
Die Crew der „Finstermöwe“ wühlte sich durch dichten Nebel, der wie ein Leichentuch auf der See lag. "Käpt'n Rabenschwur, ich seh' Land!" rief der Ausguck. Der Käpt'n nickte grimmig. "Das muss sie sein – die Insel der flüsternden Schatten. Bereitet euch vor, Männer, hier holt sich jeder selbst den Tod, wenn er nicht aufpasst!"
Der Sand am Ufer war schwarz, und im dichten Dschungel flüsterten unsichtbare Stimmen. "Sie reden zu uns..." murmelte der Schiffsarzt, während er sich die Ohren zuhielt. Doch Rabenschwur trieb seine Männer voran. "Die Schatten sind nichts als Lügen! Der Schatz liegt im Herzen der Insel."
Im Zentrum der Insel fanden sie ein uraltes Grab, bewacht von steinernen Gargoyles. "Grabt!" befahl Rabenschwur. Doch mit jedem Schlag der Spitzhacke wurden die Stimmen lauter, schriller. Schatten formten sich, krochen wie schwarze Schlangen über den Boden.
"Käpt'n, wir sollten das lassen!" rief der Quartiermeister, doch Rabenschwur lachte. "Einen Fluch fürchten? Das passt nicht zu Piraten!" Schließlich stießen sie auf eine Truhe, gefüllt mit unvorstellbarem Reichtum. Doch als sie die erste Münze nahmen, schloss sich der Schatten um sie wie ein Netz.
Die „Finstermöwe“ segelte nie wieder aus. Gerüchte über ein Geisterschiff mit schwarzen Segeln und einer Crew aus Schatten verbreiteten sich schnell. Man sagt, die Männer fanden ihren Schatz – aber verloren ihre Seelen.