch noch in "freier Wildbahn" etwas genauer kennen lernen wollt, kann an dieser Stelle nur der etwa 14 km lange Rundwanderweg empfohlen werden. Der Rundwanderweg wird auch "Geologisches Freilichtmuseum" (GFM) genannt und der Ort dieses EarthCaches ist eine Station davon. Natürlich kann man diese Routen auch etwas verkürzt laufen, so dass man auf eine Strecke von ca. 5-6 km pro Runde kommt.
Viel Spaß mit diesem EarthCache!
Quellenverzeichnis:
Naturkundliche Wanderziele Naturführer Ost-Erzgebirge, Band 3, Grüne Liga Osterzgebirge e.V., 2011, S. 271
Wandern in den Triebischtälern - Geopfad Triebischtal, Gemeinde Triebischtal, Juli 2006, S. 1
Fotos: ShiggyDardes