Der Rodalber Felsenwanderweg
Der Rodalber Felsenwanderweg verläuft auf 45km rund um Rodalben und führt an vielen spektakulären und weniger spektakulären Felsformationen vorbei. Wir haben nur einen kleinen Teil dieses Premiumwanderweges herausgegriffen und dort einen schönen, aber nicht übermäßig spektakulären Felsen ausgesucht. An diesem lässt sich das Phänomen der Schrägschichtungen gut untersuchen. Zudem gibt es hier eine Tischgruppe, wo ihr gemütlich die Antworten formulieren könnt. Solltet ihr den gesamten Felsenwanderweg gehen wollen, empfehlen wir euch GC2GR96 The Loneliness of the Long Distance Cacher.
Der Pfälzer Buntsandstein
Der Buntsandstein, den ihr hier betrachten könnt, entstand vor 251-243 Millionen Jahren, als das Germanische Becken in Mitteleuropa eine Wüstenlandschaft war. Von den höher liegenden Randgebieten dieses Beckens wurde meist durch Wind und manchmal durch Wasser Sand abgetragen, in das Becken transportiert und dort abgelagert. So entstanden bis zu 500 Meter dicke Gesteinsschichten. Die vielen verschiedenen Farben des Gesteins, die diese Buntsandsteinfelsen besonders reizvoll erscheinen lassen, sind auf Eisenoxid zurückzuführen, das in variierender Menge mit dem Sand vermischt ist. Außerdem könnt ihr im Buntsandstein Gesteinspakete mit unterschiedlichen Korngrößen und verschiedener Festigkeit finden, so zum Beispiel tonig gebundenen oder verkieselten Sandstein. Dazwischen finden sich wiederum dünne Schichten von Konglomeratgestein, also zusammengebackenem sehr grobkörnigem Sand.
Später, vor etwa 243-235 Millionen Jahren, wurde das Becken von einem Meer überflutet, dessen Ablagerungen im Muschelkalk zu finden sind. Dieser wurde vor 234–200 Millionen Jahren von Keuperschichten überdeckt. Die Gesteinsfolge Buntsandstein - Muschelkalk - Keuper nennt man den Germanischen Trias.[1]
Da all diese Schichten ganz unterschiedlich verwittern, findet man zum Teil sehr bizarre Felsformationen vor.
Die Schrägschichtung
Schrägschichtungen entstehen, wenn Wasser oder Wind gegen ein Hindernis wie z.B. eine Sandbank oder eine Bodenwelle strömt und dabei die mitgeführten Sedimente vor dem Hindernis (Luvseite) ablagert. Wenn die Strömung die Sedimente über das Hindernis transportiert, rutscht oder fällt das Sediment auf der stets steileren Rückseite (Leeseite) wieder herunter und lagert sich dort ab. Diesen Entstehungsmechanismus kann man in Wüsten, Flüssen, Seen und Meeren gleichermaßen beobachten. Daher sind die dabei entstandenen Schrägschichtungen vor Allem in Sedimentgesteinen wie z.B. Sandstein erhalten. Die Oberkanten der Hindernisse können dabei durch Erosion abgetragen sein und nur der unterhalb gelegene Bereich der Schrägschichtung ist noch erkennbar. Anhand der Ausrichtung der Schrägschichtungen kann man Modelle erstellen, mit deren Hilfe Strömungen, Oberflächenstukturen und Ablagerungsvorgänge zu dem jeweiligen Entstehungszeitpunkt erforscht werden können.[2]
Schrägschichtung kann man nach [2] nach ihrer Schichtdicke einteilen in
- Mikroschrägschichtung (Höhe bis 2 cm)
- kleindimensionale Schrägschichtung (2 bis 20 cm)
- mitteldimensionale Schrägschichtung (20 bis 200 cm)
- großdimensionale Schrägschichtung (2 bis 20 m und mehr)
Der Winkel der Schrägschichtung ist abhängig davon, wie gut die Sedimentteilchen aneinander haften. Sandkörner laden sich in Dünen häufig elektrostatisch auf und haften daher besser aneinander. Windströmungen erzeugen so Winkel von etwa 30°. Im Wasser haften die Teilchen weniger gut aneinander, deshalb bilden sich hier Winkel von nur etwa 15° aus.[2]
Man unterscheidet nach [2] außerdem noch zwischen tafeliger und trogförmiger Schrägschichtung sowie nach [3] einer eher ungeordneten Struktur, die als Beulenrippeln bezeichnet wird:
- planare (oder tafelige) Schrägschichtung (engl. tabular cross-bedding): die Berührungsflächen der einzelnen Schrägschichtungskörper sind eben, entsteht bei geraden Kämmen
- trogförmige Schrägschichtung (engl. trough cross bedding): die Berührungsflächen der einzelnen Schrägschichtungskörper sind gekrümmt, entsteht bei wellenförmigen, gekrümmten Kämmen.
- Beulenrippeln (engl. hummocky cross stratification) sind durch Schrägschichtungslaminen gekennzeichnet, die meist weniger als 10º in unterschiedliche Richtungen einfallen.
Die Aufgaben
Achtung: Maßstab nicht vergessen!
Um diesen Earthcache zu loggen, untersuche zunächst den Felsen südwestlich der Tischgruppe. Du kannst hier deutlich 2 Bereiche mit Schrägschichtungen erkennen, einer in Bodennähe (Bereich A) und einer etwa auf Augenhöhe (Bereich B). Beantworte mit Hilfe obiger Beschreibung folgende Fragen:
- 1) Welche Schichtdicke weisen die beiden Schrägschichtungen auf? Ordne sie nach obiger Tabelle ein.
- 2) Handelt es sich um planare oder trogförmige Schrägschichtungen?
- 3) Welchen Winkel haben die Schrägschichtungen in etwa? Wurden sie also durch Wasser oder durch Wind erzeugt?
- 4) Hatten sie deiner Meinung nach die gleiche Anströmrichtung?
Nun untersuche das Gestein etwas oberhalb und weiter Richtung Tischgruppe (Bereich C). Auch hier findest du Schrägschichtungen.
- 5) Diese Schrägschichtungen sind anders als die vorher betrachteten. Was ist der Unterschied? Wie ordnest du sie ein?
Pflicht: Füge deinem Log ein Foto von dir und / oder deinem GPS am nördlichen Teil der Felsformation an, siehe Beispielfoto.
Sende deine Antworten als mail an flinxinflux@web.de oder verwende das Message Center.
Du kannst dann unmittelbar deinen Besuch loggen, ohne auf eine Antwort von uns zu warten. Sollte es Unstimmigkeiten geben, melden wir uns.
Quellen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Geologie_des_Pfälzerwaldes
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Schrägschichtung
[3] https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/schraegschichtung/14452