Die Siedlung „Silberfuchs“ auf dem Giersberg ist den meisten Einheimischen sicher ein Begriff, sei es durch das bloße „dran vorbei“ Fahren auf dem Weg in die Siegener Oberstadt oder vielleicht durch den leckeren Wein, der hier seit einigen Jahren angebaut wird. Doch woher kommt der doch eher etwas ungewöhnliche Name?
Auf diese Frage möchten wir euch mit diesem Cache einen Ansatz für eine Antwort geben und reisen dafür viele Jahrzehnte zurück in die dunkle Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Zu dieser Zeit stand anstelle der heutigen Siedlung auf der Kuppe des Giersbergs eine Flugmessstellung 1. Ordnung, welche u.a. mit Radargeräten der Firma Telefunken (FuSe 65 „Würzburg Riese“) und einem Funkmessgerät „Freya“ ausgestattet war. Diese wurde von der 10. schweren Flugmelde-Leit-Kompanie/Luftnachrichten-Regiment 233 (abgekürzt: 10./sFlugmeldeLeitKp /LnRgt 233) besetzt, die von Reservisten und auch von zahlreichen Nachrichtenhelferinnen unterstützt wurde.
Aufgaben von Radarstellungen dieser Art waren zum Beispiel die Ortung „feindlicher“ Flugzeuge mit Angaben zu Anzahl, Flughöhe und Kurs dieser und die Weitergabe dieser Informationen an die Jägerdivisionen, die diese Verbände angriffen. In den letzten Jahren des Krieges wandelte sich die Hauptaufgabe dahingehend, als dass nun das frühzeitige Erkennen und Warnen eventueller Luftangriffsziele vorrangig war.
Ab September 1944 wurden verstärkt Angriffe auf den Großraum Siegen geflogen, welche im verheerenden Bombenangriff vom 16. Dezember 1944 gipfelten. Auch die Radarstellung blieb bei den Angriffen nicht unverschont, konnte aber provisorisch weitergeführt werden.
Vor Ostern 1945 erreichte dann die Front den Großraum Siegen und im Zuge dessen wurde Ende März der Befehl gegeben, die Radarstellung aufzugeben, die wichtigsten Geräte mit dem LKW abzutransportieren und die restlichen „Überbleibsel“ zu sprengen, damit dem „Feind“ nichts in die Hände fällt. Dies wurde am 31.03.1945 in die Tat umgesetzt - ein paar Stunden, bevor auch die Siegbrücke in Siegen einer Sprengung zum Opfer fallen sollte, damit die Alliierten die Sieg nicht so leicht überqueren konnten.
Der Tarnname der Flugmessstellung war „Silberfuchs“. Wie es zu diesem Namen kam, ist nicht geklärt, allerdings war es nicht unüblich, die Anfangsbuchstaben des Tarnnamens identisch zu denen des Ortes zu wählen, in dem die jeweilige Stellung steht. Für Siegen also Silberfuchs.
Nach dem Krieg sollte auf ebenjener Kuppe zwischen Siegen, Weidenau und Bürbach, an dem die Radarstellung stand, eine neue Siedlung entstehen – der Silberfuchs.