Dieser Cache ist Teil einer Reihe von Caches rund um Evangelische Kirchen und Einrichtungen im Burgenland anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Superintendenz Burgenland" im Jahre 2024.
Als Stadtdorf von Sopron/Ödenburg kam Mörbisch schon sehr früh in Berührung mit der Lehre Martin Luthers. Unterbrochen von Zeiten der Gegenreformation, in denen der evangelische Glaube verboten war, gibt es seit ungefähr 450 Jahren, jedenfalls seit 1578, eine evangelische Gemeinde und evangelische Gottesdienste in Mörbisch und schon kurze Zeit später auch eine evangelische Schule.
Ein entscheidendes Datum für die Evangelischen, die von 1584 bis 1606 und von 1674 bis 1781 ihren Glauben nur im Verborgenen leben konnten (Geheimprotestantismus) war das Toleranzpatent Josephs II. im Jahr 1781, das – wenn auch eingeschränkt – unserer Konfession die Religionsausübung wieder gestattete. Bei einer Einwohnerzahl von 600 im damaligen Mörbisch bekannten sich mehr als 100 Familien zum evangelischen Glauben.
1785 wurde die Pfarrgemeinde neu gegründet, 1786-1790 ein Pfarr- und Schulhaus gebaut, 1792 wurde die Kirche als Bethaus ohne Turm errichtet; alle Bauten mussten von den Gemeindegliedern finanziert werden. Eine Besonderheit unserer Kirche ist der Kanzelaltar. Er betont – der lutherischen Theologie entsprechend – die Verbindung von Wort und Sakrament. Auf unserem Kanzelaltar findet sich ein Relief aus der Erbauungszeit der Kirche, das Jesu Gleichnis vom Sämann darstellt.
1854 wurde der Kirchturm im neugotischen Stil fertig gestellt. Mit dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich 1921 verloren die evangelischen Gemeinden rund um Sopron/ Ödenburg ihre kirchliche Heimat. Seither gehört die Pfarrgemeinde Mörbisch zur Evangelischen Kirche in Österreich. Im Jahr 1967 wurde die Kirche erweitert und erhielt den Namen Christuskirche. Aus dem Jahr 1976 stammt das Altarbild unserer Kirche, das Gerhard Gloser, ein Schüler von Anton Lehmden gemalt hat. Es zeigt den auferstandenen Christus.