Die Geschichte, wie die Coburger Bratwurst von Coburg nach Küps kam, ist eine amüsante Anekdote, die die Hartnäckigkeit der Coburger und ihre Liebe zur Bratwurst perfekt illustriert.
Es begab sich an einem sonnigen Sommertag, als Klaus Heinze, der Fleischermeister aus Dietersdorf, beschloss, dass es an der Zeit sei, die Herrlichkeit der Coburger Bratwurst auch außerhalb der Stadtgrenzen zu verbreiten. Mit einem Korb voller seiner besten Würste machte er sich auf den Weg nach Küps, einem beschaulichen Örtchen etwa 20 Kilometer von Coburg entfernt.
Unterwegs traf Klaus auf das "Bratwurstmännle", die Statue des Heiligen Mauritius, die plötzlich lebendig geworden war und von ihrem Platz auf dem Rathausdach herabgestiegen war. Das Männle, bekannt dafür, über die Länge der Bratwürste zu wachen, beäugte Klaus' Korb kritisch.
"Halt!", rief das Männle. "Wohin des Weges mit unseren heiligen Würsten?"
Klaus erklärte sein Vorhaben, woraufhin das Männle entschied, ihn zu begleiten, um sicherzustellen, dass die Würste auch in Küps die vorgeschriebene Länge von 31 Zentimetern behielten und auch die Brötchen korrekt aufgeschnitten werden.
Die ungleichen Gefährten machten sich auf den Weg, das Männle stets mit seinem Marschallstab messend, ob die Würste während der Reise nicht etwa schrumpften. In Küps angekommen, erregten sie großes Aufsehen. Die Einwohner hatten noch nie eine so lange Bratwurst gesehen, geschweige denn eine wandelnde Statue, die Würste vermaß.
Klaus richtete einen improvisierten Bratwurststand ein, während das Männle Kiefernzapfen für das Feuer sammelte. Der Duft der bratenden Würste lockte bald das ganze Dorf an.
Als die ersten Küpser die Bratwürste probierten, waren sie begeistert. "Das ist ja wie Urlaub in Coburg!", riefen sie. Das Männle nickte zufrieden und beschloss, dass Küps würdig sei, die Coburger Bratwurst zu genießen.
Von diesem Tag an wurde Küps zu einem Wallfahrtsort für Bratwurstliebhaber. Und wenn jemand fragte, wie die Coburger Bratwurst nach Küps gekommen sei, erzählten die Einwohner schmunzelnd von dem Tag, an dem ein Fleischermeister und eine lebendige Statue ihr Dorf mit der königlichen Wurst beehrten.
So wurde die Coburger Bratwurst nicht nur in Coburg, sondern auch in Küps zu einem Stück Heimat und Tradition – immer unter den wachsamen Augen des Bratwurstmännle, das seitdem regelmäßig vom Rathausdach herabsteigt, um die Qualität der Würste in beiden Orten zu überprüfen.