Zum 70igsten Geburtstag meines Vaters haben die Enkel einen Geocache für ihn gebaut. Mein Vater hat sich den Ort des Caches ausgesucht und möchte etwas zur Geschichte dieses Ortes erzählen.
Spiess-se Dränk
Vor langer Zeit gab es in Hetzerath einen Bauernhof, den man Hetzerather Hof nannte. Den Kreuzherren von Hohenbusch gehörte dieser Hof, den sie an einen Bauern bis zur Auflösung des Klsoters im Jahre 1802 durch Napoleon I. verpachtet hatten. In einer Urkunde vom 26.August 1802 steht, dass der Marschall Luis Alexander Berthier, der Prinz von Wagram und Neuchatel war, den Hetzerather Hof als Ehrengeschenk von seinem persönlichen Freund NaopoleonI bekommen hat. Er wurde später an den Sohn des Domänenverwalters Ferdinand-Jose-Ludwig-Maria Spiess verkauft. So kam der Hetzerather Hof, der schon sehr alt war (erste geschichtliche Nennung 1148), in den Besitz der Familie Spiess. Seitdem nennt man den ehemaligen Hetzerather Hof: Spiess Hof.
Da es in der Zeit des 18. und zu Begin des 19. Jahrhunderts oft zu Bränden kam, hervorgerufen durch das Heizen mit Holz und Kohle, dürfte es am Spiess Hof nicht an einem Feuerlöschteich fehlen. Er befand sich gegenüber der Scheuneausfahrt zu den Wiesen und wurde durch das Regenwasser des Hofes gespeist. Da an dieser Stelle die Bodenschichten aus Ton und Kleie waren, blieb das Wasser in diesem Becken stehen und diente dem Wiedevieh als Tränke. Sie konnten ihren Durst, von der grünen Wiese aus kommend, direkt an dem klaren Wasser des Teiches stillen. Das Ufer war zum Teil mit Schilf bewachsen und darin konnten sich die Enten bei drohender Gefahr verstecken.
Die Spiess-se Dränk diente also den Tieren als Tränke, den Hetzerathern u.a. als Feuerlöschteich. Frösche und Kröten, Enten und Gänse waren dort zu Hause. Den Hetzerathern Bewohnern diente er damals als Naturpark, denn am Teich entlang führte ein Weg vom Spiess Hof zur St. Josef Kapelle in der Dorfmitte.
Im Verlauf der Geschichte wurde die Spies-se Dränk noch anderen Zwecken zugeführt. Wer Interesse an der Hetzerather Dorfgeschichte hat, findet im Dorfarchiv weitere interessante Informationen. Geöffnet hat dieses montags von 17 bis 18 Uhr und befindet sich im Turm der Hetzerather Dorfkirche.