Die Rotenburger Werke der Inneren Mission, bis 1996 Rotenburger Anstalten, sind eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Rotenburg Wümme,Niedersachen, im Bereich der evangelisch-lutherischen Sozialarbeit.
1877 führte der Unfall einer unter Epilepsie leidenden Person zu ersten Überlegungen im Kirchenkreis, Hilfen anzubieten. Ein Jahr später wurde der Verein „zur Pflege Epileptischer“ gegründet und 1880 ein kleines Haus angekauft und durch Superintendent Adolf Kottmeier als Gründer und erster Leiter eingeweiht. 1897 lebten bereits 150 Menschen in der Einrichtung. 1905 kamen die Diakonissen des Mutterhauses Bethesda aus Hamburg nach Rotenburg und übernahmen die Pflege der inzwischen 330 Bewohnerinnen und Bewohner. Bis 1930 hieß die Einrichtung „Asyl für Epileptische und Idioten, er und seelischer Behinderung.
Nachdem ab 1930 zunehmend Pflegefälle aufgenommen wurden, änderte sich auch das Anforderungsprofil an die Erzieher. Unter der Leitung des damaligen Pastoren Johannes Buhrfeind] wurde ein Ausbildungskonzept für „Irrenpfleger“ entwickelt, das bereits im Jahre 1931 die Elemente „Erblehre und Erbpflege“ (Eugenik), „Körperbau und Charakter“ und „Das Problem der Abkürzung lebensunwerten Lebens“ (Euth
Ab 1934 wurden 97 Mädchen und Frauen und 238 Jungen und Männer im Krankenhaus des Diakonissen-Mutterhauses zwangssterilisiert, ein 13-jähriges Mädchen und eine erwachsene Frau kamen dabei um.
Von den deportierten Patienten wurden 562 nachweislich später ermordet.
Da sich die Anstaltsleitung geweigert hatte, die Patienten-Fragebogen für die Aktion T4 auszufüllen, traf am 24. April 1941 eine Kommission von vier Ärzten der Aktion T4 ein, „um der Anstalt die Arbeit mit den Fragebogen abzunehmen“.Die Rotenburger Anstalten und ihr damaliger Leiter Pastor Buhrfeind leisteten dabei im Kern keinen Widerstand. Nach einem ergreifenden Abschiedsgottesdienst wurden 120 Schwerbehinderte in die Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster in Hessen verlegt.
Mit einer besseren finanziellen Ausstattung durch das Nationalsozialistische Regime und dem kostengünstigen Einsatz von Zwangsarbeitern der Organisation Todt wuchs der Gebäudebestand in den späteren Jahren des Dritten Reiches.Dies erfolgte bereits unter der Leitung des Schwiegersohns von Pastor Buhrfeind, dem NSDAP-Mitglied Pastor Wilhelm Unger.
Nachkriegszeit
Im Jahr 1949 wurden den Rotenburger Anstalten wieder eine Selbstverwaltung gewährt. die zwischenzeitlich Reservelazarett, Ausweichkrankenhaus und Interniertenlazarett waren. 1966 bis 1970 wurden neue Häuser errichtet und 1972 eine Fachschule für Heilerziehungspflege/Berufsfachschule für Heilerziehungshilfe eingerichtet.
1979 befanden sich in den Rotenburger Anstalten 1273 Patienten und 900 Mitarbeiter.
1995 wurde eine Werkstatt für Behinderte (WfbM) mit angeschlossenem Wohnheim eingerichtet.
Am 17. April 1996 beschloss die Mitgliederversammlung des Vereins eine neue Satzung und einen neuen Namen: „Rotenburger Werke der Inneren Mission“.
Achtung sehr hohes muggel aufkommen!! Packt den Cache möglichst wieder gut weg, ohne das man ihn sieht. Ich Wünsche euch viel Spaß beim Suchen und drück euch die Daumen, das ihr schnell zum Erfolg kommt