Dieser Cache ist Teil einer Reihe von Caches rund um Evangelische Kirchen und Einrichtungen im Burgenland anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Superintendenz Burgenland" im Jahre 2024.
Martin Luthers reformatorische Gedanken kamen bereits in den 1520er-Jahren in die Neuhauser Gegend. Großen Einfluss auf deren Verbreitung hatten die Gutsherren, die in der Herrschaft Neuhaus aus dem böhmischen (protestantischen) Hochadel stammten. Im Jahr 1591 war Neuhaus rein evangelisch. Die Protestanten bauten am Fuße der Burg Dobra/Neuhaus eine Kirche an dem Platz, an dem sich heute der alte evangelische Friedhof befindet.
1640, nach dem Tod Eva Batthyánys, wurde die Neuhauser evangelische Kirche von ihrem Sohn Adam I. Batthyány den Katholiken zugesprochen und verfiel rasch, da es in Neuhaus keine katholischen Gläubigen und auch keinen Priester gab.
1648 erfolgte der Bau einer neuen evangelischen Kirche. Das Baumaterial wurde von der ersten, ab 1591 erbauten und inzwischen sehr baufälligen evangelischen Kirche genommen. Als diese bis zu den Fenstern fertig war, musste der Bau eingestellt werden; erst später erhielten die Evangelischen doch die Erlaubnis, die Kirche fertigzustellen.
Es gab zu dieser Zeit nur 78 Katholiken in der Pfarre, dafür aber 802 Personen, die dem evangelischen Glauben anhängig waren. Auf dem Platz des heutigen katholischen Pfarrhofs wurde eine behelfsmäßige evangelische Kirche errichtet.
Aus der Zeit der Gegenreformation (1555-1648), bis zum Erlass des Toleranzpatents unter Kaiser Joseph II im Jahr 1781, gibt es kaum Aufzeichnungen.
Nach dem Toleranzpatent Joseph II. spielte das Bethaus in Eltendorf für Neuhaus am Klausenbach eine bedeutende Rolle, denn ab dem Jahr 1783 feierten die Neuhauser Evangelischen hier Gottesdienst – ein großer Fortschritt, denn bis zu diesem Zeitpunkt war die nächste evangelische Kirche die hundert Kilometer entfernte Artikularkirche von Nemescsó bei Güns/Köszeg!
1792 wurde die evangelische Gemeinde Neuhaus wiedererrichtet und 171 evangelische Familien schlossen sich ihr an. Graf Maximilian Batthyány spendete den „Schmidt-Garten“ für die Errichtung von Kirche, Pfarrhaus und Schule. Die Schenkung erfolgte mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, „dass, im Falle etwa in künftigen Zeiten, aus Umständen, die man nicht vorsehen kann, dieser Gottesdienst dahier aufhören sollte, soll der Grund und die darauf erbauten Gebäude, da ich die Materialien umsonst dazu hergegeben habe, an mich oder meinen nachkommenden Erben umsonst zurückfallen.“
Im Pfarrgebiet von Neuhaus am Klausenbach, das das gesamte Gebiet des Südburgenlandes südlich der Raab umfasst, leben heute knapp 1.100 Evangelische.