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Kapitel I - "La Buse"
Olivier Levasseur, genannt "La Buse", war ein französischer Freibeuter.
Diesen Beinamen - zu Deutsch "Der Bussard" - gab man ihm, da er berüchtigt für die Schnelligkeit war, mit der er seine Feinde attackierte.
Geboren wurde Levasseur um 1690 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs in eine wohlhabende Familie in der französischen Hafenstadt Calais. Als Heranwachsender genoss er eine excellente Ausbildung und avancierte später zu einem Marineoffizier.
Während des Spanischen Erbfolgekriegs (1701-1714) bekam er von König Louis XIV. einen Kaperbrief ausgestellt und wurde Freibeuter im Namen der französischen Krone.
Nach Ende des Krieges wurde Olivier Levasseur nach Hause beordert, schloss sich aber stattdessen 1716 der Piratenkumpanei um Benjamin Hornigold an. Zu dieser Zeit hatte er bereits eine Narbe über dem rechten Auge, die seine Sicht einschränkte.
Nach einem Jahr erfolgreicher Plünderungen trennte sich die Hornigold-Gruppe, und Levasseur beschloss, sein Glück an der westafrikanischen Küste zu versuchen. Im Jahr 1719 operierte er eine Zeit lang zusammen mit Howell Davis und Thomas Cocklyn. 1720 griffen sie den Sklavenhändlerhafen Ouidah an der Küste von Benin an und legten die dortige Festung in Schutt und Asche. Später im selben Jahr erlitt er im Kanal von Mosambik Schiffbruch und strandete auf der Insel Anjouan, einer der Komoren. Sein schlechtes Auge war inzwischen völlig blind geworden, so dass er von nun an eine Augenklappe trug.
Etwa auch ab 1720 startete er seine Raubzüge von einem Stützpunkt auf der Insel Sainte-Marie, direkt vor der Küste Madagaskars, zusammen mit den Piraten John Taylor und Edward England. Sie plünderten zunächst die Laccadiven und verkauften die Beute für 75.000 Pfund (inflationsbereinigt auf 2008: 10.350.000 Pfund) an holländische Händler. Levasseur und Taylor hatten schließlich genug von Englands irischen Manieren und setzten ihn auf der Insel Mauritius aus.
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Kapitel II - Die Nossa Senhora do Cabo
In einen Sturm geraten, war die 800 Tonnen schwere portugiesische Galeone Nossa Senhora do Cabo (Jungfrau vom Kap), die Goa in Indien verlassen hatte und auf dem Weg nach Lissabon war, gezwungen, im Hafen von Saint-Denis auf der Insel Bourbon (dem heutigen Réunion) anzuhalten, um ihre schweren Schäden beheben zu lassen. Der Hauptmast des Schiffes war während des Unwetters gebrochen, die Ruder waren beschädigt und der Rumpf hatte gelitten. Um ein Kentern zu verhindern, waren alle 72 Kanonen von der Mannschaft von Bord geworfen worden. Mit an Bord befanden sich der Vizekönig Indiens und der Erzbischof von Goa.
Weitaus interessanter aber war die Fracht in den Laderäumen, die u. a. aus Schmuck, Perlen, Edelsteinen, Goldbarren und dem Heiligen Kreuz von Goa bestand - Reichtümer in heutigem Wert von ca. 4,5 Milliarden €.
Am 26. April 1720 erreichen die beiden Schiffe der Piraten die Bucht von Bourbon. Levasseur und Taylor kaperten die Nossa Senhora do Cabo, ohne irgendwelche Kanonen abzufeuern und mit minimaler Enteraktion. Die Kaperung wurde später in Robert Louis Stevensons Roman "Die Schatzinsel" von der Figur Long John Silver erwähnt.
Tatsächlich erbeuteten die Piraten an diesem Tag so viel, dass sie sich nicht einmal die Mühe machten, die Menschen an Bord des Schiffes auszurauben. Als die Beute aufgeteilt wurde, erhielt jeder Pirat fast 50.000 Pfund in goldenen Guineas sowie 42 Diamanten pro Kopf. Bevor sich ihre Wege trennten und Taylor auf die Antillen floh, teilten die beiden Kapitäne den Rest der Gegenstände auf und La Buse nahm das massive goldene Kreuz, für das es drei Männer brauchte, um es zum Piratenschiff hinüberzutragen.
Er zog sich später auf die Insel Sainte-Marie zurück und tauchte dort unter.
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Kapitel III - "Mein Schatz demjenigen, der dies versteht!"
Von diesem Zeitpunkt an verschwimmen seine Reisewege. Einigen Quellen zufolge nahm er 1724 das Angebot der französischen Krone an, Piraten zu begnadigen, wenn sie ihre kriminellen Aktivitäten einstellten. Die meisten Piraten auf den Meeren folgten ebenfalls dieser Amnestie und wurden durch die vom französischen König angebotene Gnadenurkunde zu recht friedlichen Bürgern. Ihre Schiffe verrotteten in den Buchten und die Piraterie verschwand weitestgehend.
Olivier Levasseur wollte jedoch nicht die Bedingung einhalten, im Gegenzug seinen Schatz zurückzugeben, und zog es vor, sich in der Bucht von Antongil unter das örtliche Leben zu mischen. Er arbeitete dort u. a. als Schiffslotse, wurde dadurch aber 1729 erkannt. Er soll in der Nähe von Fort Dauphin, Madagaskar, gefangen genommen und dann nach Saint-Denis, Bourbon verbracht worden sein.
Am 7. Juli 1730 um 5 Uhr nachmittags wurde das Todesurteil wegen Piraterie durch den Galgen vollstreckt.
Zeugenberichten zufolge rief er auf dem Schafott: "Mes trésors à qui saura comprendre!" und warf ein Pergament mit einem Kryptogramm in die Menge.
Der Schatz - die größte Beute in der Geschichte der Piraten - wurde bis heute nicht gefunden.
Im Jahr 1923 tauchte ein Papier mit der Kopie des Kryptogramms auf, welches vom Konservator der französischen Nationalbibliothek untersucht, für authentisch befunden und auf das 17. bis 18. Jahrhundert datiert wurde. Texte möglicher Entschlüsselungen sprechen in Rätseln. Das Kryptogramm hat La Buse jedenfalls nicht mit ins Grab genommen - vielleicht aber einen Hinweis auf den Schatz.
Wer in aller Welt könnte jemals dieses Geheimnis lüften, wenn nicht ein Geocacher?
Das Kryptogramm

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