Euch erwartet eine wunderbare Aussicht im Land der weißen Erde, auch Porzellanerde genannt.
Hier handelt es sich um eine offizielle Wanderroute an einem Naturschutzgebiet/Biotop, die offiziellen Wege müssen zu keiner Zeit verlassen werden.
Das Kemmlitzer Revier gilt als eines der Zentren der mitteldeutschen Kaolingewinnung. Ausgangsgesteine für die Kaolinentstehung in diesem Raum waren bis zu 400 Meter mächtige, über weite Gebiete verbreitete, feldspatreiche Auswurf- und Ergussgesteine eines großen Vulkans, der vor rund 290 Millionen Jahren ausbrach. Die durchschnittlichen Mächtigkeiten des Kaolins in den Lagerstätten liegen bei 20 bis 35 Meter. Bei Kemmlitz wird nachweisbar seit 1780 Kaolin abgebaut. Ab 1883 etablierten sich hier Unternehmen im Revier.
2004 wurde der Tagebau „Schleben-Crellenhain erschlossen. In diesem Tagebau ist der nutzbare Kaolin bei verbleibender Sicherheitsschicht im Tagebau zwischen zwei und 45 Metern mächtig. Die Förderung des Rohkaolins geschieht auf verschiedenen Abbausohlen mit Schaufelradbaggern. „Der Abtransport erfolgt über eine etwa drei Kilometer lange Bandanlage zur Schlämmerei nach Gröppendorf. Von dort wird die Kaolinsuspension über eine drei Kilometer lange Rohrleitung zur weiteren Aufbereitung in das Werk nach Kemmlitz gepumpt“, erklärte Heidrun Anger. Der Kemmlitzer Kaolin zeichnet sich durch wenig Verunreinigungen aus. Er brennt reinweiß und besitzt eine gute Bildsamkeit und Trockenbruchfestigkeit. Der hier gewonnene Schlämmkaolin gilt als der beste keramische Kaolin für feinkeramische Anwendungen in Deutschland und wird über Europa hinaus geschätzt.
Von Bärbel Schumann
Quelle: https://www.lvz.de/lokales/nordsachsen/oschatz/geologen-unterwegs-im-kemmlitzer-kaolin-revier-QNRH7UX2FKSBNMQ4GKBBOWB24U.html