English version below

Zugang
Dieser Cache befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet. Das Verlassen der Wege ist nicht nötig und unerwünscht. Bitte geht mit der Umgebung verantwortungsvoll um, damit diese Schönheit erhalten bleibt.
Der Earthcache kann von der Bergstation der Lünerseebahn aus gelöst werden (T1), die Wanderung um den See (6 km, 2 h) ist aber sehr zu empfehlen und hilft bei einigen Aufgaben. In jedem Fall ist die Verwendung eines Fernglases sinnvoll!
Mit der Lünerseebahn kommt man von Mitte Mai bis Mitte Oktober gemütlich vom Parkplatz zum See hoch. Genaue Öffnungszeiten und Status sind auf der Webseite www.luenersee.at einsehbar. Oder man nimmt kostenlos die 450 Höhenmeter zu Fuß auf sich. Dies benötigt etwas Kondition und ist bei Schnee nicht zu empfehlen. Die Schattenlagantstraße zur Talstation ist zudem im Winter oft ab Brand gesperrt.
Und nun zum Cache. Viel Spaß!

© qwesy qwesy, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Auf knapp 2000 m Höhe findet man den Lünersee – den größten und schönsten Hochgebirgssee Österreichs. Das leuchtend blaue Wasser bildet einen starken Kontrast zum umliegenden kargen Gebirge. Der See scheint nur durch eine dünne Felswand (Talstufe) zurückgehalten zu werden, auf der sich die Bergstation der Seilbahn befindet. Aber wie konnte hier überhaupt ein See entstehen?
Gletscher als Seenmacher
Der Lünersee verdankt seine Entstehung dem Gletscher, der hier einst die Landschaft dominiert hat. Unter dem Druck des sich bewegenden Gletschereises wird die Landoberfläche erodiert. Lockeres Gesteinsmaterial wird als Grundmoräne in die Unterseite des Gletschers aufgenommen und trägt dazu bei, den Felsuntergrund schleifend zu bearbeiten und zu glätten (Gletscherschliff).
Auch kann nachgiebiges Gestein mit der Zeit abgesenkt werden. Anderorts findet eine Hebung der Landschaft statt, weil sich der Untergrund Jahrtausende nach der Absenkung wieder entspannt.
Am Rand früherer Gletscher findet man auch häufig Seen, deren Becken durch eine vorstoßende Gletscherzunge ausgegraben wurde und sich dann beim Rückzug des Gletschers mit Wasser gefüllt hat.

© J. Garschhammer via schaetze-der-eiszeitlandschaft.de
Der See ist also hauptsächlich durch das Schleifen des Gletschers unter hohem Druck entstanden. Diese Erklärung wird auch durch charakteristische Formen auf der Talstufe (der natürliche Damm, auf dem die Bergstation steht) unterstützt.
Rundhöcker
Schleift ein Gletscher mit mäßiger Geschwindigkeit über Gestein, so entsteht mitunter eine charakteristische Rundhöckerform. Auf der Seite, von der der Gletscher kommt, führt der höhere Druck zum Anschmelzen des Eises und ein Gleitfilm entsteht, der das Gestein vor Erosion schützt. Eine stromlinienförmige Kuppe entsteht.
Auf der Rückseite hat der Gletscher einen geringeren Druck und kann anfrieren und bei Weiterbewegung Stückchen aus dem Stein herausreißen. Somit entsteht auf der Rückseite eine zerklüftete, rissige Oberfläche.

Skizze: © Jasmin Ros, Sunspeanzler, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons, gespiegelt
Fotografie: Jynto, Public domain via Wikimedia Commons
Ungereimtheiten mit dieser Erklärung
Dass der Lünersee durch Gletscherschliff entstanden ist, wirkt wie eine sinnvolle Erklärung. Betrachtet man jedoch eine Tiefenkarte des Sees, fällt eine Besonderheit auf, die sich alleine dadurch nicht erklären lässt.
„Trotz der fesselnden Eigenart der Landschaft fühlt man sich schon im Genuss der ersten flüchtigen Umschau gestört und beunruhigt durch die Ahnung, dass sich das von der Karte erregte Vorurtheil über die Entstehung des Seebeckens mit den von der Natur gebotenen Merkmalen nicht wird in Einklang bringen lassen.“ (Löwl, 1888)
Erwartung
Bei einem allein durch den Gletscher geformten Lünersee wäre zu erwarten, dass der See etwa gleichmäßig tief geformt ist und der tiefste Punkt am Südwestende liegt, wo der Hauptgletscher von der Schesaplana herunter in das heutige Seebecken geflossen sein muss. Dort, wo der Gletscher von weiter oben in einem relativ steilen Winkel herabfließt und auf das flache Seebecken trifft, wäre der Druck nämlich am größten.
Der langsamer fließende Gletscher im Seebecken würde den nachkommenden schnelleren, steileren Gletscher ausbremsen und für den Aufbau von hohem Druck sorgen, der mehr Gletscherschliff im südlichen Teil des Sees verursacht hätte. Dort wäre der tiefste Punkt des Sees demnach zu erwarten.
Am Nordende würde man dank des relativ geringen Drucks mit einer geringen Wassertiefe und einer flachen Uferböschung rechnen, wo der Gletscher leicht die Talstufe überwinden und weiter ins Tal fließen könnte.
Tatsächliches Tiefenprofil

Karte: © Österreichisches Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, CC BY 4.0 via maps.bev.gv.at
Skizze: Bild aus dem Artikel von Schardt und Arni (1926)
Die Tiefenkarte weicht im Nordteil jäh von der Erwartung ab. Der Seeboden stürzt direkt südlich des Staudamms steil in die Tiefe und erreicht seinen tiefsten Punkt bei erstaunlichen 139 m Tiefe. Macht es schon die schiere Tiefe unwahrscheinlich, dass der Nordteil des Beckens ein Werk des Gletschers ist, so schließt die Lage der tiefsten Stelle diese Annahme vollends aus.
Der Südteil des Sees ist wohl durch Gletscherschliff entstanden, beim Nordteil hat irgendetwas zusätzlich bei der Entstehung mitgewirkt. So könnte die geräumige Mulde etwa durch einen Einbruch, eine Verwerfungsspalte oder die Bildung eines Trichtersees entstanden sein.
Aufgaben
1. Sieh dich um (bestenfalls mit Fernglas): Erkennst du Spuren des Gletschers an den Bergen? Warum sind diese wohl heutzutage nicht mehr deutlich zu erkennen?
2. Wie erkennt man trotzdem anhand der Landschaftsform, von wo der Hauptgletscher auf das Seebecken getroffen ist?
3. Erkläre anhand des Listings in eigenen Worten: Warum kann der See nicht alleine durch Einwirkung des Gletschers entstanden sein?
Schardt und Arni (1926) vertraten die Theorie, dass der See sich ursprünglich weiter nach Osten erstreckt hat und unterirdisch ins Rellstal abgeflossen ist, das hinter dem Bergsattel („Lünerkrinne“) liegt (siehe Bild). Der Abfluss sei dann durch einen großen Felssturz verschüttet worden, der die heutige Augstenkumme geformt hat.

© Herbert Heim, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons, bearbeitet
4. Welche Landschaftsmerkmale der Augstenkumme sprechen augenscheinlich für diese Theorie?
5. Findest du die Theorie plausibel? Begründe deine Entscheidung (alle Antworten sind richtig).
6. Nimm ein Foto von dir oder deinem Cachernamen (z. B. auf die Hand geschrieben) mit dem Lünersee im Hintergrund auf.
7. Freiwillige Bonusaufgabe: Halte auf dem Rückweg nach der Form von Rundhöckern auf der Talstufe Ausschau und beschreibe deine Beobachtungen.
Sende mir die Antworten (ohne Foto) per GC-Mail oder Nachrichtenzentrum und hänge das Foto an den Log an. Du darfst sofort loggen, bei Fehlern melde ich mich zurück. Logs ohne zugehörige Antwort oder Foto werden gelöscht.
Banner
Wenn du dieses Banner in dein Profil aufnehmen möchtest, kannst du es unter https://www.geocaching.com/account/settings/profile bearbeiten (Source-Modus) und den folgenden HTML-Code hinzufügen:
<p><a href="https://coord.info/GCB0DEN"><img src="https://img.geocaching.com:443/7ac7b95d-8dca-40c6-8141-93f68c3206a6.jpg" style="width:600px;" /></a></p>

Quellen
- Dr. Ferdinand Löwl von Lenkenthal (1888): Der Lüner See. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Band 19, S. 25–34. DÖAV, München.
- Schardt, Arni (1926): Über die Entstehung des Lünersees im Rätikon. Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, Band 71/3-4, S. 269–290. NGZH, Zürich.
- Gams (1929): Die postarktische Geschichte des Lüner Sees im Rätikon. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Band 79, S. 531–570. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Reithofer, Schmidegg, Oberhauser (1964): Exkursion Ⅲ/1: Rätikon. Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, Band 57, Heft 1, S. 233ff. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Oberhauser (1986): Exkursionsführer – 4. Wandertagung 1986 der Österreichischen Geologischen Gesellschaft. S. 98f. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Ahnert (2009): Einführung in die Geomorphologie, 4. Auflage, S. 308f. Ulmer, Stuttgart.
- https://www.scinexx.de/dossierartikel/gletscher-als-seenmacher/
- https://schaetze-der-eiszeitlandschaft.de/geostruktur/eisrand-und-stammbeckenseen-des-inngletschers/
- https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/rundhoecker/6789

Access
This cache is located in a landscape protection area. Leaving the designated paths is neither necessary nor desired. Please treat the environment responsibly to help preserve its beauty.
The EarthCache can be solved from the top station of the Lünerseebahn cable car (T1), but the hike around the lake (6 km, 2 h) is highly recommended and will help with some of the tasks. In any case, using binoculars is recommended!
The Lünerseebahn cable car operates from mid-May to mid-October, offering a convenient ride from the parking lot to the lake. Exact operating times and current status can be found on www.luenersee.at. Alternatively, you can tackle the 450-meter elevation gain on foot for free. This requires some stamina and is not recommended in snowy conditions. Additionally, the road leading to the parking lot is often closed in winter starting from Brand.
Have fun!

© qwesy qwesy, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
At nearly 2000 meters above sea level, you will find the Lünersee (German See = lake) – the largest and most beautiful high mountain lake in Austria. The brightly blue water forms a striking contrast to the surrounding barren mountains. The lake appears to be held back only by a thin rock wall (valley step), on which the cable car's mountain station is located. But how could the lake form here in the first place?
Lake formation through glaciers
The Lünersee owes its formation to the glacier that once dominated this landscape. Under the pressure of moving glacial ice, the land surface is eroded. Loose rock material is incorporated into the glacier's base as ground moraine, helping to grind and smooth the bedrock (glacial abrasion).
Soft rock can also subside over time. In other areas, the landscape is rising as the ground relaxes thousands of years after the initial subsidence.
Additionally, lakes are often found at the edges of former glaciers, where advancing glacier tongues carved out basins that later filled with water as the glacier retreated.

© J. Garschhammer via schaetze-der-eiszeitlandschaft.de
The lake was mainly formed by the grinding of the glacier under high pressure. This explanation is supported by characteristic features observed on the valley step (the natural dam the mountain station is located on).
Roche moutonnée
When a glacier moves over rock at a moderate speed, it can create a characteristic roche moutonnée formation. On the side the glacier comes from, the higher pressure causes the ice to melt slightly, forming a lubricating film that protects the rock from erosion. This results in a streamlined, smooth hump.
On the lee side, where the glacier exerts less pressure, the ice can freeze onto the rock. As the glacier continues to move, it tears pieces of rock away, creating a rough, fractured surface on the backside.

Illustration: © Jasmin Ros, Sunspeanzler, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons, mirrored
Photo: Jynto, Public domain via Wikimedia Commons
Inconsistencies with this explanation
The explanation that the Lünersee was formed by glacial abrasion seems quite plausible. However, when examining a depth chart of the lake, a strange feature emerges that cannot be fully explained by this process alone.
“Despite the captivating peculiarity of the landscape, one is disturbed and disquieted, even at the first fleeting glance, by a foreboding sense that the suppositions drawn from the map concerning the lake basin's origin shall find no harmony with the features provided by nature.” (Löwl, 1888, freely translated)
Expectation
If the Lünersee were formed solely by glacial activity, one would expect the lake to have a relatively uniform depth, with the deepest point located at the southwestern end, where the main glacier must have flowed into the present-day lake basin. At this point, where the glacier descended from higher altitudes at a steep angle and met the flat lake basin, the pressure would have been greatest.
The slower-moving glacier within the basin would have been slowed further by the faster, steeper glacier following behind, building up high pressure. This would have resulted in more pronounced glacial abrasion in the southern part of the lake, forming its deepest point there.
At the northern end, with relatively low pressure, one would expect shallower water and gently sloping shores, enabling the glacier to easily overcome the valley step and flow further down into the valley.
Actual depth profile

Map: © Austrian Federal Office of Metrology and Surveying, CC BY 4.0 via maps.bev.gv.at
Illustration: Image from the article of Schardt and Arni (1926)
The depth chart diverges sharply from expectations in the northern part of the lake. Just south of the dam, the lakebed plunges steeply and reaches its deepest point at an astonishing 139 meters. The sheer depth alone makes it improbable that the northern part of the basin is the sole work of glacial activity, and the location of the deepest point definitively rules out this assumption.
While the southern part of the lake was formed through glacial abrasion, the northern part must have been shaped by an additional process. The spacious depression could have been created by a collapse, a fault line, or the formation of a funnel lake.
Tasks
1. Look around (optimally with binoculars): Can you spot traces of the glacial abrasion on the mountains? Why might they not be clearly visible nowadays?
2. How can you still determine from the shape of the landscape from where the main glacier flowed into the lake basin?
3. Explain in your own words, based on the listing: Why can't the lake have been formed solely by the glacier's influence?
Schardt and Arni (1926) proposed the theory that the lake originally extended further east and drained underground into the Rellstal valley, which lies behind the mountain saddle (“Lünerkrinne”) (see image). The outflow was then blocked by a large rockfall, which formed the present Augstenkumme.

© Herbert Heim, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons, edited
4. What landscape features of the Augstenkumme seem to support this theory?
5. Do you find this theory plausible? Justify your decision (all answers are correct).
6. Take a photo of yourself or your GC name (e.g. written on your hand) with the Lünersee in the background.
7. Optional bonus task: On the way back, look for the shape of roche moutonnées on the valley step and describe your observations.
Send me your answers (without the photo) via GC Mail or Message Center and attach the photo to the log. You may log immediately; I will get back to you in case of errors. Logs without the corresponding answer or photo will be deleted.
Banner
If you'd like to include this banner in your profile, you can edit it under https://www.geocaching.com/account/settings/profile (Source mode) and add the following HTML code:
<p><a href="https://coord.info/GCB0DEN"><img src="https://img.geocaching.com:443/3f430022-e9b6-4742-9e59-dac6aeeb4753.png" style="width:600px;" /></a></p>

Sources
- Dr. Ferdinand Löwl von Lenkenthal (1888): Der Lüner See. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Band 19, S. 25–34. DÖAV, München.
- Schardt, Arni (1926): Über die Entstehung des Lünersees im Rätikon. Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, Band 71/3-4, S. 269–290. NGZH, Zürich.
- Gams (1929): Die postarktische Geschichte des Lüner Sees im Rätikon. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt, Band 79, S. 531–570. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Reithofer, Schmidegg, Oberhauser (1964): Exkursion Ⅲ/1: Rätikon. Mitteilungen der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, Band 57, Heft 1, S. 233ff. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Oberhauser (1986): Exkursionsführer – 4. Wandertagung 1986 der Österreichischen Geologischen Gesellschaft. S. 98f. Geologische Bundesanstalt, Wien.
- Ahnert (2009): Einführung in die Geomorphologie, 4. Auflage, S. 308f. Ulmer, Stuttgart.
- https://www.scinexx.de/dossierartikel/gletscher-als-seenmacher/
- https://schaetze-der-eiszeitlandschaft.de/geostruktur/eisrand-und-stammbeckenseen-des-inngletschers/
- https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/rundhoecker/6789