Deutsch:
Die Friktionsspindelpresse aus dem Baujahr 1916, gefertigt in Göppingen, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die frühe Ingenieurskunst im deutschen Maschinenbau. Als mechanische Umformpresse wurde sie vor allem im Bereich der Metallverarbeitung eingesetzt und diente dem Schmieden, Prägen oder Umformen von Werkstücken. Charakteristisch für diese Art von Presse ist ihr Antrieb über ein Reibungs- beziehungsweise Friktionsrad, das die rotierende Bewegung auf eine senkrecht stehende Spindel überträgt. Durch die Drehbewegung der Spindel wird der Pressenstößel auf und ab bewegt und entwickelt dabei eine enorme Presskraft.
Diese Kraftübertragung erfolgt rein mechanisch, was der Maschine eine äußerst robuste und zuverlässige Arbeitsweise verleiht. Besonders in kleinen und mittleren Fertigungsbetrieben war die Friktionsspindelpresse aufgrund ihrer einfachen Bedienung und Wartung sehr geschätzt. Die Ausführung aus Göppingen steht beispielhaft für die solide Konstruktion jener Zeit, bei der Langlebigkeit und Funktionalität im Vordergrund standen.
Heute gilt eine solche Presse nicht nur als technisches Arbeitsmittel, sondern auch als historisches Zeugnis der industriellen Entwicklung in Süddeutschland. Ihre massive Bauweise, die charakteristischen Schwungräder und das sichtbare Wirkprinzip machen sie zu einem faszinierenden Anschauungsobjekt für Technikliebhaber und Museumsgäste gleichermaßen.
Englisch:
The friction screw press built in 1916 in Göppingen is a remarkable example of early German engineering. As a mechanical forming press, it was primarily used in metalworking for forging, stamping, and shaping parts. This type of press is driven by a friction wheel, which transmits rotational motion to a vertically oriented spindle. As the spindle turns, it moves the press ram up and down, generating significant compressive force.
The mechanical nature of this drive system makes the press exceptionally robust and reliable. It was especially valued in small to medium-sized workshops due to its straightforward operation and low maintenance requirements. The Göppingen-built version exemplifies the solid construction practices of its time, where durability and functionality were paramount.
Today, such a press is not only seen as a functional industrial tool but also as a historical artifact representing the industrial development of southern Germany. Its massive frame, characteristic flywheels, and visible mechanical action make it a fascinating piece of machinery for engineers, historians, and museum visitors alike.
Happy Hunting!