Das war mal der Diebrocker Krug.
Dazu gibt es schöne Geschichten.
Das Gelände muss nicht betreten werden.

Infos aus der NW
Lothar Nenz schreibt: Das Foto zeigt das einstige aus „Haus Diebrock“ an der Kreuzung der Diebrocker und Hausheider Straße. Über 30 Jahre steht der einstige Dorfkrug mit Kegelbahn und Gaststube leer. Als „Haus Diebrock“ war die Gaststätte eigentlich nicht bekannt, die von der Freiwilligen Feuerwehr der einst selbstständigen Gemeinde Diebrock wie von etlichen Vereinen und Kegelclubs als Stammlokal genutzt wurde.
Seinerzeit hatte der Diebrocker Krug noch weiße Sprossenfenster.
Zucht und Ordnung an der Theke.
Die landläufige Bezeichnung für das ländliche Lokal war „Böse Martha“. Und noch knapper traf man Verabredungen bei der „Bösen“ , da brauchte es im Westen der Stadt keine weitere Ortsbeschreibung, jeder wusste was gemeint war. Und dieser Kneipenname kam nicht von ungefähr, denn die resolute Wirtin Martha sah auf Zucht und Ordnung vor der Theke. Und wer sich nicht benahm, konnte schon mal Bekanntschaft mit ihrer Handschrift oder einem fliegenden Bierglas machen...
Bekannt war „Die Böse“ für gepflegtes Bier und hervorragende Mettwurstbrote, wegen derer viele Spaziergänger, Handwerker und Vertreter bei ihr Station machten. Und nach Beerdigungen auf dem nahe gelegenen Diebrocker Friedhof war es üblich, zum anschließenden Kaffeetrinken in den Dorfkrug zu bitten, in dem die belegten Brote und der Platenkuchen Legende waren.
Ende der 70er Jahre, die Wirtin hatte sich zur Ruhe gesetzt, versuchte ein Knilch den Dorfkrug in ein Erotiketablissement zu verwandeln. Ihm war nur mäßiger bis gar kein Erfolg beschieden, denn die Nachfrage nach diesen speziellen Dienstleistungen tendierte stark gegen Null. So sonnten sich die drei Hausdamen bei schönem Wetter hinter dem Haus. Nach nur wenigen Monaten strich der Dienstleister die Segel, und „Haus Diebrock“ befindet sich seitdem im Dornröschenschlaf.
Marianne Ahlers erinnert sich: Mich verbinden damit allerdings keine Kneipenerinnerungen, sondern Besuche im kleinen Kolonialwarenladen, der dort von der Wirtin Martha zusätzlich betrieben wurde. Nach Ladenschluss konnte man noch etwas holen, wenn man was vergessen hatte. Dann allerdings musste man sich in der Wirtschaft melden.
Wir wohnten etwa 100 Meter entfernt vom Krug. Ich war fünf Jahre alt und damit groß genug, zum Laden geschickt zu werden, um das gute Blomenkamp-Brot zu holen. Das Größte dabei war für mich, auf dem Nachhauseweg den Kanten des Brotes anzuknabbern. Zum Laden zog ich, um mir vom Taschengeld das Leben zu versüßen. Auf dem Tresen standen große Gläser, eines davon gefüllt mit roten Himbeerbonbons. Die waren das Ziel meiner Träume. Für ein paar Pfennige bekam ich die Bonbons in einer kleinen Papiertüte überreicht, und lutschend schob ich ab nach Hause.
Erika Stern hat erkannt: Auf dem Foto ist der „Diebrocker Krug“ in Herford-Diebrock zu sehen. Das Gebäude steht lange leer. Ich habe in meiner Kindheit hier die Weihnachtsfeiern erlebt, die vom VDK (Verband der Kriegshinterbliebenen und Kriegsgräberfürsorge) für die betroffenen Familien organisiert waren, in denen Tote, Vermisste oder Kriegsverwundete zu beklagen war. Ich war mit meinen drei Schwestern und meiner Mutter immer da, mein Vater war im Krieg gefallen.Die Weihnachtsfeiern waren immer sehr stimmungsvoll, auch traurig.
Im Volksmund hieß der „Diebrocker Krug“ auch „Krug zur bösen Matta“ (Martha), warum weiß ich nicht.
Rita Frentrup meint: Nicht mehr im Bild zu sehen ist die Mergelkuhle an der Hausheider Straße, dort gehe ich gerne mit dem Hund spazieren und mein Mann hat dort in Kindheitstagen gerodelt.
Rüdiger Wöhler schreibt: Obwohl ich gebürtiger Herforder bin, kenne ich das Gebäude nur als „Ruine“.
Bernd Wilhelms meint: Das aktuelle Bild eröffnet einen melancholischen Blick auf den seit Jahren leerstehenden ehemaligen Diebrocker Krug. Hier herrschte die resolute Wirtin „Böse Matta“. Mir ist folgende Legende in Erinnerung geblieben: Als einmal ein nicht immer zahlungsfreudiger Zecher hereinkam und ein Bier bestellte, fragte ihn besagte Wirtin: „Haste überhaupt Moos?“ Woraufhin der schlagfertige Gast in seine Tasche griff und eine Handvoll frisches Moos auf die Theke legte. Über den Verlust solcher Treffpunkte brauchen wir nicht mehr zu reden.
Klaus-Dieter Stork: Im Volksmund wurde die Gaststätte früher auch „Zur bösen Martha“ genannt. Die Gaststätte verfügte auch über eine Bundeskegelbahn. Die Inhaberin war eine sehr resolute aber auch aufrichtige Frau. Ihr Sohn Gustav ist mit mir in der Herringhauser Kirche konfirmiert worden.
Später haben wir uns bei der Bundeswehr in Augustdorf wieder getroffen. Er war dort als „Küchenbulle“ in der Kantine. Das ehemalige Gaststättengebäude steht seit sehr langer Zeit leer. Der Kastanienbaum und die Litfaßsäule existieren heute noch. Das Foto muß in den 1960er Jahren aufgenommen sein.