Vor gut 500 Jahren entdeckte man im Wald bei St. Salvator eine Heilquelle, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts für Kuren genutzt wurde. Heute lebt Franz Wieser mit seiner Familie in dritter Generation im seinerzeitigen „Kurhotel“. „Mein Großvater kaufte 1950 das Anwesen“, sagt er. „Badebetrieb gab es keinen mehr, nur noch ein Gasthaus", sagt er.
In den 1950er-Jahren waren Badehaus und Gästezimmer voll mit Mietern, 22 Kinder waren am Hof. In den 1970er-Jahren wurden die desolaten Gebäude abgetragen, das „Kurhotel“ daraufhin etappenweise zum Mehrfamilienwohnhaus ausgebaut.
Heute liefert die Hausquelle kein Heilwasser mehr, aber nach wie vor hervorragendes Trinkwasser. Die Legende erzählt, dass einst am Gut Mayerhofen ein Stier aus dem Stall auskam und sich ein Vorderbein brach. Man fand ihn bei einem Wasserloch, in das eine kleine Quelle mündete. Hier badete er seine Vorderfüße. Als man ihn später untersuchte, war das Bein geheilt. Man schloss auf Heilkraft im Wasser.
Eine Analyse 1864 ergab hohe Mengen an Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Kieselsäure und Eisenoxyd im Wasser. Empfohlen wurde es für Trink- und Badekuren bei Katarrhen der Atemwege, bei Anämie, Nervenleiden, zur allgemeinen Erholung.
Das Barbara-Bad war auch als Luftkurort bekannt. Vergnügungen fanden die Kurgäste im Gastgarten, am Tanzboden, im Klavierzimmer, in der Bibliothek und beim Kegelspiel. Mit dem Ersten Weltkrieg endete der Kurbetrieb. Im Zweiten Weltkrieg beherbergte es Gefangene, später Besatzungssoldaten.
Text von: https://www.kleinezeitung.at/kaernten/stveit/5271001/St-Salvator_Wohnen-wo-einst-Kurgaeste-im-Heilwasser-badeten