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Am Fluss der Zeit #11 Köttelbecke & Co. Traditional Cache

This cache has been archived.

Tolotson: Aufgrund der Renovierung der Brücke ist ein Versteck an diesem Ort nicht mehr möglich.

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Hidden : 11/16/2021
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


"Am Fluss der Zeit" wird eine Cachereihe mit 12 Stationen zum Thema "Geschichte des Ruhrgebietes". 

Ich plane alle 12 Stationen im Herbst/Winter 2021/22 zu verstecken. Die Cachereihe wird der Auftakt zu einem Mystery-Multi-Cache werden - notiert euch also schonmal die Bonuszahlen.

Kapitel 1     Kapitel 2  
Kapitel 3   Kapitel 4 - Quintili Vare, legiones redde! GC9GAQM
Kapitel 5   Kapitel 6  
Kapitel 7   Kapitel 8  
Kapitel 9   Kapitel 10  
Kapitel 11 - Köttelbecke & Co. GC9JEM6 Kapitel 12  

 

Kapitel 11: Ewigkeitskosten und Renaturierung

„Köttelbecke & Co.“

 

Mit Beginn der Industrialisierung und vor allem durch den Boom der Montanindustrie im Bereich des Ruhrgebietes zu Beginn des 19ten Jahrhunderts, wuchs auch die Bevölkerung explosionsartig an. Die steigenden Bevölkerungszahlen und immer wieder aufflammende Cholera-, Typhus- und Ruhrausbrüche machten es notwendig sich um das wachsende "Abwasserproblem" in den Ruhrgebietsstädten zu kümmern.  

 

Ab 1880 wurde immer wieder über eine städteübergreifende Lösung diskutiert. Die Möglichkeit eines unterirdischen Abwasserkanalsystems wurde schnell wieder verworfen, da Bergsenkungen durch den boomenden Bergbau, ein stetiges Risiko von Beschädigungen des Kanalsystems bedeutete.

Man entschied sich daher dazu das vorhandene System an Bächen und Flüsschen zu nutzen um die Abwässer oberirdisch abzuführen. Zu diesem Zweck wurde dann im Jahre 1889 in Bochum die Emschergenossenschaft gegründet.

 

Als Folge wurden diverse Flüsse (allen voran die Emscher) begradigt und kanalisiert. Dies beutete den ökologischen Tod der betroffenen Gewässer.  Die oberirdische Abwasserentsorgung sorgte natürlich auch für eine nicht zu unterschätzende Geruchsbelästigung für die Anwohner. Die steilen Uferböschungen stellten außerdem auch eine Gefahr für Mensch und Tier dar.

Im Volksmund erhielten diese kanalisierten Bäche den wenig schmeichelhaften Namen "Köttelbecke".

 

Durch das Ende der Kohleförderung und den damit einhergehenden Strukturwandel im Ruhrgebiet sank stetig das Risiko von Bergsenkungen und so begann man 1992 mit dem stetigen Umbau der Emscher und Ihrer Zuläufe. Kernstück dieser Entwicklung ist der Bau diverser neuer Großklärwerke, sowie die Verlegung der Abwässer in echte unterirdische Kanäle um die Bäche und Flüsse vom Abwasser zu befreien.

Die nun von Abwässern befreite Fluss- und Bachläufe sollen dann sukzessive von Ihren Betonkorsetts befreit und renaturiert werden, wo immer dies möglich ist.  Weite Teile der Emscher sind bereits renaturiert worden. Ebenso Bachläufe wie z.B. die Boye in Bottrop. Selbst die Emschermündung wurde bereits naturnah verlegt und umgestaltet. 

Leider ist eine Renaturierung nicht überall möglich. Im Grenzgebiet der Städte Gelsenkirchen (Resse) und Herne (Crange) fließt die Emscher höher als die umgebenden Häuser stehen. Ohne Deich würde sich die Emscher in die Wohngebiete ergießen, so sehr hat ein Jahrhundert der Bergsenkungen die Landschaft verändert.

 

Hier am Standort der Caches sehen wir einen kleinen Zufluss der Emscher: die Berne. 

Sie entspringt im Südviertel der Stadt Essen in der Nähe des Moltkeplatzes. Nach einer sprudelnden Quelle sucht man aber hier vergeblich: die Berne verläuft die ersten Kilometer ihres Daseins unterirdisch. Man erkennt Ihren Verlauf lediglich an ein paar Ortsbezeichnungen - z.B. dem Straßennahmen "Am Bernewäldchen" (ein Wäldchen sucht man hier auch vergebens) oder der Bernestraße in der Nähe des Rathauses.

Erstmals das Tageslicht sieht die kleine Berne erst am ehemaligen Kirmesplatz an der Gladbecker Straße und dort ist sie bereits in ein enges Betonkorsett gesperrt.

Heute läuft entlang der Berne ein Spazier- und Fahrradweg. In den Sommermonaten nicht immer ein Highlight aufgrund der Geruchsbelästigung. Derzeit kann der Weg allerdings an dieser Stelle nicht benutzt werden, da hier noch Kanalbauarbeiten stattfinden um die Berne zumindest von Abwässern zu befreien. 

Ein kleines Highlight findet sich aber an der Mündung der Berne in die Emscher: das ehemalige Klärwerk "Bernemündung" wurde im Zuge des Projekts "Emscherkunst 2010" zur "Kulturhauptstadt 2010" in einen Park umgewandelt. Neben Licht- und sonstigen Kunstinstallationen findet sich hier auch "dasparkhotel". Hier kann man in 5 umgebauten Betonröhren die Nacht direkt im Park verbracht werden.
Meines Wissens nach ist dies aber leider derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich.

 

Ein weiteres großes Thema der Gegenwart und auch der Zukunft ist das Thema der sog. Ewigkeitskosten.

Durch die Bergsenkungen ist vielerorts das Gelände unter den Grundwasserspiegel abgesunken. Um das "absaufen" des Ruhrgebietes zu verhindern gibt es vielerorts Pumpwerke die das Wasser konstant abpumpen um ein versumpfen zu verhinden.

Hier ein Schaubild wie die Seenlandschaft Ruhrgebiet ohne Pumpen aussehen würde:

(Quelle: WAZ https://img.waz.de/img/archiv-daten/crop12358773/8067652103-w1200-cv16_9-q85/121439208-1777.jpg)

 

Große Pumpwerke finden sich z.B. an der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck direkt an der B242.

Der bekannte britische Youtuber Tom Scott hat hierzu auch ein sehr sehenswertes Video gemacht, das man sich hier (Youtube) anschauen kann.

Um die Finanzierung dieser Kosten dauerhaft zu sichern wurde im Jahre 2007 die RAG-Stiftung in Essen gegründet. Die RAG-Stiftung hat Ihren Sitz auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Zollverein in einem sehr modernen Neubau.

 

Dieser Cache befindet sich direkt an einer Köttelbecke die (Stand November 2021)  weder renaturiert noch von Abwässern befreit ist. Wir reden also über einen offenen Abwasserkanal - rechnet also mit eine gewissen Geruchsbelästigung.  Die Kanalbauarbeiten ca. 200m Berne abwärts sollen aber angeblich bis Ende 2021 abgeschlossen sein und dann auch die Berne vom Abwasser befreien. Inwieweit dann auch eine Renaturierung stattfindet ist aber aufgrund der engen Bebauung in diesem Stadtteil eher unwahrscheinlich.

 

 

 

Additional Hints (Decrypt)

Zna zhff fvpu fpuba rva jravt oüpxra hz qra Pnpur mh reervpura

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)