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Beschreibung
Hinweis: Am Fischlandkliff gibt es häufig Abbrüche, Rutschungen und Steinschläge. Dadurch ist jeder gefährdet, der sich am Geröllstrand vor den Steilufern aufhält. Bitte seid vorsichtig. Die Betretung der Strände und Hochuferwege erfolgt stets auf eigene Gefahr!
Zwischen Wustrow und Ahrenshoop erstreckt sich das bis zu 20 Meter hohe Fischland-Hochufer. Das Kliff ist ständig und dauerhaft von Abtragungen betroffen und in Mecklenburg-Vorpommern damit das am meisten gefährdete Kliff an der Ostseeküste. Durch die Abtragung weicht das Kliff Jahr für Jahr um einige Zentimeter zurück und die abgetragenen Lockermassen werden durch das Wasser mit jeder Welle weiter weggespült.
Das Hohe Fischland charakterisiert sich als ein Inselkern aus eiszeitlichen Ablagerungen und entstand durch die letzte Eiszeit, indem das skandinavische Eis das Hohe Ufer zu einer Stauchendmoräne geformt hat. Da es sich hier um ein aktives Kliff handelt, unterliegt das Hochufer einer stetigen Veränderung. Der Boden des Hochufers besteht dabei aus unterschiedlichen Sedimentschichten; dazu zählt Dünensand, Ortstein, Schmelzwassersand und -schluff sowie Geschiebemergel und Geschiebelehm. Durch die eiszeitliche Entstehung des Kliffs und der damit verbundenen Ablagerungen möchte ich Euch das Thema "Geschiebemergel und Geschiebelehm" mit diesem Earthcache näherbringen.
Als Geschiebemergel versteht man ein Sediment, welches typisch für eine Grundmoräne ist. Dieser wird dabei direkt vom Gletscher an seiner Basis in der glazialen Aufschüttungslandschaft abgelagert. Charakteristisch besteht Geschiebemergel aus einem Konglomerat von wenig bis nicht sortiertem Gestein, welches in einer Grundmasse aus Ton und Schluff liegt. Grund dafür liegt im Gletschereis, welches keine Sortierung vom Moränenmaterial vornimmt. Das gilt sowohl bei der Aufnahme als auch beim Transport. Als die Gletscher abgeschmolzen sind, wurde das Material so unsortiert abgelagert. Damit kann Geschiebemergel alle Korngrößenklassen beinhalten, sowie neben Ton und Schluff auch Sand, Kies und Geschiebe bis hin zu Findlingen enthalten. Schaut man sich dann einen Aufschluss aus Geschiebemergel an, so wirkt dieser massig, unsortiert und ungeschichtet. Ausnahmen können natürlich auch vorkommen, sind aber die Seltenheit. In einigen Fällen kann man auch Linsen oder Einschlüsse mit sortiertem Sedimenten im Geschiebemergel entdecken. Der Grund liegt dann darin, dass andere Schichten im Ganzen durch z.B. Verwerfungen der Schichten im Geschiebemergel eingeschlossen wurden.
Neben dem Zusammenspiel aus unterschiedlichen Bestandteilen, zeigt sich Geschiebemergel auch sehr variabel in seiner Farbgebung. Er besteht zwar größtenteils aus Grautönen, aber auch andere Farbengebungen sind keine Seltenheit. Der Grauton überwiegt, da Geschiebemergel auch zu einem gewissen Anteil Karbonat enthält. Hier in Norddeutschland stammt dieser aus umgelagerter und zerriebener Kreide, wohingegen Geschiebemergel z.B. in Süddeutschland aus Kalken des Helvetikums besteht. Der Kalkbestandteil ist auch die Abgrenzung zum Geschiebelehm.
Grundsätzlich besitzt der Geschiebelehm alle Eigenschaften von Geschiebemergel mit einer Ausnahme, dem Kalkgehalt. Enthält eine Grundmoräne Geschiebemergel, indem das Karbonat durch eine nachträgliche Verwitterung ausgewaschen wurde, wandelt sich der Geschiebemergel in Geschiebelehm um. Sollte sich direkt kalkfreies Moränensediment abgelagert haben, handelt es sich nicht um Mergel und man spricht gleich von Geschiebelehm. Enthält der Geschiebelehm eine hohe Anzahl von Gesteinen, so wird dieser auch als Blocklehm bezeichnet.
Ist der Geschiebelehm durch die Verwitterung aus Geschiebemergel entstanden, nimmt der Grad der Entkalkung dabei von oben nach unten ab. Das bedeutet, der Kalk ist noch ungleichmäßig ausgewaschen. In seltenen Fällen kann es auch zur Wiederausscheidung von Kalk mit Konkretionsbildung (Mineral-Aggregat) kommen. Durch die Bodenbildung und der guten Durchwurzelung ist der Boden jedoch oftmals komplett kalkfrei. Neben der Wandlung des Kalkanteils wechselt zwischen Geschiebemergel und Geschiebelehm auch die Farbgebung. Der überwiegend grautonige Geschiebemergel verwandelt sich zu ockergelben bis braunen Geschiebelehm. Man spricht hier auch von Verbraunung, was dazu führt, dass später aus Geschiebelehm Braunerden werden, die fruchtbar und somit wertvoll für die Landwirtschaft sind. Ein Grund, warum die Flächen der Grundmoränen heutzutage oftmals als Acker dienen.
Um diesen Earthcache nun loggen zu dürfen, müssen die nachfolgenden Aufgaben erfüllt werden. Für das Experiment in Aufhabe 4 (optional - keine Pflicht!) wird etwas Essig-Essenz benötigt. Außerdem beachte bitte, dass du dich in ein einem ökologisch besonders wertvollen und schützenswerten Gebiet befindest! Verhalte dich dementsprechend. Vielen Dank!
Betrachte die Wand des Kliffs vom Strandzugang bis zu den Originalkoordinaten genau und prüfe das Kliff auf deren Farbgebungen. Kannst du unterschiedliche Farben vorfinden und wenn ja, kannst du eine Sortierung erkennen? Was könnte der Grund dafür sein?
Wie im Listing beschrieben, besteht Geschiebemergel & -lehm aus einem Konglomerat von unterschiedlichen Gesteinen in einer Grundmasse aus verschiedenen Bestandteilen. Findest du hier vor Ort auch eine Vielzahl unterschiedlicher Korngößen vor? Findet sich eine hohe Anzahl von Gesteinen in der Wand, dass man hier von einem Blocklehm sprechen kann?
Nimm etwas vom "trockenen" Geschiebemergel / -lehm in die Finger. Wie fühlt es sich an? Anschließend befeuchte das Sediment mit Wasser. Wie verändert sich die Konsistenz? Welchen Bestandteil in der Grundmasse machst du hierfür verantwortlich (Sand, Kies, Gestein, Ton, Schluff, etc...).
Diese Aufgabe ist optional und es wird dafür z.B. Essig-Essenz benötigt, um deine Probe auf den Kalkanteil zu prüfen und daraus zu folgern, ob es sich um Geschiebemergel oder Geschiebelehm in deiner Probe handelt. Nimm dazu eine kleine Probe vom Kliff und führe das Experiment am besten zuhause durch. Sollte deine Probe noch Kalk enthalten, bilden sich kleine Bläschen und es sprudelt. Was ist bei dir passiert?
Bewege dich von den Originalkoordinaten wieder zurück zum Strandaufgang. Dort kommst du an einer Sammlung von großen Steinen vorbei. Mache bitte ein Foto von dir oder deinem GPS mit den Steinen im Hintergrund. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim Earthcache einfach dazu.
Schicke mir bitte eine Mail mit deinen Antworten aus Aufgabe 1 bis 4 unter Angabe des EC's Steilküste von Ahrenshoop: Geschiebemergel & -lehm an die in meinem Profil angegebene Adresse. Die Fotos einfach an deinen Onlinelog hängen. Nach dem Absenden der Antworten darfst du auch sofort online loggen. Falls etwas nicht in Ordnung sein sollte, melde ich mich dann bei dir.
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