... Sarggruhe
Ob Halloween, Allerheiligen oder Allerseelen, ob eher halligalli oder besinnlich, ob kommerziell oder christlich – eins haben alle gemeinsam: Im Grunde sind es Gedenktage für Verstorbene und somit die Zeit an der die Welten der Toten und Lebenden aufeinanderstoßen.
Passend zu dieser Zeit stieß ich auf dieses eigenwillige Kleindenkmal "Gruhsteine", eine sogenannte "Totenrast". In früheren Zeiten, als schwere Lasten noch mit Rückentragen o.ä. befördert wurden, gab es viele solcher "Ruhesteine" oder "Gruhbänke", die man hin und wieder am Wegesrand sieht. Die Bauern, Weinbauern, Mägde, Knechte und Hausierer stellten ihre Lasten während einer Ruhepause dort ab.
Auch die Steinblöcke an der historischen Wegverbindung "Hoher Weg" sind ein Relikt der Vergangenheit. Die Sulzbacher "Gruhsteine" dienten aber ausschließlich einer Funktion: Hier wurden Särge abgestellt!
Sulzbacher Überlieferungen besagen, dass einst die Verstorbenen aus den Bergteilorten in ihren Särgen zu Fuß in einem Trauerzug nach Sulzbach zum Friedhof heruntergebracht wurden. Sargträger zu sein war zwar eine ehrenvolle, aber auch schweißtreibende Aufgabe. Die Steinpaare entlang des Wegs der Toten zur letzten Ruhestätte boten den Sargträgern die Möglichkeit zur Rast. Hier konnten sie die Särge würdevoll abstellen, sich den Schweiß von der Stirn abwischen und zum letzten Mal vor Erreichen des Friedhofs warten. Wenn einer der Totenträger am Waldrand deutlich mit dem Hut winkte, konnte der Mesner das vom Kirchturm sehen. Mit dem Beginn des Geläuts der Totenglocke setzten die Sargträger dann ihren Trauerzug fort...
Memento Mori – Gedenke, dass du sterblich bist!
Gratulation an die Erstfinder!
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