Vor einigen Wochen habe ich bei einer Neophytenaktion mitgemacht und lernte dort das Einjährige Berufkraut kennen. Seitdem sehe ich diesen invasiven Neophyt gefühlt überall. Als ich mich heute auf den Weg zur Kontrolle meines Geocaches "Holzmacherhütter" befand, war ich wirklich entsetzt über das Ausmass der Ausbreitung dieser Pflanze entlang dieses Wegs. Da ich heute spontan zwei Ersatzdosen mitgenommen hatte, beschloss ich hier am Weg eine Dose zu verstecken und diesem Kraut zu widmen.
Es ist sicherlich nicht möglich, diesen Neophyt, der hier schon vielen einheimischen Pflanzen den Lebensraum genommen hat, wieder loszuwerden, aber wenn möglichst viele Naturliebhaber diese Pflanze kennen, ist es vielleicht möglich, die weitere Verbreitung zumindest zu verlangsamen.
Das Einjährige Berufkraut stammt aus Nordamerika und ist auf extensiv genutzten Wiesen und Weiden, in Rebbergen, Buntbrachen, an Wegrändern und anderen mageren, lückigen Standorten bis hinauf in die Bergzonen anzutreffen. Die trockenheitstolerante Pflanze bildet über die gesamte Blütezeit immer wieder neue Blüten mit tausenden Flugsamen, wodurch sie sich mit dem Wind rasant verbreitet und rasch dichte Bestände bildet. Da das Einjährige Berufkraut in wertvollen Lebensräumen wie Magerwiesen seltene Pflanzenarten verdrängen kann und so eine Gefahr für die Biodiversität darstellt, gilt es als invasiver Neophyt. Das Einjährige Berufkraut ist für Nutztiere zwar nicht giftig, wird jedoch eher wenig gefressen und findet so auch in Weiden beste Bedingungen.
Merkmale
- Wuchs: 30 bis 100 cm hoch, aufrechter behaarter Stängel, oben meist verzweigt
- Blätter: Auffallend hellgrün, grob gezähnt, beidseits behaart
- Blüten: Aussen weisse, teils lilafarbene sehr schmale Zungenblüten und innen gelbe Röhrenblüten, 1 bis 2 cm grosse Blütenköpfchen --
- Blütezeit: Ende Mai bis November, in frühen Lagen früher möglich
- Entgegen dem Namen zwei- bis mehrjährig, Überwinterung als Rosette
Bekämpfung und Entsorgung
Das Einjährige Berufkraut muss von Anfang an konsequent bekämpft und am Versamen gehindert werden. In überschaubaren Beständen ist dies noch relativ einfach durch regelmässiges Ausreissen / Ausstechen mitsamt Wurzeln möglich. Es gelingt am besten bei feuchtem Boden oder mit Hilfe eines schmalen Stechwerkzeugs. Ein guter Zeitpunkt ist bei beginnender Blüte, da man die Pflanze dann gut erkennt und sie sich leicht ausreissen lässt. Mit etwas Übung sind auch die Rosetten gut zu erkennen.
Es ist wichtig zu wissen, dass auch die Blüten ausgerissener Pflanzen noch Samen bilden können, daher müssen diese im Restmüll (Verbrennung) entsorgt werden.