Dies ist zwar nicht mein erster Cache, aber mein erster Multi. Beim Eiersuchevent am 15.04.2022 gewann ich einen NANO. Auf der Suche nach einem Versteck sah ich auch das Ziel dieses Multis, daher folgt auf den Mysterie GC9TKQD ein Multi. Der Nano liegt weiterhin auf meinem Schreibtisch 😉
Die Reihenfolge, in der die Stationen besucht werden, ist für die Lösung unerheblich. Achtung Autofahrer: In der Siedlung gilt Tempo 30, die Straßen sind nicht sehr breit und es gibt diverse Einbahnstraßen, daher empfehle ich, das Auto auf einem der Parkplätze abzustellen.
Für Rollstuhlfahrer
Der gesamte "Erlebnisbereich" ist, bis auf das Final, rollstuhltauglich. Daher...
Für Rollstuhlfahrer die gerne Multis machen, gibts natürlich die Möglichkeit, mir die herausgefundenen Koordinaten und ein Foto vom Versteck (so gut es geht) zu mailen. Damit wäre dann eine Logfreigabe ohne Logbucheintrag möglich. Und ich werde dann den Eintrag für euch vornehmen, damit den Regeln von Geocaching.com entsprochen wird.
Formel für das Finale: N52 30. C E B E13 15. F A D
Die Waldschulallee und der Dauerwaldweg bilden die Nord- bzw. Südgrenze, Kühler Weg und die parallel zur AVUS verlaufende Eichkampstraße die West- und Ostgrenze der Siedlung Eichkamp.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde 1918 die Siedlungsgesellschaft Märkische Heimstätte gegründet. Von der preußischen Landesregierung mit der Durchführung von Siedlungsprojekten gegen die herrschende Wohnungsnot betraut, vergab die Märkische Heimstätte den Auftrag zur Planung der Siedlung Eichkamp an Max Taut.
Die Siedlung, benannt nach der Revierförsterei Eichkamp im Forst Grunewald, wurde 1918-29 von Max und Bruno Taut, Martin Wagner, Franz Hoffmann und anderen unmittelbar neben der AVUS angelegt und war als preisgünstiger Wohnraum für Angestellte und Beamte konzipiert. Max Tauts Bebauungsplan hatte ursprünglich ein wesentlich größeres Areal zwischen Teufelssee Chaussee und Avus vorgesehen, im Westen vom Grunewald, im Osten durch einen Exerzierplatz (heute Messegelände) begrenzt.
Die ersten ab 1920 fertiggestellten Häuser wurden aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg mit Hühnerstall und Speicher für eine weitgehende Selbstversorgung der Bewohner, überwiegend Arbeiter und Beamte mit niedrigen Einkommen, eingerichtet. Wurden die ersten Häuser noch als Reihenhäuser errichtet, so wurden mit sich bessernder wirtschaftlicher Situation bald Doppelhäuser typisch für den weiteren Ausbau der Siedlung.
Ludwig Marcuse sprach von "... einem lichten Berliner Dörfchen mit kindlich-schlichten Straßen und Häuschen..." Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 kam die Siedlung zum Bezirk Wilmersdorf. 1938 wurde sie bei einer Gebietsreform mit relativ geringfügigen Korrekturen dem Bezirk Charlottenburg zugeschlagen.
Station 1: Studentenwohnheim
Das Studierendenwohnheim am Dauerwaldweg wurde 1960 im Auftrag der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg für die Evangelische Studentengemeinde an der TU Berlin nach den Plänen von Professor Peter Lehrecke errichtet; es wird seit 1998 vom studierendenWERK Berlin betrieben und steht unter Denkmalschutz. Das Wohnheim besteht aus einer streng komponierten campusartigen Anlage aus insgesamt 10 bauzeitlichen pavillonartigen Wohnhäusern rings um einen zentralen Platz.
Der Neubau des Hauses 11 mit 50 neuen Wohnheimplätzen wurde geplant vor dem Hintergrund steigender Studierendenzahlen in Berlin und im Kontext der anstehenden sukzessiven denkmalgerechten energetischen Sanierungen der bestehenden Häuser 1 bis 10. Bauherr war das studierendenWERK Berlin, Architekten: LKK Lehrecke Kammerer Keiß, Gesellschaft von Architekt:innen mbH BDA, Berlin.
A = Vom öffentlichen Straßenland aus zu sehen: Wie viele Stützen haben die Dächer für die Fahrradständer?
Station 2: Im Hornisgrund 25, ehemaliges Wohnhaus der Politikerin und Frauenrechtlerin Marie-Elisabeth Lüders (1878-1966)
Marie-Elisabeth Lüders wurde am 25.6.1878 in Berlin geboren. Sie studierte von 1906 bis 1910 Nationalökonomie und promovierte 1912 in Berlin als erste deutsche Frau im Fach Staatswissenschaften zum Dr. rer. Pol. Seit 1901 war sie in der deutschen Frauenbewegung tätig und arbeitete vorrangig auf dem Gebiet der Sozialfürsorge. Von 1912 bis 1915 war sie als Wohnungspflegerin bei der Stadt Charlottenburg angestellt, das heißt sie inspizierte Wohnungen der armen Bevölkerung. Während des Ersten Weltkriegs gründete sie gemeinsam mit anderen Vertreterinnen des Bundes Deutscher Frauenvereine den Nationalen Frauendienst.
Von 1918 bis 1921 war sie Studiendirektorin an der Niederrheinischen Frauen-Akademie in Düsseldorf. 1919 wurde sie für die Deutsche Demokratische Partei DDP in die Nationalversammlung gewählt, von 1924 bis 1930 war sie Abgeordnete im Reichstag. Sie war eine Repräsentantin des Bundes Deutscher Frauenvereine und setzte sich nachdrücklich für die Gleichstellung der Frau in Staat und Gesellschaft ein. 1930 wurde sie zur Vorsitzenden des Deutschen Akademikerinnenbundes gewählt und im Januar 1932 in den Abrüstungsausschuss der Weltfrauenorganisation delegiert.
Von den Nationalsozialisten erhielt sie 1933 Berufs- und Redeverbot. 1936 veröffentlichte sie das Buch "Das unbekannte Heer – Frauen kämpfen für Deutschland 1914 – 1918". Das Buch war den Nazis im Hinblick auf die Mobilisierung von Frauen für den Krieg willkommen. Trotzdem erhielt Marie-Elisabeth Lüders 1937 Publikationsverbot und wurde von Juni bis Oktober 1937 im Zuchthaus Moabit wegen angeblicher "Heimtücke" inhaftiert. Danach tauchte sie kurzzeitig in Freiburg unter. Dann beteiligte sie sich an einer Hilfsaktion für jüdische Bürgerinnen und Bürger, die von Quäkern organisiert worden war. Sie nahm Verfolgte in ihrer Wohnung in Eichkamp auf. Im Dezember 1943 wurde ihre Wohnung ausgebombt, sie ging nach Baden.
Von 1948 bis 1950 war sie Stadtverordnete von West-Berlin und von 1949 bis 1951 Stadträtin für Sozialwesen. 1953, im Alter von 75 Jahren, wurde sie für die FDP in den Bundestag gewählt und war von 1953 bis 1961 Alterspräsidentin. 1958 erhielt sie insbesondere für ihre Leistungen zur Förderung der Rechtsstellung der Frau im öffentlichen Leben, im Beruf und in der Familie als 80jährige die Berliner Ehrenbürgerschaft. Sie starb am 25.3.1966 im Alter von 88 Jahren in Berlin.
Marie Elisabeth Lüders lebte bis 1928 in der Uhlandstraße 7, danach mit Unterbrechungen bis zu ihrem Tod 1966 Im Hornisgrund 25.
B = Anzahl der Vollgeschosse
Station 3: Lärchenweg 15, hier wohnte seit 1930 Max Taut, Planer der Siedlung
Geb. am 15.5.1884 in Königsberg, gest. am 26.2.1967 in Berlin, Bruder von Bruno Taut.
Nach dem Studium an der Baugewerbeschule in Königsberg 1906 beim Hochbauamt Rixdorf (Neukölln) tätig, seit 1907 in Karlsuhe, seit 1911 als selbständiger Architekt in Berlin, seit 1926 Mitglied der Architekturvereinigung "Der Ring". In der NS-Zeit wurde Max Taut diffamiert und ausgegrenzt. 1945 erhielt er eine Professur an der Hochschule der Bildenden Künste Berlin, wo er bis 1953 die Abteilung Architektur leitete und seit 1955 Direktor der Abteilung Baukunst war.
Bauten in Charlottenburg-Wilmersdorf: Siedlung Eichkamp 1918-29, Siedlung Ruhleben 1927/28, Reichsknappschaftshaus 1929/30, Rüdesheimer Str. 54-56, Wohnanlage Mansfelder Straße 1939
E = Anzahl der Stufen vor der Eingangstür, für die Lösung ist es eine zuviel
Station 4: Eichkatzweg 54, ehemaliges Wohnhaus von Herta Heuwer (1913-1999)
Herta Heuwer, 1913 in Königsberg geboren, verkaufte seit 1946 Bockwürste und Fischbrötchen in Charlottenburg. Seit 1949 mit eigenem Kiosk, Kant-, Ecke Kaiser-Friedrich-Straße. "Zunächst war es nur ein winziger Holz-Kiosk, gekauft für 45 Mark", erinnert sich ihre Nichte Brigitte Böhme. "Aber der Standort war gut, der Busbahnhof nicht weit, rund um den Stuttgarter Platz war 24 Stunden Betrieb."
Herta Heuwer wurde nicht reich, aber ein Haus in Eichkamp konnte sie sich leisten. Böhme: "Im Eichkatzweg 54 habe ich sie oft besucht. 7 Zimmer und ein großer Garten mit Goldfischteich. Tantchen liebte Blumen, aber sie hatte wenig Zeit. Darum waren die Sträuße im Wohnzimmer alle künstlich." Lachend fügt sie hinzu: "Einige der Plastikblumen stehen heute noch in meiner Wohnung." Das Haus in Eichkamp wurde nach Herta Heuwers Tod 1999 verkauft. Böhme: "Es war ein wenig in die Jahre gekommen."
D = Wie viele immergrüne "Pflanzen" stehen im Vorgarten?
Station 5: Kühler Weg 9
Arnold Zweig bewohnte zwei Häuser in der Eichkamp-Siedlung: Das Haus Zikadenweg 59 diente als Wohnsitz, das Gebäude Kühler Weg 9 als Atelierhaus. Dieses Haus wurde 1930-31 von Harry Rosenthal für Arnold Zweig gebaut und steht trotz späterer Umbauten unter Denkmalschutz.
Da Arnold Zweig wegen eines Augenleidens nicht bei künstlichem Licht arbeiten sollte, errichtete Harry Rosenthal ein Gebäude mit einer schlanken Eisenkonstruktion, die es erlaubte, viel Fensterfläche statt fester Wände zu bauen.
Arnold Zweig musste 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen, das Atelierhaus wurde bereits 1938 von Heinrich Kleiner für den Fliegergeneral Leonhard Kaupisch und seine Frau Margarethe Kaupisch umgebaut.
F = Welche Farbe hat der Briefkasten? Die erste Ziffer des Buchstabenwortwerts
Station 6: Zikadenweg 10 (und 12)
Die beiden Haushälften jeweils mit Wirtschafts- und Stallgebäude wurden 1925 vom Architekten OttoPflug errichtet. Beide Gebäude sind als Einzeldenkmale in der Denkmalliste eingetragen.
"Auf die Schnelle" fand ich keine weiteren Angaben zum Architekten.
C = Anzahl der Laternen im Vorgarten, für das Finale eine abziehen
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Formel für die Finalkoordinaten: N52 30. C E B E13 15. F A D
Literatur