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Geh denken! - Maria Luiko ALC Bonus Mystery Cache

Hidden : 8/5/2025
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Geh denken! - Maria Luiko

ALC Bonus

 

"Geh denken!" ist die Aufforderung bzw. die Bitte meines gleichnamigen Virtuals, der verschiedenste Erinnerungsorte in München zeigt. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit den Lebenswegen von Opfern von Terror und Verfolgung im Nationalsozialismus in München überfordert einen oftmals die scheinbar endlose Zahl der Einzelschicksale. Bei weitem nicht jedes Opfer kann oder wird jemals mit einem eigenen Erinnerungszeichen oder Stolperstein geehrt werden. Somit wird es in der Zukunft immer mal wieder Geocaches geben, die Einzelschicksale beleuchten und die Erinnerung an die Menschen wach halten sollen, denn "tot ist nur, wer vergessen wird."

 

Maria Luiko (geboren 25. Januar 1904 in München als Marie Luise Kohn; ermordet am 25. November 1941 in Kaunas) war eine deutsche bildende Künstlerin, Illustratorin und Puppenspielerin. Sie fertigte Aquarelle, Zeichnungen, Ölgemälde, Lithographien, Holzschnitte und Linoldrucke an – und stellte diese bald schon unter dem Namen Maria Luiko öffentlich aus.

 

 

Geboren wurde sie in ihrem Elternhaus in der Elvirastraße 3. Ihre Eltern Olga und Heinrich Kohn betrieben eine Getreide- und Futtermittelgroßhandlung.

1914 zog die Familie in die Loristraße 7. Hier erinnern seit 2021 vier Stolpersteine an den Vater Heinrich Kohn (geboren am 10.06.1866 in München, gestorben am 30.10.1933 in München), die Mutter Olga Kohn (geboren am 18.09.1878 in Würzburg) und die Töchter Elisabeth (geboren am 11.02.1902 in München) und Marie Luise Kohn (beide ebenfalls am 25.11.1941 in Kaunas ermordet).

Wie ihre Schwester, die spätere Anwältin Dr. Elisabeth Kohn, besuchte Marie Luise das Luisengymnasium. Am 23.11.2022 wurden anlässlich des 200. Jahrestags der Gründung der Luisenschule in einer Gedenkveranstaltung Erinnerungszeichen für 20 ehemalige Schülerinnen des Luisengymnasiums (ehemals Höhere Töchterschule) im Eingangsbereich angebracht und deren Biografien verlesen - so auch für die beiden Schwestern.

Nachdem sie zunächst eine Ausbildung zur Kindererzieherin abgeschlossen hatte, wurde Marie Luise Kohn im Wintersemester 1923/24 an der Akademie der Bildenden Künste in München aufgenommen und hatte bereits 1924 ihre erste Ausstellungsbeteiligung im Münchner Glaspalast (daher die Listingkoordinaten, auch wenn davon nichts mehr zu sehen ist).

Ende der 1920er Jahre wurde der bekannte Kunstsammler Heinrich Thannhauser auf sie aufmerksam und verkaufte einige ihrer Werke in die USA. Maria Luiko war auf dem Weg, eine anerkannte Künstlerin zu werden. Der Beginn der NS-Herrschaft setzte diesen Plänen ein Ende: Als Jüdin verwehrten ihr die Nationalsozialisten die Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künste.

Maria Luiko suchte nach anderen Möglichkeiten, um trotzdem weiterhin als Künstlerin arbeiten zu können. Sie zeigte ihre Werke in Ausstellungen für ein ausschließlich jüdisches Publikum, unter anderem 1936 auf der Reichsausstellung jüdischer Künstler im Jüdischen Museum in Berlin. Daneben gründete sie gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen das Münchner Marionettentheater Jüdischer Künstler, für das sie Marionetten entwarf und anfertigte. Nach ihrer letzten Ausstellung 1937 in Berlin arbeitete Maria Luiko als Hilfsbibliothekarin in der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde sowie ehrenamtlich als Handwerks- und Zeichenlehrerin an der Jüdischen Volksschule. Maria Luiko plante, nach Palästina auszuwandern, doch dazu kam es nicht mehr. In einem langen Brief vom 13. Juni 1939 schrieb sie: „Ich bedauere wirklich, dass wir gar so lange gehofft haben, doch noch einen Weg nach Palästina zu finden. Wir haben viel wichtige Zeit darüber ungenützt verstreichen lassen. Nun bleibt nur mehr der Weg als Dienstmädchen nach England. Wir haben uns dazu lange nicht entschlossen.“ Gemeinsam mit ihrer Schwester Elisabeth bewarb sie sich um Anstellungen in England, doch waren dies „meist ganz fruchtlose Versuche, eine Flut von Fragebogen, fast immer negative Antworten.“ 

Im August 1939 musste sie mit ihrer Schwester Elisabeth und ihrer verwitweten Mutter in ein „Judenhaus“ in die Frundsbergstraße 8 ziehen. Im Sommer 1941 waren sie gezwungen, auch dieses Haus zu verlassen. Ab 18. Juli waren sie in einem weiteren „Judenhaus“ in der Leopoldstraße 42 untergebracht, dort konnten sie jedoch nur bis Oktober bleiben. Danach war eine gemeinsame Unterbringung zunächst nicht möglich. Marie Luise Kohn fand am 10. Oktober für wenige Tage einen Unterschlupf in der Herzogstraße 65. In der Pension Musch in der Landwehrstraße 6 konnte sie dann wieder mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zusammentreffen.

Marie Luise Kohns Schwester Elisabeth hatte etwa um den Jahreswechsel 1940/41 ihren in die USA emigrierten Kollegen Max Hirschberg um Hilfe gebeten. Hirschberg und weitere Anwaltskollegen versuchten bis zuletzt, die Gelder für die Bürgschaften und das Landegeld in Kuba für die Familie zu beschaffen. Als die Gelder endlich zur Verfügung standen, war es zu spät: Am 23. Oktober 1941 erließ das NS-Regime ein Emigrationsverbot für jüdische Bürger.

Anfang November 1941 erhielten die drei Frauen den Deportationsbescheid. Die Gestapo verschleppte sie am 20. November 1941 zusammen mit rund 1.000 weiteren Jüdinnen und Juden nach Kaunas in Litauen. Fünf Tage später ermordete ein SS-Sonderkommando alle Deportierten.

Eine besondere Ehrung wurde Maria Luiko im Sommer 2022 zuteil, als man die ehemalige Hilblestraße nach ihr benannte. In der Vergangenheit hatte das Stadtarchiv die Straßennamen in München auf ihre historischen Bezüge und "Unbedenklichkeit" geprüft. Insbesondere gerieten dabei einige Straßennamen auf den Prüfstand, die Personen aus der deutschen Kolonialgeschichte ehrten oder solche mit nationalsozialistischen oder antisemitischen Bezügen.

Die Hilblestraße wurde erst 1956 nach Friedrich Hilble (1881-1937) benannt. Hilble leitete das Wohlfahrtsamt der Stadt München und war selbst zwar kein Parteimitglied der NSDAP, sympathisierte aber durchaus mit ihr. Bereits vor 1933 war er ein Befürworter der Pflichtarbeit für Erwerbslose und von Kürzungen im Sozialbereich, anschließend verfolgte er diese Linie gegen „Asoziale“ und „Schmarotzer“ noch konsequenter. Schließlich profilierte er sich bei der Diskriminierung jüdischer Wohlfahrtsempfänger und suchte um Schulung seiner Mitarbeiter in „Rassenpflege“ sowie NS-Ideologie nach. So kam der erste Vorschlag zur Inhaftierung von Erwerbslosen und Fürsorgeempfängern im KZ Dachau aus dem Amt von Hilble, mit dem Ziel, diese abzuschrecken und auszugrenzen. Ab 1934 konnten „arbeitsscheue“ Fürsorgeempfänger tatsächlich in das KZ Dachau eingewiesen werden - das Münchner Wohlfahrtsamt unter Hilble war dabei bayernweit Spitzenreiter. Insofern war die Umbenennung nicht aus der Luft gegriffen. Dennoch ist so eine Änderung des Straßennamens nicht mal eben so möglich und auch mit Einschnitten für die Anwohner verbunden (Grundbucheinträge, Personalausweise, Briefköpfe ändern) - erstmals gab es daher von der Stadt München auch eine Pauschalzahlung für Privatpersonen und ansässige Unternehmen.

Mit Maria Luiko wurde aus meiner Sicht auch eine würdige Namenspatronin gefunden.

 

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in ihr Leben und Wirken geben. Um nun noch den Cache finden zu können, müsst ihr zumindest 5 ihrer Lebensstationen besuchen und die Fragen in der AdventureLab App beantworten. Die Werte A - E fügt ihr dann einfach in die Formel ein. Vor Ort ist dann Stealth-Modus angesagt - am besten nicht nachts suchen, auch wenn dann weniger los ist.

 

Den Cache findet ihr bei:

N 48° 09.(A)(C+D)(A+E)

E 11° 32.(B+C)(D)(A+B+C)

 

Quellen:

 

(1) Text Erinnerungszeichen (Text Ingrid Reuther;Lektorat C. Fritsche)

(2) Gedenkbuch der Stadt München

(3) Sonja Niemann, "Historisch belastet", Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2018

(4) Gedenkalbum "Gedenkalbum: Die jüdische Künstlerin Maria Luiko (1904–1941)", Stadtmuseum München

(5) Ingrid Reuther, "Marie Luise Kohn", Erinnerungswerkstatt München

(6) Oesterle Diana, „So süßlichen Kitsch, das kann ich nicht“, München 2009.

 

Additional Hints (Decrypt)

zntargvfpu

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)