Der Rangierbahnhof Mannheim (RMR) ist einer der größten und bedeutendsten Rangierbahnhöfe Europas und spielt eine zentrale Rolle im Schienengüterverkehr Südwestdeutschlands. Er wurde im Jahr 1906 eröffnet, nachdem der ursprüngliche Bahnhof im Stadtteil Lindenhof aus dem Jahr 1863 den wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.
Der heutige Bahnhof liegt zwischen den Mannheimer Stadtteilen Neckarau und Friedrichsfeld. Mit einer Fläche von rund 200 Hektar, etwa 240 Kilometern Gleislänge, über 120 Gleisen und rund 550 Weichen zählt er zu den leistungsfähigsten Anlagen seiner Art.
Täglich durchqueren etwa 5.300 Güterwagen den Rangierbahnhof. Diese Zahl umfasst alle Wagen – unabhängig davon, ob sie im Bahnhof bearbeitet werden oder nicht. Etwa 3.200 dieser Wagen werden aktiv über einen der beiden Ablaufberge rangiert. Dabei werden sie automatisch abgekoppelt, gebremst und anschließend in neue Zugverbände einsortiert. Die zweigeteilte Struktur des Bahnhofs mit einem West- und einem Ostteil ermöglicht dabei besonders effizientes Arbeiten.
In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die Anlage umfassend modernisiert. Sie erhielt eine automatische Steuerung sowie zentrale Stellwerke, was den Betrieb deutlich rationalisierte. Heute gehört Mannheim zu den wenigen Rangierbahnhöfen Europas, in denen der Ablaufprozess vollständig automatisiert abläuft.
Ein bedeutender Schritt in der jüngeren Geschichte des Bahnhofs war die Inbetriebnahme der Verkehrsstation Mannheim ARENA/Maimarkt am 10. Dezember 2011. Sie ersetzte den bisherigen Haltepunkt Mannheim Rangierbahnhof Pbf, der den Anforderungen an Sicherheit und Kapazität – insbesondere bei Großveranstaltungen in der nahegelegenen SAP Arena – nicht mehr genügte.
Dank seiner strategisch günstigen Lage verbindet der Rangierbahnhof wichtige Industrie- und Handelszentren wie das Ruhrgebiet, die Rhein-Main-Region, Süddeutschland und die Schweiz. Dadurch ist der Rangierbahnhof Mannheim nicht nur eine hochmoderne technische Anlage, sondern auch ein bedeutender Teil der europäischen Eisenbahngeschichte.
Die Gleise müssen und dürfen beim Suchen NICHT betreten werden!