In Hamburg sind S- und U-Bahnen sowie ein großes Angebot an Buslinien nicht nur seit der Einführung des 49-Euro-Tickets viel genutzt und beliebt. Was nicht allen bekannt ist: Durch die Elbmetropole fuhren früher sogar auch Straßenbahnen.
Im kleinen Stadtteil Hoheluft-Ost, der südöstlich an Eppendorf anschließt und von den Straßen Falkenried, Lehmweg, Hoheluftchaussee und Eppendorfer Weg eingegrenzt wird, gibt es ein Gelände, das früher ursprünglich aus grasbewachsenen Moor- und Sumpflandschaften bestand, über dem einst Falken kreisten. Hier befindet sich die "industrielle Wiege des Hamburger ÖPNV", denn hier wurde 1880 die Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) gegründet.
12 Jahre später befand sich dort ein auf 10 Hektar angelegter Betriebshof in dessen Hallen sich das nach damaligem Standard größte Depot für Pferdebahnwagons befand. Diese wurden dort aufbewahrt und gepflegt. Neben Verwaltungsgebäuden und Werkswohnungen gab es auch Ställe, in denen bis zu 300 Pferde untergebracht waren.
Ende des 19ten Jahrhunderts wurde nun weltweit von Pferdestraßenbahnen auf elektrische Straßenbahnen umgestellt. In dieser Zeit folgte 1894 die Umstellung des Depots auf eine Produktionsstätte. Um die Jahrhundertwende schließlich hatte die Wagonfabrik Falkenried Hochkonjunktur. Die Produktion war so erfolgreich, dass die Belieferung zunächst deutschlandweit aber auch bald schon in die ganze Welt erfolgte. Bis 1914 wurden um die 6.000 Fahrzeuge jeglicher Art hergestellt.
1918 ging die SEG in den Besitz der Hamburger Hochbahn AG über. In den 1920er Jahren wurden die Werkstätten im Stile der damals modernen Industriearchitektur erneuert und erweitert. Ab den 1950er Jahren jedoch wurde auch im Zuge einer Entscheidung des Hamburger Senats der Ausbau des Bus- und U-Bahnnetzes vorangetrieben, während der Bedarf an Straßenbahnlinien zurückging.
Die bis heute existierende Fahrzeugstätten Falkenried GmbH (FFG) wurde schließlich 1968 gegründet. Ihren Mitarbeitenden verdanken wir heute die Erfindung und Patentierung des Niederflur-Schubgelenkbusses mit Knickwinkelsteuerung (deren Lizenz damals an Mercedes Benz verkauft wurde), die 1975 auch mit dem Start des Sonder- und Spezialfahrzeugbau einherging. Bis heute baut die FFG u.a. Flughafen- sowie Feuerwehrfahrzeuge.
1999 schließlich wurde die Firmenzentrale vom Gelände Falkenried in Hoheluft nach Hamburg-Hummelsbüttel verlegt und das Gelände wurde frei für neue Nutzung. Bis 2004 entstanden im Zuge eines europaweiten Bauwettbewerbs neue Wohn-, Büro- und Gewerbeplätze. Die im Bauwettbewerb vorgegebenen Auflagen sollten eine Bewahrung der historischen Gebäude (zu denen u.a. das denkmalgeschützte Pförtnerhäuschen und das Verwaltungsgebäude gehören) gewährleisten. Viele der neuen Gebäude entstanden entlang einer Straße, die einen Großteil des ehemaligen Werkgeländes einnimmt. Ihr Name soll an die historische Nutzung dieses Areals erinnern: "Straßenbahnring".
Der Cache befindet sich am Eingang zum "Straßenbahnstieg", einer kleinen Sackgasse, die vom Straßenbahnring abgeht. Auf beiden Seiten schauen sich die erhaltenen Fassaden ehemaliger Werkshallen an, hinter denen sich dreigeschossige "Townhouses" hervorheben. Der Zugang zu diesen Wohnhäusern ist gesäumt von Relikten der ursprünglichen Industriearchitektur, die im Zuge der Entkernung der alten Werkshallen gerettet werden konnten. Verantwortlich für diese architektonische Verbindung zwischen historischem Industriecharme und zeitgenössischer, offener Glasfassade ist das Architektur-Büro "Sprengler & Wiescholek" aus Hamburg. Die hier entstandenen 52 Reihenwohnhäuser sind Baujahr 2004.
Viel Spaß und Erfolg beim Suchen.
Bitte tut den Cache möglichst genau an die Stelle zurück, wo ihr ihn gefunden habt, sonst besteht die Gefahr, dass er zu offensichtlich ist.