Dieser EarthCache führt dich zur Brüderhöhle im Norden von Halle. Dieser sagenumwobene Ort ist auch geologisch sehr interessant! Wenn du vor dem Eingang der Höhle stehst, dann kannst du viele verschieden große Steine erkennen, die wie eine Art Kuchen zusammengebacken zu sein scheinen. Diese geologische Besonderheit nennt sich Konglomerat. Deine Aufgabe ist es herauszufinden, wie die Steine hierher gekommen sind und welche Kräfte dabei gewirkt haben!
Ein wichtiger Hinweis: Du befindest dich hier im Naturschutzgebiet "Nordspitze Peißnitz". Die offiziellen Wege dürfen nicht verlassen werden.
Bildquelle: Eigenes Foto
Konglomeratgestein
Ein Konglomerat, darunter verstehen wir allgemein den Zusammenschluß verschiedener Dinge. Das können zum Beispiel verschiedene Firmen sein, die sich als sogenanntes Konglomerat zu einer Gesamtfirma zusammentun. Geologisch ist ein Konglomerat ein spezielles Gestein, bei denen viele kleinere Stücke anderer Gesteine fest miteinander "verklebt" sind. Wichtig ist, dass mindestens die Hälfte der enthaltenen Bestandteile rund oder abgerundet sein muss.
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So entsteht das Konglomerat
Konglomerat ist ein sedimentäres (abgelagertes) Gestein, das aus gerundeten Gesteinsbrocken (Kies oder Gerölle) besteht, die durch eine feinkörnige Matrix verkittet sind. Die Größe der Gesteinsbrocken kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern variieren. Die Entstehung von Konglomerat erfolgt in mehreren Schritten:
1. Verwitterung und Abtragung: Gesteine in Gebirgsregionen werden durch verschiedene Prozesse wie Frostsprengung, chemische Verwitterung und Erosion abgetragen. Dabei entstehen Fragmente unterschiedlicher Größe, von feinen Sandkörnern bis hin zu großen Brocken.
2. Transport: Die Gesteinsfragmente. werden durch Flüsse, Gletscher oder Meeresströmungen als "Rolling Stones" transportiert. Während des Transports werden sie durch die Reibung mit dem Untergrund und untereinander abgerundet. Hier an der Höhle besteht dieses Geröll aus Rhyolith, bzw. Porphyr
3. Ablagerung: In ruhigen Gewässern, wie zum Beispiel in Seen oder an Küsten, sinken die Gesteinsfragmente zu Boden. Die gröberen Fragmente sedimentieren dabei zuerst, die feineren später.
4. Verfestigung: Im Laufe der Zeit werden die Sedimente durch den Druck der darüber liegenden Schichten verdichtet. Die Porenräume zwischen den Gesteinsfragmenten füllen sich mit Wasser an, in dem gelöste Mineralien enthalten sind. Diese Mineralien kristallisieren aus und bilden so die Matrix, die die Gesteinsfragmente fest miteinander verkittet.
Die Matrix
Die sogenannte Matrix ist der feinkörnige Anteil eines Konglomerats, der die Gesteinsbrocken umgibt und verkittet. Sie besteht meist aus Kalkstein, Ton oder Kieselsäure. Die Zusammensetzung der Matrix kann je nach Entstehungsort des Konglomerats variieren. Die Matrix spielt eine wichtige Rolle für die Festigkeit und Stabilität des Konglomerats. Je fester die Matrix ist, desto widerstandsfähiger ist das Gestein gegenüber Erosion und anderen Belastungen.
Die Aufgaben für diesen EarthCache
1. Beschreibe wie stark oder schwach die Rundung des Gerölls im Konglomeratgestein an der Brüderhöhle ist. Sind die Steine stark oder schwach abgerundet?
2. Aus dem Grad der Abrundung läßt sich schließen, wie lange das Geröll durch den Fluß damals transportiert und dabei rundgeschliffen wurde. War das sehr lange und intensiv, oder eher kurz und schwach?
3. Suche das größte Stück Geröll rechts vom Eingang der Höhle aus gesehen. Beschreibe seine Form und Farbe und miss oder schätze seine Höhe und Breite.
4. Mach ein Foto von deinem GPS-Gerät oder einem persönlichen Gegenstand im Höhleneingang.
Du kannst diesen EarthCache sofort loggen. Sollte bei den Antworten etwas nicht stimmen, dann melde ich mich.

Viel Spaß mit den "Rolling Stones" im Amselgrund wünscht gagarin
