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Der Sandstein und seine Löcher EarthCache

Hidden : 8/15/2023
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Der Sandstein und seine Löcher

 
Wie ihr alle wisst, gibt es recht viel Sandstein auf der Welt. Die Geocacher unter uns, die schon länger dabei sind und den ein oder anderen Earthcache gemacht haben, werden sich an diverse Fragen und Listings zu diesem Thema erinnern.
Hier im Hohnsberg bei Bad Iburg ist einmal Sandstein abgebaut worden. Dieser Sandstein ist feinkörnig und dickbankig, die Farbe ist gelblich bis gelb-rot gefleckt und stammt aus der Unterkreide.
 
Aber wie gelangen die Löcher hier in diesen Sandstein? Diese Frage habe ich mir auch gestellt und so begann meine Recherche. Wir finden hier eine Reihe von Tafoni wieder. Aber was sind Tafoni? Löcher, werdet ihr jetzt natürlich sagen ;-) Stimmt, aber wie entstehen sie? Mein erster Gedanke dazu war, dass es sich nur um Reste von Abbauarbeiten handeln kann, denn solche Löcher entstehen doch nicht einfach so.
 
Oder doch?
 
Der Sandstein hat unterschiedlichste Eigenschaften. Zum Einen kann er sehr hart und fest sein, das sieht man daran, dass damals sehr viele Gebäude mit Sandstein gebaut worden sind. Heute sieht man häufig noch Kirchen, die aus Sandstein bestehen. Schaut da einfach mal genauer hin ;-) Zum Anderen gibt es auch weicheren Sandstein, der eher zur Verzierung genutzt wird. 
 
Aber zurück zu den Tafoni. So ganz ist sich die Wissenschaft nicht einig, wie sie entstehen. Die Einen sagen, dass es ein chemischer Prozess ist, bei dem von innen eine Kernverwitterung stattfindet und die chemisch herausgelösten Bindemittel durch Wasser einfach weggespült werden. Auch Sickerwasser im Gestein verdunstet und setzt eine sogenannte Lösungsfracht an der Oberfläche ab. Von innen beginnt sich das Gestein zu zersetzen und bildet Hohlräume. Die Anderen sagen, dass ausnahmslos die Salzverwitterung der Grund ist, dass Löcher, also Tafoni entstehen. Hier führen unterschiedliche, klimatische Bedingungen und unterschiedliche Voraussetzungen, wie die Zufuhrmöglichkeit von Salzen wie z.B. am Meer (salzhaltige Luft), oder salzreiche Sedimente in und auf dem Sandstein, oder auch die Lage des Sandsteines zu unterschiedlichen Ergebnissen.
 
Normalerweise sind Tafoni kugel- bis nierenförmige Hohlräume, die wenige Zentimeter, bis hin zu mehreren Metern groß sein können. Tafoni können aufgrund der zurückgebliebenen, sogenannten Verwitterungsrinden, auch wie Bienenwaben aussehen, dies ist hier aber nicht der Fall. Die Verwitterungsrinden, wenn es sie gibt, sind aufgrund der rausgelösten Salze härter, als der Sandstein selbst.
 
Ob es auch Tafoni in anderen Gesteinen gibt?
 
Die Frage stellte ich mir auch und ich habe herausgefunden, dass sämtliche Gesteinsarten Tafoni bilden können. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Tafoni bilden, in weicheren Gesteinsarten sehr viel höher.  Dazu kommt noch, dass sich Tafoni auch gerne da bilden, wo unterschiedliche Schichten aufeinandertreffen und somit durchlässiger für Feuchtigkeit sind. Der Sandstein hier vor Ort gehört doch zu den weicheren Gesteinsarten.
 
Ein kleines Extra:
Mars. Hier gibt es spannenderweise auch Tafoni-ähnliche Merkmale. Es sieht so aus, als wenn hier entweder Verwitterung aktiv ist, oder vor Milliarden von Jahren einmal aktiv gewesen sein könnte. Pathfinder hat Aufnahmen gemacht, die eine Rechtfertigung darstellen können, auf dem Mars nach Wasser zu suchen. Auf den Fotos sind sogenannte Wabenformen zu erkennen, die sich eventuell vor langer Zeit gebildet haben, weil es feucht gewesen sein könnte.
 
 
Quelle: http://www.tafoni.com/Locations.html
 
 
 
 
Was finden wir hier vor Ort eigentlich noch vor?
 
Bei genauerer Begutachtung finden wir hier und da komische, weiße Linien in seltsamen Mustern. Im ersten Moment mag man denken, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat und mit Gips Muster auf den Sandstein gebastelt hat. Aber weit gefehlt: Hier waren einst kleine Tierchen am Werk. Es sind Höhlen gebaut worden und mit Schächten verbunden worden. An Gabelungen, wie sie hier zu sehen sind, wird der Durchmesser meist größer. Oftmals sind solche Höhlen und Gänge auf grobkörnigeres Gestein beschränkt. Durch Gravitationsprozesse sind diese Höhlen dann verfüllt worden und somit noch erhalten geblieben, damit wir sie heute bestaunen können. Es gibt unterschiedlichste Tierarten, welche solche Höhlen und Gänge "verursachen", zumeist sind es damals aber Zehenfußkrebse, sogenannte Thalassinoide, gewesen.
 
 
 
Quellen, in denen ihr alles sehr ausführlich nachlesen könnt:
 
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Thalassinoides
 
Quelle: https://fossiilid.info/6697?mode=in_baltoscandia&lang=en
 
Quelle: http://www.tafoni.com/Locations.html
 
Quelle: http://www.tafoni.com/Lithology.html
 
Quelle: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Tafoni
 
Quelle: http://www.geo-iburg.de/sandstein_Hohnsberg.html
 
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Teutoburgerwald-Sandstein

Links auf eigene Gefahr

 
 
 

 

Frage 1: Gehe zu den Listingkoordinaten: Hier siehst du viele Löcher. Wie nennt man diese und wie sind sie entstanden?
 
Frage 2: Gehe zum WP 1: Hier siehst du direkt an der langen Wand Sand auf dem Boden liegen. Was denkst du, wie kommt der Sand dort hin?
 
Frage 3: Fühle den Sandstein an dieser Stelle. Wie fühlt er sich an, ist er weich, oder eher hart, welche Struktur, Korngröße, Farbe hat er? 
 
Frage 4: Untersuche die Gesteinsoberfläche und schätze ein, ob es hier Verwitterungsrinden gibt oder eher nicht. Begründe deine Einschätzung.
 
Frage 5:  Außerdem siehst du hier rechts eine weitere Besonderheit. Was sind diese Linien und wer hat sie dort hinterlassen?
 
Mache ein Foto von dir, deinem Maskottchen oder deinem GPS (oder was du auch immer nehmen möchtest ;-) )  in diesem Steinbruch.
 
 

 

 

 
 
Als Anmerkung möchte ich noch sagen, dass man sich hier ein wenig umsehen sollte, gerade wenn es geregnet hat, könnte hier und da mal Erde oder auch Gestein von oben runterkommen. Daher ist auch hier: Cachen auf eigene Gefahr.
 
 
 
 
Fußnote:

Bankungen: Als Bankung wird in der geologischen Lithologie ein deutlich sichtbares, meist horizontal abgelagertes Schichtgefüge bezeichnet, dessen einzelne Lagen eine Mächtigkeit von 1 cm überschreiten und bis einige Meter erreichen können.

Lithologie: Gesteinskunde

Lösungsfracht: Bezeichnet die Gesamtmenge der im Wasser gelösten Stoffe und kann natürlichen oder anthropogenen Ursprungs sein

Anthropogen: Durch den Menschen beeinflusst, verursacht

Unterkreide: Die Kreide oder Kreidezeit ist das jüngste erdgeschichtliche Zeitalter am Ende des Mesozoikums (Erdmittelalter). Sie begann vor etwa 135 Millionen Jahren (Ende des Jura) und endete vor etwa 65 Millionen Jahren

 

Sediment: Etwas durch Sedimentation entstandenes, besonders Gestein

Sedimentation: Ablagerung von Stoffen, die an anderer Stelle abgetragen oder von pflanzlichen, tierischen Organismen abgeschieden wurden

Gravitationsprozesse : Die Gravitation (von lateinisch gravitas für „Schwere“), auch Massenanziehung oder Gravitationskraft

Additional Hints (No hints available.)