Der Treidel- und Leinenpfad zwischen Loschwitz und Pillnitz
Der Treidel- oder Leinenpfad entlang der Elbe zwischen Loschwitz und Pillnitz ist ein bedeutendes kulturgeschichtliches Zeugnis früherer Schifffahrt und menschlicher Arbeitskraft. Er verläuft auf dem Elbdamm, der um das Jahr 1870 aus massiven Sandsteinquadern befestigt und gepflastert wurde. Der Weg erinnert an eine Zeit, in der die Schiffe noch ohne Motoren unterwegs waren und allein vom Wind oder – wenn dieser ausblieb – von Menschenkraft bewegt wurden.
Was ist Treideln?
Das sogenannte Treideln (von mittelhochdeutsch treideln = ziehen, schleppen) war eine bis ins 19. Jahrhundert gebräuchliche Methode, um Lastkähne flussaufwärts zu bewegen. Dabei wurden die Schiffe mit langen Leinen – daher der Name Leinenpfad – von Männern, den sogenannten Treidlern oder in Sachsen auch Bomätschern, vom Ufer aus gezogen.

Die Bomätschter, nach einer Zeichnung von Erwin Oehme, Repro: Gruner, Chronik von Blasewitz; (Quelle:Der Treidelpfad | Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V.)
Diese Arbeit war mühsam und gefährlich: Oft mussten 10 bis 40 Männer, barfuß, gebückt und in langen Reihen, die schweren Frachtschiffe stromaufwärts ziehen. Bei schlechtem Wetter, aufgeweichtem Boden oder glatten Ufersteinen war die körperliche Belastung enorm. Dennoch war diese Tätigkeit für lange Zeit ein wichtiger und angesehener Beruf, da sie den Flusshandel überhaupt erst möglich machte. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts verlor das Treideln jedoch zunehmend an Bedeutung.
Der historische Ausbau des Pfades
Der Ausbau der Elbuferbefestigung im Dresdner Raum begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1851 und 1854 wurde das Loschwitzer Ufer mit einem neuen Deckwerk versehen. In den Jahren 1862 bis 1865 folgten die Abschnitte in Niederpoyritz und Hosterwitz bis hin nach Pillnitz. Schließlich wurde von 1865 bis 1868 der Teil in Wachwitz errichtet.
Nach rund 15 Jahren Bauzeit entstand ein beeindruckendes technisches Bauwerk – der „alte, neue“ Treidelpfad –, der heute als historisches Denkmal an diese Epoche erinnert.
Spuren der Geschichte
Entlang des Pfades finden sich noch heute alte Ringsteine mit eisernen Ösen, an denen einst die Leinen der Treidelschiffe befestigt wurden. Ebenso wurden Profilsteine entdeckt, die der Vermessung und Kennzeichnung dienten. Diese Einritzungen und Steine sind wertvolle Zeugnisse der Arbeitsweise jener Zeit und machen den Weg auch aus archäologischer Sicht bedeutsam.



Wiederentdeckung und Pflege des Pfades
Nach Jahrzehnten des Zuwucherns wurde der Pfad Anfang der 2000er Jahre mit großem Engagement wieder freigelegt. Der Wachwitzer Anwohner Michael Dilger begann 2001 eigenhändig mit der Freilegung des historischen Sandsteinpflasters. Nach der Flut 2002 setzten er und ehrenamtliche Helfer ihre Arbeit fort. Ab 2004 wurden auf Initiative des Ortsamtes Loschwitz bis zu fünf ABM-Mitarbeiter eingesetzt, um den Weg systematisch zu restaurieren. Bis 2005 waren bereits rund 1,3 Kilometer des Pfades zwischen Loschwitz und Wachwitz wiederhergestellt.
Der Pfad heute
Im Jahr 2023 gründete der Verein Männernetzwerk Dresden die Projektgruppe Treidelpfad, um die Pflege und Begehbarkeit des historischen Weges weiter zu sichern. Mit Unterstützung des Stadtbezirksbeirats Loschwitz wurden Hinweistafeln aufgestellt, die Spaziergänger über die Geschichte des Pfades informieren.
Die Tafeln erläutern anschaulich die Arbeit der Treidler und erinnern an deren besonderen Beitrag zur Elbschifffahrt. Die Mitglieder des Vereins kümmern sich um Markierungen, regelmäßige Pflege und laden interessierte Bürger zu gemeinsamen Arbeitseinsätzen ein.
Ein Weg mit Geschichte
Heute ist der Treidel- und Leinenpfad zwischen Loschwitz und Pillnitz ein beliebter Spazierweg entlang der Elbe. Er verbindet landschaftliche Schönheit mit einem eindrucksvollen Stück Technik- und Sozialgeschichte. Wer den etwa 6 Kilometer langen Weg entlangläuft, kann an mehreren Stellen noch originale Steine und Spuren vergangener Jahrhunderte entdecken – stille Zeugen einer Zeit, in der Muskelkraft die Schiffe zog und der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes „den Fluss bewegte“.

ZUM CACHE
Hinweis:
Dies ist keine Runde. Start (Loschwitz) und Finale (Pillnitz) liegen etwa 6,5 bis 7,5km auseinander.
Ihr könnt zurücklaufen, aber auch mit dem ÖPNV zurückfahren.
Nun begebt euch auf den Treidelpfad. Lest die Tafeln, entdeckt die Spuren der Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt und beantwortet die Fragen, um euch die finale Dose zu holen. Diese ist ein ganzes Stück entfernt. Daher wird dies hier kein schneller Statistikpunkt, sondern ist eher etwas für gemütliche Spaziergänger. Bei Fragen oder Unklarheiten bitte einfach eine Mail schreiben. In der Regel erreicht mich diese, sobald ich aufs Handy schaue.
Für den Rückweg gibt es noch eine Motivationsdose. Diese kann auch so gelöst werden, wer es überläuft findet in der finalen Dose hier eine Bonusaufgabe. Der Checker gibt euch dann einen Tipp.
Los geht's!
Station 1: Tafel Loschwitz (N 51° 03.180′ E 13° 48.737′)
Tafel: Aus wievielen Nieten wird das Blaue Wunder zusammengehalten? A.000 Nieten
Dreh dich um. An der Hauswand von Haus Nr. 47 sind vier Plaketten als Hochwassermarken. Wann war das Hochwasser auf der einzigen elliptischen Plakette? B = Jahr
Station 2: Spuren im Gestein (N 51° 03.016′ E 13° 48.843′)
Neben historischen Ritzungen werdet ihr auch einigen begegnen, die ganz sicher erst in der Moderne hinzugefügt wurden. Sicher kann man es bei den undatierten als Laie eher schlecht einschätzen. Dieses nette Tier hier ist ganz sicher nicht aus Zeiten der Treidler. Was für ein Tier siehst du hier? C = BWW des Tieres.
Station 3: Spuren im Gestein (N 51° 02.271′ E 13° 49.634′)
Auch hier kann man ziemlich deutlich eine Ritzerei erkennen. Ob sie historisch ist bleibt offen. Welches maritime Zeichen erkennst du hier? D = BBW des Symbols
Station 4: Tafel Wachwitz (N 51° 02.205′ E 13° 49.922′)
Rechts der Tafel ist eine Art Geländer. An wievielen Stützen ist sie an der Mauer befestigt? E = (eine Stütze hat 2 Verbindungen zur Mauer, also jede Stütze nur einmal zählen.)
Auf der Tafel wird etwas Sehenswertes im Dorfkern mit einem Tier im Namen genannt. Suche dies und finde auf der grünen Tafel dazu eine Jahreszahl. Nimm diese als F.
Station 5: Neuer Abschnitt (N 51° 02.078′ E 13° 50.171′)
Ab den Koordinaten wurde das Muster der Pflastersteine geändert. Vermutlich endete ein Abschnitt hier und ein neuer wurde später fortgeführt. Evtl. änderte sich auch der Baumeister. Man weiß es nicht.
Ein paar Meter weiter... Zwischen der Koordinate und dem nächsten Ringstein: Hier findest du zwei parallele Vertiefungen. Was könnte das hier für ein Gebilde sein? Merke dir den ersten Buchstaben als G.
(Alternativ, falls zu schwer zu erkennen: Du kannst zwei Buchstaben links darüber, etwas versetzt, erkennen, etwas versetzt. Addiere die beiden Buchstabenwerte und nimm noch 3 dazu, dann hast du dasselbe Ergebnis für G.)
Ab hier wird der Treidelpfad besonders spannend. Denn auf diesem Streckenabschnitt zwischen Wachwitz und Niederpoyritz gibt es ganz besonders viele Einritzungen. Interessanterweise aber auch welche von 2011 und 2018. Also nicht alle sind historisch.
Auf dem gesamten Weg begnet eine Jahreszahl euch immer wieder... Einfach mal aufpassen.
Station 6: Nummerierung (N 51° 02.024′ E 13° 50.259′)
Hier findet ihr in Höhe der roten Fahrwasserbegrenzung (rot bedeutet rechte Seite, grün linke Seite, immer flussabwärts betrachtet) für die Schifffahrt am Rande des Weges eine dreistellige Zahl. Diese bitte von der richtigen Seite lesen. Wer sich da unsicher ist... Auf deinem weiteren Weg wirst du immer wieder eine solche Zahl finden. Die kommende flussaufwärts ist die Zahl des Teufels. Merke dir die an der roten Fahrwasserbegrenzung als H.
Wofür diese dreistelligen Ziffern hier stehen, kann man sich sicherlich denken.... Wo sie aber beginnen und in welchen Abstand sie sind? Meter und Kilometer seien auszuschließen. Hat jemand eine Idee?
Station 7: Tafel Niederpoyritz (N 51° 01.940′ E 13° 50.387′)
Tafel: Wie viele Sandsteine wurden laut Tafel hier verbaut? I.000 Steine
Wenn du den Pfad zur Straße hinauf gehst, siehst du links an der Gebäudemauer wieder einmal zwei rechteckige Hochwasserplaketten. Addiere beide Jahreszahlen und merke dir dies als J.
Station 8: Spuren im Gestein (N 51° 01.807′ E 13° 50.447′)
Hier findest du einen männlichen Vornamen. Ich vermute "ADAM"? Was könnt ihr erkennen? Darunter steht eine Jahreszahl. Irgendwie älter als der Pfad selbst, oder? Merke sie dir als K.
Station 9: Tafel Hosterwitz (N 51° 01.403′ E 13° 50.634′)
Tafel: Wann wurde der Fährbetrieb laut Tafel hier eingestellt? Dies sei L.
An der Feuerstelle etwas weiter den Pfad entlang in Blicknähe sind zwei Quader, an denen metallene Ringe hängen. Wieviele Glieder haben die beiden zusammen? Die Öse im Stein zählst du als Glied mit. M = Anzahl dieser.
Station 10: Ringsteine (N 51° 00.909′ E 13° 51.198′)
Dir ist sicher aufgefallen, dass der Treidelpfad hier teilweise von der Natur zurückerobert wurde. Immer mal taucht er wieder auf. Erst ab - bzw. kurz vor - dem Keppgrundbach, kann man den Treidelpfad wieder vollständig sehen und seine viele Ritzereien, die eben auch hier oftmals vermuten lassen, dass diese nicht von Treidlern eingeritzt wurden.
Immer wieder fallen euch sicher die Ringsteine auf. Viele von diesen wirken auf dem gesamten Pfad doch recht neu. Jedoch hier auf dem letzten Stück, hat der Rost deutlich seine Spuren hinterlassen und vor allem die kleineren sehen wirklich fast historisch aus.
An den Koordinaten findest du besonders große Ringsteine auf defintiv nicht historischen "Podesten". Wieviele davon kannst du entdecken? Tipp: Laufe noch ein paar Meter weiter, bis du dich auf eine Ziffer festlegst! N = Anzahl der Ringsteine
Dann geht es weiter... Bewundere weiter fantastische Gemälde oder verewige dich selbst.
Station 11: Tafel Pillnitz (N 51° 00.657′ E 13° 51.837′)
An der Tafel: Wann wurde die kleine Kaserne gebaut? Die Jahreszahl sei O.
Wieviele Bänke stehen in unmittelbarer Nähe zur Tafel? Anzahl sei P.
Ein wenig die Wiese hinauf, hinter dem Baumstumpf ist eine Metallplatte im Boden. Wieviele Schrauben gucken da mit dem Köpfchen heraus? Die Anzahl sei Q.
Von hier aus hast du einen - zumindest so ungefähr - guten Blick auf den Cache. Dieser befindet sich aber noch ein Stück entfernt. Setze dich doch gleich hier auf eine Bank, rechne mit deinen Variablen (oder mit dem Schlimmsten) und ermittle ein Ergebnis, das du in die Formel einsetzt.
FINALE:
Addiere alle Variablen. Die Summe merkst du dir als VW.XYZ
N51 0X.(W-V)WW E013 5(Z-Y).(Z/2)VW
BONUS:
Vergesst den Bonus für den Rückweg nicht! Einen Hinweis bekommt ihr, wenn ihr das BONUSWORT aus dem Logbuch des Hauptcaches in den Checker eingebt. Oder ihr seid so wachsam, dass ihr das Suchbild schon auf dem Hinweg entdeckt.
Viel Spaß!