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Die Eisreisenden EarthCache

Hidden : 2/29/2024
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Der Findlingsgarten beim Pommerschen Landesmuseum

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Pommerschen Landesmuseum liegen 13 "Eisreisende": Findlinge aus dem Ostseeraum. Entsprechend ihrer Herkunftsorte wurden sie wie auf einer großen Landkarte auf der Wiese aufgestellt.

Bei diesem Earthcache kannst du etwas dazulernen über:

  • Gletscherbewegungen und Herkunft der Findlinge
  • Kreislauf der Gesteine
  • Entstehung und Zusammensetzung von Granit
  • Entstehung und Zusammensetzung von Sandstein

Der Findlingsgarten ist jederzeit und kostenfrei zugänglich.

Ein Besuch des Pommerschen Landesmuseums ist für diesen Earthcache nicht notwendig, aber allen Interessierten zu empfehlen. In der Dauerausstellung zur Erdgeschichte (im Untergeschoss des Museums) erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über die Entstehung der pommerschen Landschaft, beispielsweise das geologische Profil mit Jahrmillionen alten Gesteinsschichten und landschaftsprägende Auswirkungen der Eiszeit.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise lassen sich auf der Internetseite des Museums herausfinden.

Wann und wie sind Findlinge ins norddeutsche Tiefland gekommen?

Findlinge (auch: Geschiebe oder Gesteinsblöcke) sind Zeugen der Eiszeit, die vor über 500.000 Jahren mit der von Skandinavien ausgehenden Vereisung von großen Teilen des nördlichen Europas begann. Riesige Gletschermassen transportierten gewaltige Mengen an Gestein und Geröll aus Skandinavien Richtung Süden, die nach dem Abschmelzen zurückblieben.
Das Inlandeis dehnte sich in mehreren Vorstößen aus.
An den Rändern der drei Eisvorstöße innerhalb des norddeutschen Tieflandes bildeten sich große Urstromtäler, in denen heute bekannte Flüsse ihr Bett haben. Nach ihnen sind die drei großen Kaltzeiten benannt:

  • Elster-Kaltzeit (400.000 bis 320.000 v. Chr.) - blaue Linie
  • Saale-Kaltzeit (300.000 bis 130.000 v. Chr.) - gelbe Linie
  • Weichsel-Kaltzeit (115.000 bis 10.000 v. Chr.) - rote Linie

Grafik: Schematische Darstellung der jeweils maximalen Gletschervorstöße der drei letzten Kaltzeiten im norddeutschen Tiefland (Quelle: Botaurus / Wikimedia / gemeinfrei)

Jedes Glazial besteht aus mehreren Stadialen (Kältephasen mit Eisvorstoß) und Interstadialen (Wärmephasen). Benannt sind die Kältephasen nach den Typusregionen, deren Landschaften geologisch maßgeblich davon geprägt wurden: In den Weichsel-Kaltzeit heißen diese beispielsweise Brandenburg-Phase (24.000 - 22.000 v. Chr.), Pommern-Phase (18.000 bis 15.000 v. Chr.) oder Mecklenburg-Phase (15.000 bis 13.000 v. Chr.).

Findlinge sind meist innerhalb von Grundmoränenlandschaften vorzufinden und gehören zum Geschiebemergel. Dies ist die Bezeichnung für die Gesamtheit der oft unsortierten Ablagerungen (Sedimente), die durch das Eis transportiert und abgesetzt wurden. Zu diesen Sedimenten gehören vor allem Sand, Kies und Ton, doch ebenso Gesteinsblöcke von unterschiedlicher Größe.

Wie entstehen die unterschiedlichen Gesteinsarten?

Gesteine bestehen aus verschiedenen chemischen Elementen und Mineralen. Entscheidend für ihre Entstehung sind Bewegungen im Erdmantel und der Plattentektonik. Durch das ständige Zusammenwirken mehrerer geodynamischer Prozesse werden Gesteine auf der Erdoberfläche gebildet, verändert, abgebaut und wieder zu neuen Gesteinen. Dieser Zyklus wird Kreislauf der Gesteine genannt. Ein Durchlauf dauert etwa 200 Millionen Jahre.

Zu den wichtigsten geodynamischen Prozessen gehören:

  • Hebung und Senkung (Vertikalbewegungen der Erdkruste)
  • Erstarrung von Magma (Kristallisation)
  • Umwandlung durch Temperatur- und Druckerhöhung (Metamorphose)
  • Verwitterung und Abtragung (Erosion)
  • Ablagerung (Sedimentation)
  • Versenkung und Verfestigung (Diagenese)
  • Aufschmelzung (Anatexis)

Der Kreislauf der Gesteine (Grafik: GeoWiki@LMU)

Ausgehend von der Art ihrer Entstehung werden Gesteine in drei Gesteinsklassen unterteilt:

  • Magmatite (magmatisches Gestein, das durch die Erstarrung von Magma entsteht)
  • Sedimentite (sedimentäres Gestein, das durch Verwitterung, Abtragung, Ablagerung und Verfestigung entsteht)
  • Metamorphite (metamorphes Gestein, das durch Temperatur- und Druckerhöhung, Umwandlung vorhandenen Gesteins und/oder Aufschmelzung entsteht)

Beispiel für Magmatit: Granit

Der Großteil der hier ausgestellten Findlinge besteht aus Granit. Die Namen verweisen auf ihre Herkunftsorte. Granit zeichnet sich durch einen hohen Härtegrad aus. Es ist damit robust und widerstandsfähig genug, um den Transport über weite Strecken und die Belastung der riesigen Eismassen zu überstehen.

Granit (lateinisch "granum" = Korn) zählt zum magmatischen Tiefengestein und ist ein Plutonit. Das Gestein entsteht durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen (Magma). Im Unterschied zu vulkanischen Laven erstarrt das Magma der Plutonite sehr langsam unterhalb der Erdoberfläche in einigen Kilometern Tiefe. Die drei Bestandteile von Granit sind Feldspat, Quarz und dunkle Minerale (Glimmer). Die dazugehörige Eselsbrücke lautet: "Feldspat, Quarz und Glimmer – die drei vergess' ich nimmer“. Die drei Bestandteile haben sehr unterschiedliche Farbeigenschaften:

  • Feldspat ist oft rot bis rötlich, gelblich oder weißlich-grau bis braun, sehr selten blau (undurchsichtig)
  • Quarz ist farblos oder weißlich, teilweise gräulich (durchsichtig)
  • Glimmer ist schwarzbraun bis schwarz

Die Minerale in magmatischen Gesteinen erstarren in unterschiedlichen Phasen (Kristallisation): Glimmer haben den höchsten Schmelzpunkt und erstarren zuerst. Ihre eingelagerten Kristalle bleiben oft kleinblättrig oder kleinstängelig. Als zweites kristallisieren die Feldspäte und wachsen zu mittelkörnigen Kristallen aus. Als letztes Mineral wird Quarz ausgeschieden. Es füllt die noch übrig gebliebenen Hohlräume im Gestein aus. Er bildet keine eigene Kristallform aus, sondern verkittet das mineralische Gemenge zum granitischen Gestein.

Granite können sehr unterschiedlich hinsichtlich Farbe und Körnung auftreten: Das Farbspektrum reicht von hellem oder dunklem Grau bis bläulich, rot und gelblich oder buntkörnig. Es gibt feinkörnige, kleinkörnige, mittelkörnige und grobkörnige Granite. Sehr großkörnige Granite werden auch als Pegmatit bezeichnet. Die Art der Kristallisation, der Mineralgehalt und die auf das Gestein wirkenden Umwelteinflüsse sind bestimmende Faktoren für Aussehen und Struktur eines Granits.

Beispiel für Sedimentit: Sandstein

Sedimentäres Gestein gibt es in diesem Findlingsgarten weniger: Lediglich zwei Exemplare bestehen aus Sandstein, das einen deutlich geringenen Härtegrad als Granit hat. Allgemein sind Sedimentite unter Findlingen relativ selten. Geschiebe müssen sehr hart sein, um die Belastungen durch Gletscherbewegungen zu überstehen.

Sandstein ist ein klastisches Sedimentit (griechisch "klastós" = in Stücke gebrochen / lateinisch "sedimentum" = Satz/Bodensatz bzw. "sedēre" = sich senken/setzen). Sein Name verrät eindeutig, aus welchem Material es hauptsächlich besteht: Sand. Um als Sandstein bezeichnet zu werden, muss das Gestein zu mindestens 50 Prozent aus Sandkörnern bestehen, die eine Größe bis zu 2 Millimeter haben können.
Sand ist eine mineralische Ablagerung, die hauptsächlich aus Quarz besteht. Durch Verwitterung werden die Sandkörner als Lockersediment abgetragen, in Schichten abgelagert und durch den Druck zusätzlicher Schichten zu Gestein verfestigt. Zusätzlich zu Quarz können weitere Minerale (zum Beispiel Hämatit oder Calcit) oder biogene Bestandteile enthalten sein.

Sandstein ist klastisch entstanden, d.h. seine Zusammensetzung ist überwiegend aus Verwitterung hervorgegangen. Das unterschiedet es von chemischen Sedimentiten (entstanden als Resultat chemischer Prozesse, zum Beispiel Rauhwacke) oder biogenen Sedimentiten (entstanden unter der Beteiligung von Organismen wie Pflanzenresten oder Skeletten, zum Beispiel Kalkstein).

Sandstein zeichnet sich hinsichtlich Schichtung, Körngröße und Färbung durch eine große Vielfalt an Erscheinungsformen aus. So können sich innerhalb eines Gesteins gröbere und feinere Korngrößen oder hellere und dunklere Färbungen befinden. Die Schichtung kann beispielsweise klar und gleichmäßig, als Kreuzschichtung oder überlagerte Schichtung auftreten. Sandsteine mit einer besonders grobkörnigen Zusammensetzung werden als konglomeratisch bezeichnet.
Neben einer gleichmäßigen, glatten Schichtung kann die Oberfläche auch durch Ausbleichungsflecken, Wellenrippeln, Konkretionen (unregelmäßige, rundliche Mineral-Aggregate) oder durch Trockenrisse (als Folge vom Austrocknen des wassergestättigten Sediments) geprägt sein.


Aufgaben für diesen Earthcache

Um diesen Earthcache zu loggen, musst du den Findlingsgarten besuchen und folgende Fragen beantworten:

  1. Vor wie vielen Jahren wurden die Findlinge transportiert und hinterlassen? Welche der oben genannten Kaltzeiten ist damit gemeint?
  2. Zu jedem Findling werden vor Ort Gestein, Herkunft und Alter genannt. Welche(s) Gestein(e) ist/sind am ältesten?
  3. Schaue dir die Findlinge aus Revsund-Granit und Vånevik-Granit an. Beschreibe mit eigenen Worten die Oberfläche, Farbe und Körnung von beiden Gesteinstypen. Sind die Granite fein-, klein-, mittel- oder grobkörnig?
  4. Schaue dir die zwei Findlinge aus Sandstein an. Beschreibe mit eigenen Worten die Oberfläche, Farbe und Schichtung von beiden Gesteinstypen. Sind die Sedimente gleichmäßig geschichtet oder konglomeratisch?

Bitte sende mir deine Antworten als Nachricht zu. Du kannst sofort loggen und musst nicht auf eine Logfreigabe warten. Sollte etwas nicht stimmen, melde ich mich.

Kein Muss, aber optional: Gerne kannst du ein Foto von dir (oder deinem GPS, einem Gegenstand mit deinem Profilnamen o.ä.) am Findlingsgarten bzw. Pommerschen Landesmuseum hochladen. Bitte KEIN Foto von einer Informationstafel oder einer Detailaufnahme eines Findlings!

Quellen:

  • Informationsschild vor Ort
  • Pommersches Landesmuseum
  • https://www.lung.mv-regierung.de/insite/cms/umwelt/geologie/geotope/glazial.htm
  • https://geowiki.geo.lmu.de/wiki/Kategorie:Gesteine
  • https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/sammlungen/mineralogische-sammlung/inhalt-der-sammlung/aufbau-der-erde-und-kreislauf-der-gesteine/
  • https://strand-und-steine.de/gesteine/magmatite/granit/granit.htm
  • https://strand-und-steine.de/gesteine/sedimentgesteine/sandstein/sandstein.htm
  • https://www.kristallin.de/einlei.htm
  • https://www.steine-und-minerale.de/magazin/grundlagen/findlinge-verirrte-steine-126.html
  • https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?lang=de&rock=Sandstein

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