Willkommen auf der 3. Runde hier im Dorf. Die Runde macht sich am Besten zu Fuß, oder mit dem Fahrrad.
Beginnen wir mit dem Bahnhof.
Aus einer Meldung des NDR vom 05.05.2015: "Auch durch Groß Laasch zog nach Angaben der Feuerwehr ein Tornado. Dabei wurden drei Häuser, mehrere Autos und ein Lkw teils schwer beschädigt. Ein Haus sei regelrecht explodiert, sagte ein Anwohner. Umherfliegende Trümmerteile trafen Autos. Auf einer Fläche von zwei Hektar wurden Bäume umgeknickt wie Streichhölzer." Die Baumschäden und auch die Art der Gebäudeschäden sind eindeutig und es ist von einem starken Tornado auszugehen.
Vor Trümmern nach dem Tornado
Schweriner Volkszeitung vom 07.05.2015 Von Uwe Khnke
Familie verlor in Groß Laasch beim Unwetter am Dienstagabend ihr zukünftiges Heim
Bjørn Pedersen wühlt in den Trümmern des ehemaligen Bahnhofsgebäudes von Groß Laasch. „Das Haus ist nicht mehr zu retten“, ist er sicher. „60 000 Euro Schaden, und keine Versicherung wird zahlen. Es ist ein Rohbau, und da sind Elementarschäden nicht abgedeckt“, erklärt der Däne.
Eigentlich sollte hier einmal das Zuhause seiner Familie entstehen. Pedersens waren beim Ausbau. Dann kam der Tornado am Dienstagabend über Groß Laasch (SVZ berichtete). Augenzeugen berichten Dramatisches. Demnach hat sich die Windhose nördlich des Bahnübergangs herabgesenkt, ist dann ein ganzes Stück Richtung Süden gewandert, dann umgekehrt und hat den gleichen Weg der Zerstörung zurück genommen. Mittendrin liegt das ehemalige Bahnhofsgebäude. Pedersens hat es am Ärgsten getroffen. Das Gebäude dahinter, in dem jemand anderes wohnt, sieht weniger beschädigt aus. Was wirklich kaputt ist, werden Fachleute ermitteln.
Bjørn Pedersens Hoffnung ist erloschen. Er blickt hinauf in Richtung des Türsturzes, der nur noch lose gehalten wird und demnächst herunterzukrachen droht. „Dann ist der letzte Halt weg und der ganze Teil des Hauses stürzt ein“, so der Familienvater. „Ich bin vom Bau und habe auch schon Tornados erlebt“, erzählt Bjørn Pedersen. „Dass mal ein Dach abgedeckt war, ja, aber solche Zerstörung – das hab’ ich noch nicht erlebt.“
Seine Frau zieht aus den Trümmern einen Kinderroller aus Plastik hervor. „Der hat es überlebt“, sagt sie ein wenig sarkastisch. Gut, dass die Familie bei dem Unglück nicht vor Ort war. Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können – da sind sich die Bürger, die zum Ort des Geschehens gekommen sind, sicher. Eine Frau blickt mit traurigen Augen auf das Trümmerfeld: „Können Sie nicht aufrufen, dass möglichst viele für die Familie, die alles verloren hat, spenden?“, fragt sie den Reporter.
Auch ein Bahnmitarbeiter ist vor Ort. „Ich muss dafür sorgen, dass die Sicherheit der Bahngleise wieder hergestellt wird“, erklärt er. Rechts und links der Bahnschienen liegen noch die umgestürzten Baumstämme, die die Feuerwehr am Abend zuvor notdürftig beiseite geräumt hatte. Sechs Meter rechts und links der Gleismitte dürfen sie nicht liegen bleiben, um nicht erneute Hindernisse zu riskieren.
An anderer Stelle in der Region hat das plötzliche Unwetter weniger dramatischen Schaden angerichtet. In Hornkaten war nach Angaben der Polizei ein Baum ins Kippen geraten und an den Giebel eines Hauses gestoßen. Auch dort habe es jedoch keine Verletzten gegeben. Ansonsten waren vor allem entlang der B 106 mehrere Bäume umgestürzt. In der ganzen Region waren Feuerwehren im Einsatz, um die Straßen zu beräumen