Skip to content

Bodenerlebnispfad Usedom EarthCache

Hidden : 11/7/2022
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Wird Boden aufgegraben, erhält man ein Bodenprofil. Das Profil besteht aus verschiedenen Schichten, die Horizonte genannt werden. Es gibt drei Bodenschichten: Oberboden (A-Horizont), Unterboden (B-Horizont), Ausgangsgestein (C-Horizont). Diese Horizonte treten in verschiedenen Kombinationen auf und sind durch verschiedene Merkmale, wie etwa die Bodenfarbe, gekennzeichnet. Nach den mineralischen Anteilen unterscheidet man schwere Böden, leichte Böden und Lehm- oder Mischböden.

Der Bodenerlebnispfad Usedom macht mit typischen Böden des norddeutschen Jungmoränengebietes bekannt: Fahlerde, Podsol, Braunerde, Niedermoor, Rendzina, Regosol und Pararendzina. Entlang des Pfades werden die charakteristischen Eigenschaften dieser Bodentypen an Profilgruben sichtbar gemacht und ihre Merkmale auf Infomationstafeln erläutert.

Fahlerde hat eine deutlich saurere Bodenreaktion (pH-Wert) als Parabraunerde, aus der sich der Bodentyp der Fahlerde entwickelt. Der niedrige pH-Wert führt zu einer deutlich stärkeren Tonverlagerung. Dieser Bodenhorizont wird wegen der Auswaschung und Verlagerung von Tonteilchen in tiefere Bodenschichten als Al-Horizont bezeichnet, und ist z. B. charakteristisch für Fahlerde. Dabei steht das ‚A‘ in der Nomenklatur der Bodenhorizonte für mineralischen Oderboden (Anreicherung von Humus im oberen Teil, Auswaschung von Stoffen im unteren Teil)  und ‚l‘ für Lessivierung (Auswaschung von Tonteilchen). Fahlerde ist hauptsächlich unter Löss und Geschiebemergel zu finden, kommt aber aber auch auf lehmigen Sanden vor. Typisch ist der fahlgraue Auswaschungshorizont. Durch versickerndes Niederschlagswasser mit anschließender Versauerung werden die Tonminerale ausgewaschen und unterhalb wieder abgelagert. Deshalb hat die Bodenschicht unterhalb dieses Horizontes einen höheren Gehalt an Ton und Metalloxiden. Die Versauerung führt zu der namengebenden, fahlgrauen Färbung des Bodens. Fahlerden sind Standorte für Buchen, Eichen und Ahorne.

Podsol (aus russisch podzol, deutsch ‚Ascheboden‘; pod ‚unter‘ und zola ‚Asche‘), auch Bleicherde oder Grauerde genannt, ist ein an Nährstoffen armer oder verarmter, saurer Boden. Typisch sind Auswaschungen des Oberbodens, die zu einer aschgrauen, bleichen Färbung führen (deutsche Bezeichnung!). Tiefere Bodenschichten sind grauschwarz und rötlich gefärbt. Podsole entstehen aus Sandstein, Granit oder aus lockeren und ebenfalls quarzreichen Sanden, wie Dünensand. Das quarzreiche Ausgangsmaterial verwittert nur schwer und führt zu einem Mangel an Tonmineralen und zur Bodenversauerung. Dies zieht wiederum die Auswaschung von Eisen, Aluminium und Mangan sowie von Huminstoffen in den Unterboden nach sich. In der Folge bleicht der Oberboden aus und verarmt, während der Unterboden mit metallischen Verbindungen oder Humus wieder angereichert wird. Diese Bodenschicht oder Bodenhorizont wird mit dem Kürzel Bs bezeichnet. Dabei steht das ‚B‘ für den mineralischen Unterboden und das ‚s‘ für die Anreicherung von eingewaschenen Sesquioxiden (Eisen-, Aluminium- Manganverbindungen), der Bs-Horizont ist typisch für Podsol. Auf diesen sauren Böden wachsen vor allem Nadelgehölze.

Braunerde ist ein häufig vorkommender Bodentyp des gemäßigt feuchten Klimas mit der Horizontabfolge: Anreicherung von Humus - Eisenoxidation, Mineralneubildung - wenig oder gar nicht verwitterter loser oder fester mineralischer Untergrund. Typisch sind die Verbraunung und Verlehmung auch im Unterboden. Braunerden entwickeln sich überwiegend aus silikatischem, kalkfreiem oder kalkarmem Ausgangsgestein. Je nach Ausgangsgestein unterscheiden sich Braunerden stark in ihren Eigenschaften. Der Prozess der Verbraunung und die daraus entstehenden charakteristisch braunen Böden sind für Mitteleuropa typisch. Braunerden und Braunerde-Übergangstypen sind in Deutschland sehr weit verbreitet. Hier ist eine interessante Horizontabfolge zu sehen, denn sowohl der Oberboden als auch der Unterboden sind durch frühere Landbewirtschaftung „begraben“, weshalb dieser Bodentyp auch begrabene oder reliktische Braunerde genannt wird. „Reliktisch“ heißt soviel wie „nur noch in Spuren vorhanden“. Der mineralische Oberboden, A-Horizont, wird in diesem Fall näher als Ap-Horizont bezeichnet, wobei das ‚p‘ für Pflügen steht, also für regelmäßige landwirtschaftliche Bearbeitung. Deshalb wird dieser Horizont auch Pflughorizont genannt. Der mineralische Unterboden der Braunerde wird als Bv-Horizont klassifiziert. Dabei steht das ‚v‘ für Verbraunung oder Verlehmung infolge von Eisenoxidation und Mineralneubildung. Dieser Horizont ist typisch für Braunerde. Aufgrund der Tatsache, dass der Ap- und auch der Bv-Horizont hier durch die landwirtschaftliche Bearbeitung „begraben“ wurde, wird den Horizont-Bezeichnungen noch ein „r“ für „reliktisch“ vorangestellt, also rAp- bzw. rBv-Horizont.

Niedermoore entstehen auf Grund einer dauerhaften Grundwasserbeeinflussung im Bereich der Geländeoberfläche. Die Verfügbarkeit von Sauerstoff bestimmt den Abbau organischer Substanz, je feuchter bzw. nasser der Boden ist, desto weniger Sauerstoff steht den Bodenorganismen für den Abbau von Pflanzen(resten) zur Verfügung. Entscheidend für die Niedermoorbildung ist der ständige Wasserüberschuss. Dieser führt zu Sauerstoffmangel, der wiederum einen unvollständigen Abbau abgestorbener pflanzlicher Reste bewirkt. Überwiegt die Zufuhr von Pflanzenstreu, abgestorbenen Pflanzen, Wurzelresten usw. deren Abbau entsteht Torf. Dauert diese Entwicklung jahrhundertelang an, wächst der Torf zu einem Niedermoor heran, das mehrere Meter mächtig werden kann. Hier ist ein typischer Mineralbodenhorizont mit Grundwassereinfluss zu sehen. An dieser Stelle ist die Horizontabfolge Aa – durch Vernässung erfolgte im Oberboden eine starke Humusanreicherung (‚a‘ für anmoorig), es entstand kalkfreier Torf. Darunter haben sich durch Oxidations- und Reduktionsprozesse kalkfreie Horizonte entwickelt, die als G-Horizonte bezeichnet werden, wobei das ‚G‘ für Grundwasser steht; Gor-Horizont: schwach oxidierter Reduktionshorizont, zeitweilig grundwassererfüllt, zeitweise belüftet (‚o‘ für oxidiert; ‚r‘ für reduziert); Gr-Horizont: normalerweise grundwassererfüllt, kaum belüftet (‚r‘ für reduzierend).

Der Begriff Rendzina stammt aus dem Polnischen und ist dem scharrenden Geräusch nachempfunden, das ein Pflug beim Auftreffen auf Festgestein erzeugt. Rendzinen können sich auf carbonat- oder gipsreichem Festgestein oder Lockermaterial bilden. Das mit Abstand häufigste Ausgangsmaterial mit dieser Eigenschaft ist der Kalkstein. Weitere feste Ausgangsgesteine sind Marmor, Dolomit und Gips. Als carbonatreiche Lockergesteine kommen Kreide (z. B. auf Rügen) oder geologisch sehr junge Seekreiden vor. Während der letzten Eiszeit wurden durch das Eis große Mengen an Kreideschollen aus dem Untergrund der Ostsee gerissen und an dessen Rändern wieder aufgetürmt. Für Rendzinen typisch ist ein flachgründiger, humoser Oberboden, der auf einem stark carbonathaltigen Ausgangssubstrat lagert. Der Oberboden wird als Ah-Horizont bezeichnet, wobei ‚h‘ für Humus steht, dessen Anteil bei diesem Horizont typischerweise bei mehr als 30 Masse-Prozent liegen kann. Der darunter liegende mineralische Untergrund aus wenig verändertem Gestein wird als C-Horizont bezeichnet, hier als elC-Horizont, was soviel heißt wie „aus mergeligem, lockerem, grabbarem Lockergestein“ (Mergel ist ein Sedimentgestein aus Ton und Kalk zu je gleichen Teilen).

Regosol (griechisch: rhegos für „Decke, bedecken“) ist ein flachgründiger Boden, der sich in einem frühen Stadium der Bodenentwicklung auf kalkfreiem bis kalkarmem Lockermaterial bildet; dies ist klassischerweise Sand. In Mitteleuropa kommen Regosole nur auf jungen Oberflächen vor, da sie sich im Zug der Bodenentwicklung verhältnismäßig schnell zu Braunerden und Podsolen weiterentwickeln. Längerfristige oder gar dauerhafte Regosole gibt es nur auf erosionsanfälligen Standorten. Das sind in erster Linie Küstendünen im Stadium der Graudüne. Beim Profilaufbau ist die Abfolge eines humosen Oberbodens und eines carbonatfreien, sandigen Ausgangssubstrates typisch. Regosole sind deshalb arm an Nährstoffen und sauer. Aufgrund menschlicher Tätigkeit sind Regosole heute weit verbreitet. An diesem Profil ist die Horizontabfolge Ap - Pflughorizont durch regelmäßige landwirtschaftliche Bearbeitung und ilC – sehr schwach entwickelter Horizont aus grabbarem Lockergestein, zu sehen.

Die Pararendzina ist ein Bodentyp, der sich in einem frühen Stadium der Bodenbildung auf mergeligem Ausgangsmaterial bildet. Dabei kommen feste oder lockere Materialien wie Kiesel- oder Silikatgestein, Lehmmergel oder Löss in Frage. Auf freien Oberflächen kommt es relativ schnell zu einer Besiedlung mit Pionierpflanzen. Wenn sich ein geringmächtiger humoser Horizont gebildet hat, ist das Anfangsstadium der Bodenbildung erreicht. Sobald diese humose Lage eine Stärke von 2 Zentimetern und mehr hat, wird eine Bodenklasse erreicht, zu denen auch die Pararendzina gehört. Im Verlauf kommt es durch Verwitterung zur Verbraunung und Verlehmung und es werden weitere Stadien erreicht, in Mitteleuropa die Braunerde und/oder Parabraunerde. Da mergelige, massive Gesteine selten sind, liegen Pararendzinen fast immer auf Lockermaterialien. Diese sind in Mitteleuropa weit verbreitet, etwa in den Lössgebieten Mittel- und Süddeutschlands sowie auf den mit Geschiebemergel bedeckten Grundmoränenlandschaften in Norddeutschland und im Alpenvorland (z. B. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Allgäu). Interessant ist hier die durch eine frühere, landwirtschaftliche Bearbeitung entstandene Bodenveränderung: So wurden Bestandteile des Untergrundes aus grabbarem Lockergestein (lC-Horizont) und des humushaltigen Oberbodens zu einem gleichmäßig aufgebauten Gemisch verändert (rAp-Horizont; nur noch in Spuren vorhandener Pflughorizont), der jetzt unter einem neuen, durch forstliche Bewirtschaftung humusreichen, mineralischen Oberboden liegt (ah-Horizont). Diese Schichten liegen auf einem mineralischen, wenig veränderten Lockergestein (elC-Horizont).

[Verwendete Quellen: u. a. Wikipedia, Infotafeln des Bodenerlebnispfades Usedom]

Zum Loggen des Caches bearbeitet bitte die folgenden Aufgaben:

• Bei deinem Rundgang auf dem Bodenlehrpfad findest du auf engstem Raum sieben verschiedene Bodenprofile, die die für ihren jeweiligen Standort typische Schichtung / Horizonte aufweisen. Schau sie Dir genau an.

• Wähle drei für dich besonders interessante Profile aus, benenne sie und beschreibe jedes Profil mit eigenen Worten, indem du das Erscheinungsbild der ersten drei Schichten / Horizonte der jeweiligen Profilgrube und ihre Farbe beschreibst.

• Ordne diesen Schichten / Horizonten den Kalkgehalt zu, hierbei können Dir die entsprechenden Info-Tafeln helfen.

• Welche Nutzung (z. B. Wald, Ackerbau, ungenutzt) kann diesen Böden zugeordnet werden?

• Begründe die Verwendung / Nutzung anhand der Bodeneigenschaften (z. B. fruchtbar, unfruchtbar, mäßig feucht usw.)

• Eine tabellarische Übersicht Deiner Feststellungen wäre wünschenswert, ist aber nicht zwingend notwendig.

Wir bitten darum, das JEDER Besucher des Cache seine Antworten an uns schickt,
  auch dann, wenn mehrere   Teams / Teilnehmer den EC besucht haben! Danke!
  Gruppenantworten "Einer für alle" werden nicht akzeptiert!

Über Bilder von Euch und/oder eurem GPS/Mobiltelefon in Eurem Log  vor den Tafeln 1 (Eingang) oder 9 (Ausgang) des Bodenerlebnispfades, würden wir uns freuen.

Schickt uns die Antworten über unser Profil. Ihr könnt sofort loggen, wenn etwas falsch sein sollte, melden wir uns.

 

Additional Hints (No hints available.)