Gedenkstätte "Waldfriedhof Lilienstein"

Die Gedenkstätte erinnert an die Opfer eines Barackenlagers, das 1944 zunächst als Internierungs- und Zwangsarbeitslager für Kriegsgefangene am Fuße des Liliensteins errichtet und genutzt wurde. Mit dem Beginn der Untertageverlegung von Treibstofflagern zum Schutz vor Luftangriffen in die Niedere Kirchleite bei Königstein und ins Polenztal entstand ein enormer Arbeitskräftebedarf. Der Einsatz von KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen sollte das Vorhaben forcieren.
Mehrere hundert amerikanische Kriegsgefangene waren im Lager Lilienstein unter unwürdigen Bedingungen untergebracht. Hunger und Krankheiten waren ständiger Begleiter. Am Morgen des 7. Mai 1945 mussten alle Gefangenen das Lager verlassen, um mit der Wachmannschaft in Richtung Pirna, um dann weiter zur Grenze zu marschieren. Die Bewacher setzten sich in der kommenden Nacht ab und überließen die Gefangenen ihrem Schicksal.
Nach Kriegsende wurden alle Deutschen in der Tschechoslowakei / Sudetenland gemäß der Dekrete des Präsidenten der Exil-Regierung Eduard Beneš zu Staatsfeinden erklärt, enteignet und ausgebürgert. Hunderttausende Menschen wurden Opfer von wilden und gewaltsamen Vertreibungen und mussten innerhalb kürzester Zeit, oft nur mit dem Gepäck, das sie tragen konnten, ihre Heimatorte verlassen und alles zurücklassen, auch die Haustiere.
In den Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers wurde den Flüchtlingen eine notdürftige Unterkunft zugewiesen. In der von großer Not geprägten Nachkriegszeit litten vor allem ältere Menschen und Kinder unter Hunger, Krankheiten, Entkräftung und dem Verlust der Heimat. Viele starben nach nur kurzer Zeit im Lager.
Die Namen von insgesamt 117 Todesopfern, die im Wald unterhalb des Lagers am Lilienstein in Massengräbern beigesetzt wurden, sind auf den Gedenktafeln verzeichnet.
Im Sommer 1946 wurde das Lager aufgelöst und mit dem Abbau begonnen, die Barackenteile an die Einwohner der Umgebung verkauft oder zum Abtransport per Bahn an den Bahnhof Wendischfähre / Rathmannsdorf gebracht. Die Gräber wurden in der Folgezeit eingeebnet und sind heute von Wald überwachsen.
Im Dezember 2015 wurden die beiden hölzernen Gedenktafeln und das Holzkreuz erneuert, ebenso Wege, Bepflanzung und Begrenzungen. Neben dem Eingang informieren zwei Metalltafeln über die Geschichte des Lagers. Die Anlage unterliegt einer dauerhaften Pflege.
Eure Aufgabe: Findet die Namen der genannten Personen auf den Gedenktafeln und setzt die gesuchten Zahlen aus den jeweils 8-stelligen Geburtsdaten in die Finalformel ein:
- Martha Schubert, vierte Stelle des Datums = A
- Oskar Ullbricht, letzte Stelle des Datums = B
- Clara Leissner, vierte Stelle des Datums = C
- Herrmann Dünnebier, zweite Stelle des Datums = D
- Franz Kaiser, vierte Stelle des Datums = E
- Marie Tragel, letzte Stelle des Datums = F
FINAL: N 50° 56.ABC' E 14° 5.DEF'
Es liegt außerhalb der Nationalparkgrenze in Richtung Waltersdorf.
Die Gedenkstätte ist zu jeder Zeit frei zugänglich. Bitte verhaltet Euch respektvoll und dem Ort angemessen. Im Nationalpark benutzt bitte nur die ausgewiesenen Wanderwege und verlasst diese nicht.
Weitere und detaillierte Informationen zur Geschichte des Lagers können hier abgerufen werden: https://www.gedenkplaetze.info/nationalsozialistische-oekonomie/kriegsgefangenlager-fuer-amerikanische-und-britische-haeftlinge-am-lilienstein