📌 Salzburg – berühmt für Musik, Barock und… Ammoniten?
Wer in der Altstadt aufmerksam auf den Boden, an Hausmauern oder Treppen blickt, entdeckt uralte Spuren aus der Erdgeschichte. Viele Stufen, Fassadenplatten und Grabsteine bestehen aus einem besonderen Gestein, dem Adneter Marmor – und der steckt voller fossiler Überraschungen!
🌐 Was sind Ammoniten?
Ammoniten waren meeresbewohnende Kopffüßer, verwandt mit heutigen Tintenfischen. Ihre spiralförmigen Kalkgehäuse wurden nach ihrem Aussterben vor 66 Millionen Jahren zu Leitfossilien – perfekt geeignet zur Altersbestimmung von Gesteinen.
🧬 Es gibt drei Hauptgruppen (vereinfacht):
1. Goniatiten – einfache Linien (Devon–Perm)
2. Ceratiten – gezahnte Linien (Trias)
3. Ammoniten – hochkomplexe Lobenlinien (Jura–Kreide)
Lobenlinien:
Die Lobenlinien sind die Kontaktlinien zwischen dem Gehäuse und den inneren Kammerscheidewänden bei Ammoniten. Sie entstehen dort, wo sich die Septen an die Innenseite des Gehäuses anlagern. Den Querschnitt der Anwachsstelle kann man auch sehr schön an den Ammoniten beim Earthcache sehen. Man nimmt an, dass sie der mechanischen Stabilität des Gehäuses dienen; die evolutionäre Entwicklung zu komplexen Lobenlinien vergrößert die Kontaktfläche zwischen Septum und Schale - dadurch wird das Gehäuse stabiler – besonders gegen größere Wassertiefen.
Man nimmt an, dass eine zunehmende Spezialisierung der Lebensräume (von Flachmeer zu pelagischen Lebensräumen) durch den evolutionären Druck anderer Meeresbewohner notwendig wurde.
Weiterhin wird angenommen, dass eine komplizierte Faltung auch die Effizienz der Gas-/Flüssigkeitsregulierung in den Kammern verbessern könnte - damit konnte ein Ammonit präziser im Wasser schweben.
Lebensraum:
Die Ammoniten bewegten sich frei in der Wassersäule. Ihre Lebensweise war also nektonisch. Ihr Lebensraum war das offene Meer (marin pelagisch), teils in Küstennähe.
Fortbewegung:
Erfolgte vermutlich durch Rückstoßprinzip, ähnlich wie bei heutigen Tintenfischen, insbesondere die Gattung der Nautilus. Die Form ihres stromlinienförmigen Gehäuses und ihre Augenstruktur sprechen für eine aktive wahrscheinlich räuberische oder planktonfressende Lebensweise im Wasser.
Adneter Marmor:
Die Ammoniten findet man als eingerollte, plattgedrückte Fossilien hauptsächlich in feinkörnigen, marinen Sedimentgesteinen wie Tonstein, Mergel und Kalkstein, die später im Laufe der Erdgeschichte durch Umwandlung zu Marmor kristallisiert sind. Die ursprünglichen Sedimentgesteine entstanden in den Meeren, wo die Ammoniten einst lebten und nach ihrem Tod auf den Meeresboden, rasch sedimentiert und fossilisiert wurden.
Doch konnte es auch vorkommen, dass gestorbene Ammoniten aus ihrem ursprünglichen Lebensraum durch Meeresströmungen in ein anderes Ablagerungsmilieu verdriftet und dort abgelagert wurden. Eine Besonderheit - nach dem Tod eines Ammoniten konnte sein mit Gas gefülltes Gehäuse auftreiben und durch Meeresströmungen, Wellen über größere Distanzen transportieren werden.
Der Adneter Marmor ist geologisch gesehen kein Marmor, sondern ein polierfähiger Riffkalkstein mit Eisen‑ und Manganoxiden, die die rote Färbung verursachen. Schon von den Römern als Baumaterial geschätzt, findet man ihn in Salzburg in Kirchen, Stufenanlagen, Friedhöfen, Denkmälern und wie hier als Mauerverkleidung.
Versteinerung:
Nach dem Entweichen der Gase (z. B. durch Zersetzung oder mechanische Beschädigung) sank das Gehäuse ab, oft in tiefere Bereiche als der ursprüngliche Lebensraum. Dort konnte es in pelagischen oder tiefmarinen Sedimenten abgelagert werden – also in Gesteinen, die nicht dem ursprünglichen Lebensraum des Tieres entsprechen.
Die Ammoniten stammen aus einem Flachmeer-Tethys-Riffsystem, in dem tropische Korallengärten und begleitende Organismen; eine breite Artenvielfalt bei warmem Klima vor etwa 200 Millionen Jahren.
im Laufe der Erdgeschichte führten tektonische Senkungen zu einem Übergang in tiefere Bereiche, in denen die Rote Kalke (Knollenkalke) abgelagert wurden – charakteristisch für pelagische Bedingungen im frühen Jura.
🦕 Ammoniten starben am Ende der Kreidezeit aus, zusammen mit den Dinosauriern.
📍 Standort – Wo findest du sie?
Dieser EarthCache führt dich zu einem frei zugänglichem Beispiel in Salzburg!
Dort sind viele, große Ammoniten gut sichtbar, eingebettet in rote Kalkplatten.
🔍 Deine Aufgaben vor Ort:
-
Finde den größten Ammonit!
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Beschreibe seine Größe, Form und Erhaltung.
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Wieviele Kammern kannst Du zählen?
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Was lässt sich über das Muttergestein sagen? (Farbe, Struktur, Einschlüsse)
- Mach ein Foto von Deinem Schuh neben dem Fossil
"Die Vergangenheit ist nicht nur in Museen – sie liegt Dir hier zu Füßen."
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