Vermutlich gibt es kaum einen (älteren) Weidenauer, der nicht im Laufe seines Lebens schon einmal Kontakt mit dem Lebenswerk von Walter Schneider hatte. Ob es nun direkt der Kauf eines Fahrzeugs beim „VW Schneider“, wie das Unternehmen auch heute noch im Volksmund heißt, gewesen ist oder vielleicht einfach nur eine Tankfüllung an der ehemaligen Tankstelle Ecke Setzer Weg/Weidenauer Straße – wenige der Alteingesessenen wird hier verneinen können.
Walter Schneider, geboren 1927, ist ein „echter Wierenauer“ wie man so schön sagt. Schon früh gehörte seine Leidenschaft Motorrädern und Autos und so lernte er den Beruf des Autoschlossers. Nach dem Krieg dann begann seine Rennsportkarriere, zunächst als Beifahrer 1949 auf einem BMW-Gespann. Bereits ein Jahr später wechselte er auf den Fahrersitz und nach den ersten Siegen, aber auch einigen Rückschlägen Anfang der 1950er Jahre, sollten für den Weidenauer, mittlerweile BMW-Werksfahrer, viele erfolgreiche Rennen folgen. Mit seinem langjährigen Beifahrer Hans Strauß konnte Walter Schneider 1957 zunächst die Gespann-Vize-Weltmeisterschaft und in den Jahren 1958 und 1959 die Gespann-Weltmeisterschaft feiern. Folge davon war die Auszeichnung mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten deutschen Sportauszeichnung, welche ihm vom damaligen Bundespräsidenten Heuss überreicht wurde. Anschließend beendete das Duo Schneider/Strauß seine Karriere im Gespann-Rennen.
Während seiner erfolgreichen Karriere dachte Walter Schneider auch schon früh an die Zeit danach und gründete 1958 die oben bereits erwähnte Tankstelle unter „Aral-Flagge“ am Fuße des Haardter Bergs.
Doch noch ließ Walter Schneider das Rennfieber nicht los und er startete noch einmal, dieses Mal in einem Sportwagen, richtig durch. 1961 konnte er sich, wieder im Rennstall BMW, sowohl „Deutscher Rundstrecken-Meister“ als auch „Deutscher Bergmeister“ nennen. Zudem gewann er für BMW die schweizerische und österreichische Bergmeisterschaft. Es folgten noch viele weitere erfolgreiche Rennen, bis Walter Schneider 1964 bei einem Bergrennen in Frankreich schwer verunglückte und in Folge wochenlanger Krankenhausaufenthalte seine aktive Karriere endgültig beendete.
Von nun an widmete er sich dem Ausbau seiner Tankstelle und der 1962 erworbenen Kfz-Werkstatt mit Porsche-Händlervertrag. Daraus wurden in den folgenden Jahrzehnten, unter Leitung seiner beiden Söhne, die Walter Schneider GmbH & Co. KG sowie weitere Unternehmen mit heute weit über 400 Mitarbeitern an mehreren Standorten.
Walter Schneider ist im Jahre 2010 im Alter von 83 Jahren in Siegen verstorben.