

Erscheinungsformen des Granits - Amazing Geology
Überblick und Ziel dieses EarthCaches
In der Uhlandstraße finden sich mehrere Hausfassaden aus polierten Granitplatten, die aus unterschiedlichen Steinbrüchen stammen. Sie zeigen eine überraschende Vielfalt an Strukturen und wirken fast wie ein Freilichtmuseum. Jeder Granit erzählt dabei seine eigene geologische Geschichte: Manche Platten enthalten große Kristalle, andere feine Texturen oder dunkle Einschlüsse.
Granit ist ein magmatisches Tiefengestein, das mehrere Kilometer unter der Erdoberfläche langsam auskristallisiert. Je nach den Bedingungen während seiner Bildung und nachfolgenden geologischen Prozessen können sehr unterschiedliche Erscheinungsformen entstehen.
Auf diesem EarthCache in Multi-Form lernst du verschiedene besondere Varianten kennen. An jeder Station kannst du die Form im Gestein nachweisen, bestimmen und dazu eine kleine geologische Detektivaufgabe lösen.
Der Schwierigkeitsgrad kommt von dem Aufwand, alle Stationen zu besuchen und die Ergebnisse zu dokumentieren.
Logbedingungen
Um den EarthCache loggen zu können, musst du 10 Wegpunkte besuchen. An jeder Station gilt es, das Gestein genau zu betrachten. Notiere dir, welche Strukturen, Farben, Kristallformen oder Muster du erkennen kannst, und überlege, welche geologischen Prozesse zu diesem Aussehen geführt haben. Nutze dazu auch das, was du im Listing über die verschiedenen Erscheinungsformen erfahren hast.
1. Frage je Wegpunkt:
X.1: Welche Erscheinungsform von Granit (oder verwandtem Gestein) siehst du an dieser Station? Beschreibe die Merkmale, auf die du dich bei deiner Bestimmung stützt.
X2. Welche besonderen Strukturen, Farben oder Texturen kannst du im Gestein erkennen? Was lässt sich daraus über den Entstehungsprozess ableiten?
(Bitte das „X“ jeweils durch die aktuelle Wegpunktnummer ersetzen.)
2. Achtung: An einem Wegpunkt hat sich ein Kunststein eingeschlichen. Hierbei handelt es sich nicht um Granit oder eine seiner Erscheinungsformen. Wer die Merkmale von Granit im Listing aufmerksam liest, wird diesen Kunststein leicht identifizieren können.
Nenne die Wegpunktnummer und erkläre, warum das Material nicht zu Granit passt.
Sende alle Antworten bitte über das Message-Center oder per Email.
3. Pflicht: Mache ein Foto von dir oder einem persönlichen Gegenstand an einer beliebigen Wegpunkt und füge es zu deinem Log.
Was ist Granit? – Entstehung und Zusammensetzung
Granit bildet sich, wenn granitisches Magma tief in der Erdkruste langsam erstarrt. Durch diese langsame Abkühlung entsteht eine grobkörnige, gleichmäßige Textur, in der alle Minerale klar erkennbar sind. Typisch ist die zufällige, ungerichtete Verteilung der Kristalle.
Die Hauptminerale sind:
| Mineral |
Anteil |
Farbe |
| Plagioklas-Feldspat |
0-30% |
meist weiß bis weißgrau und
nur selten farbig |
| Orthoklas-/Kalifeldspat |
40-60% |
meist kräftig rot bis rötlich oder rosa,
selten bläulich, grün oder blau |
| Quarz |
20-40% |
meist farblos transparent,
selten grau, blaugrau oder rosa |
Glimmer (Biotit)
Glimmer (Muskovit) |
0-15% |
schwarzbraun bis schwarz
kontrastiert daher mit den Quarz- und Feldspatkörnern
farblos bis silbrig-weiß bis goldgelb |
Die Farben im Granit entstehen durch die Kombination dieser Minerale. Ein hoher Anteil an rosa Kalifeldspat verleiht dem Gestein einen rötlichen Farbton, während mehr Quarz und heller Plagioklas ihm eine gräuliche Farbe verleihen.
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| "normaler" Granit mit Biotit (eigenes Bild) |
"normaler" Granit mit Muskovit (eigenes Bild) |
Der genaue Mineralgehalt hängt von der chemischen Zusammensetzung des Magmas und von Druck- und Temperaturbedingungen während der Kristallisation ab. Werden zusätzliche Gesteine aufgenommen oder ändert sich der Abkühlungsverlauf, entstehen besondere Strukturen, Einschlüsse oder Muster.
Besondere Erscheinungsformen von Granit
A. Xenolithe im Granit
Entstehung:
Xenolithe sind Fremdgesteinsbruchstücke (griechisch xenos = fremd, lithos = Stein), die in ein Magma geraten, ohne vollständig aufzuschmelzen. Sie stammen meist aus älteren Gesteinsschichten, die das Magma auf seinem Weg durchdringt. Manche Xenolithe bleiben eckig, kantig und weitgehend unverändert, da das Gestein noch keine Zeit hatte, sich durch thermische Reaktion zu verändern. Andere sind stark gerundet und zeigen Spuren teilweiser Aufschmelzung, manchmal deutliche metamorphe Überprägung und chemischer Wechselwirkung mit der umgebenden Schmelze.
Die Größe der Xenolithe reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Metern. Ihre Form ist oft kantig, weil sie beim Einbau zerbrochen wurden. Der Rest des Gesteins zeigt eine gleichmäßige, verwachsene Mineralstruktur – Quarz, Feldspat und Glimmer sind ineinander verzahnt und folgen einer gemeinsamen geologischen Entstehungsgeschichte. Die Kristalle setzen sich nicht scharf von einer Grundmasse ab, sondern greifen mit ihren Konturen direkt ineinander über.
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| Xenolith (mitgerissen) (eigenes Bild) |
Xenolith teilweise aufgeschmolzen (eigenes Bild) |
Umgebungsbedingungen:
Damit ein Xenolith erhalten bleibt, muss er chemisch und thermisch widerstandsfähig genug sein, um sich nicht völlig im Magma aufzulösen. Dies gelingt besonders dann, wenn das Magma rasch aufsteigt, eine kurze Verweildauer hat oder wenn große Temperaturunterschiede zwischen Magma und aufgenommenem Gestein fehlen. In langsamer abkühlenden Magmen beginnen Xenolithe häufig aufzuschmelzen, so dass ein scharfer Rand mit stärkerer Rundung entsteht..
Abgrenzung:
Xenolithe wirken oft wie Flecken oder Inseln im Gestein. Sie unterscheiden sich von mineralischen Einschlüssen dadurch, dass sie aus einem ganzen Gestein bestehen und nicht nur einzelne Minerale darstellen. Scharf abgegrenzte eckige, kantige Ränder deuten auf geringe Wechselwirkungen hin, stark gerundete, kugelige Xenolithen weisen auf teilweises Aufschmelzen hin. Der Formgrad eines Xenolithen ist somit ein direktes Zeichen für Bedingungen wie Magmatemperatur, Dauer und Transportmechanismus sowie Kontaktmetamorphose im Magmatischen System.
B. Phänokristalle im porpyhrischen Granit
Entstehung:
Porphyrische Granite entstehen, wenn sich einzelne Minerale (vor allem Feldspat, seltener Quarz oder Biotit) schon früh im Magma bilden und zu größeren Kristallen heranwachsen. Danach kristallisiert der Rest der Schmelze schneller aus und bildet ein fein- bis mittelkörniges Grundgefüge. Im Granit sind Phänokristalle oft als große, eckige Feldspat- oder Quarzkörner erkennbar. Solche Kristalle können mehrere Zentimeter groß werden und heben sich durch ihre Form, Farbe und Größe deutlich vom Grundgefüge ab. Bei manchen Graniten sind die Phänokristalle besonders zahlreich und groß, was darauf schließen lässt, dass das Magma in einer Kammer stagnierte und eine längere Kristallisationsphase durchlief, bevor es schließlich erstarrte. Oft handelt es sich um Feldspat oder Quarz. Die übrigen Minerale sind in gleicher Weise fest miteinander verwachsen, ohne dass ein Füllmaterial zwischen ihnen erkennbar ist. Farbe und Anordnung der Kristalle spiegeln den natürlichen Kristallisationsprozess wider und folgen einem geologisch nachvollziehbaren Aufbau.
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| Phänokristalle |
(eigene Bilder) |
Umgebungsbedingungen:
Die Ausbildung von Phänokristallen erfordert stabile Bedingungen im Magma, damit erste Kristalle wachsen können, bevor die restliche Schmelze auskristallisiert. Das passiert oft in tieferen Magmakammern, wo Temperaturschwankungen gering und Abkühlungsprozesse langsam sind. Kommt es zu einer plötzlichen weiteren Abkühlung oder einem chemischen Ungleichgewicht, kristallisiert das übrige Magma schnell aus und bildet den feinkörnigen Hintergrund.
Abgrenzung:
Phänokristalle können leicht mit großen Mineralkörnern in gleichkörnigem Granit verwechselt werden. Der Unterschied liegt darin, dass sie sich klar vom feineren Grundgefüge abheben und oft scharf umrissene Kristallformen zeigen. Im Gegensatz zum Augengranit sind die Phänokristalle meist unregelmäßig geformt und verteilt. Sie erscheinen eckig oder kantig und haben keine charakteristische, linsenförmige Gestalt. Das Gestein wirkt dadurch weniger geordnet, und die auffälligen Kristalle sind eher Einzelerscheinungen im Grundgefüge.
C. Augen im porpyhrischen Granit (Augengranit)
Entstehung:
Augengranit enthält auffällige, ovale oder runde Feldspatkristalle, die wie „Augen“ im Gestein wirken. Diese großen Feldspäte sind meist Phänokristalle, die schon früh im Magma gewachsen sind. Durch nachfolgende tektonische Beanspruchung können sie leicht verformt werden, sodass aus ursprünglich eckigen Kristallen die charakteristischen ovalen, linsen- oder augenähnlichen Formen entstehen.
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| Augengranit (Bild: geologische-streifzuege.info) |
Augengranit (eigenes Bild) |
Umgebungsbedingungen:
Augengranit bildet sich, wenn ein Granit während oder nach seiner Kristallisation einer gerichteten Verformung ausgesetzt ist. Diese kann durch tektonische Kräfte im Erdinneren verursacht werden, etwa beim Zusammenschieben von Kontinentalkrusten oder im Zuge von Gebirgsbildungsprozessen. Die mineralischen Unterschiede zwischen den Feldspäten und der Grundmasse sorgen dafür, dass die „Augen“ deutlich hervortreten.
Abgrenzung:
Augengranit kann leicht mit Rapakivi verwechselt werden, da beide große Feldspäte enthalten. Der Unterschied: Rapakivi hat eine dünne Plagioklashülle um die Kristalle, während Augengranit keine solche Hülle aufweist. Im Unterschied zum „normalen“ porphyrischen Granit treten die großen Feldspäte beim Augengranit regelmäßig oval oder linsenförmig auf. Sie sind häufig gleichmäßig verteilt und können von einem leicht verdrückten Mineralgefüge umgeben sein, das die „Augen“ noch deutlicher hervorhebt.
D. Schlierenbildung im Granit
Entstehung:
Schlieren sind unregelmäßige Bänder oder Streifen, die durch die Anreicherung bestimmter Minerale im noch teilweise flüssigen Magma entstehen. Manchmal sind sie auch das Resultat einer Vermischung zweier Magmen mit leicht unterschiedlicher Zusammensetzung. Schlieren können hell oder dunkel sein, je nachdem, ob sich Quarz/Feldspat (hell) oder Glimmer/Biotit (dunkel) angereichert hat.
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| Schlieren (eigenes Bild) |
Schlieren (eigenes Bild) |
Umgebungsbedingungen:
Schlieren benötigen Bewegungen innerhalb des Magmas – zum Beispiel durch Konvektion, tektonische Kräfte oder das Einsickern eines zweiten Magmas. Unterschiedliche Mineralgehalte führen dann zu den sichtbaren Farbstreifen. (Konvektion ist ein Mechanismus zur Wärmeübertragung, bei dem Wärme durch die Bewegung von Flüssigkeiten oder Gasen (Fluiden) transportiert wird)
Abgrenzung:
Schlieren sind Bestandteil der Gesteinsstruktur selbst. Sie unterscheiden sich von Rissen oder Gängen dadurch, dass ihre Begrenzungen fließend sind und sie als Teil des Gefüges wirken.
E. Rapakivi-Granit
Entstehung:
Rapakivi-Granit ist ein spezieller Granittyp, der große, ovale Feldspatkristalle enthält, die von einem schmalen Saum aus einem anderen Feldspattyp umgeben sind. Dieses „Manteln“ der Kristalle entsteht, wenn sich die chemischen und physikalischen Bedingungen im Magma während des Kristallwachstums ändern. So beginnt zuerst ein Kalifeldspat-Kristall zu wachsen, der später von einer dünnen Plagioklas-Hülle überzogen wird.
Einige Rapakivi-Kristalle haben diesen Saum, andere nicht. Das deutet darauf hin, dass während der Abkühlung mehrmals unterschiedliche Bedingungen herrschten. Rapakivi-Texturen sind relativ selten und oft an spezielle geologische Situationen gebunden.
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| Rapakivis ohne Saum (eigenes Bild) |
Rapakivi mit Saum (eigenes Bild) |
Umgebungsbedingungen:
Rapakivi-Texturen treten nur in bestimmten, chemisch besonderen Magmen auf, die sehr langsam abkühlen. Kurze Änderungen in Druck, Temperatur oder Zusammensetzung – etwa durch das Eindringen einer zweiten Schmelze – führen zur Bildung der typischen Hülle.
Abgrenzung:
Rapakivi-Kristalle unterscheiden sich von Phänokristallen dadurch, dass sie eine deutliche, farblich abgesetzte Hülle besitzen und stark gerundet sind. Im Gegensatz zu orbiculärem Granit sind sie nicht aus konzentrischen Schalen aufgebaut, sondern bestehen aus einem einzelnen Kristallkern mit einer einzigen dünnen Hülle.
F. Orbiculärer Granit (Obicular Granite)
Entstehung:
Orbiculärer Granit ist eine sehr seltene Erscheinungsform, bei der sich kugelige oder ellipsoide Gebilde – Orbiculi – aus konzentrischen Schalen um einen Kern bilden. Diese Schalen entstehen, wenn sich um einen Kristallisationskeim nacheinander unterschiedliche Mineralschichten ablagern. Dieser rhythmische Kristallaufbau kann durch wiederholte Änderungen in der chemischen Zusammensetzung des Magmas oder durch wechselnde Temperatur- und Druckverhältnisse ausgelöst werden.
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| Orbiculärer Granit (Bild: Kristallin.de) |
Orbiculärer Granit (Bild: geologyin.com) |
Umgebungsbedingungen:
Für die Bildung von Orbicular Granite sind sehr spezielle Bedingungen nötig. Das Magma muss relativ lange in einem ruhigen Zustand verweilen, damit sich um einzelne Kristallisationskeime hinweg nacheinander Schalen aufbauen können. Gleichzeitig sind wiederholte Veränderungen in der Zusammensetzung des Magmas notwendig, etwa durch das Eindringen einer zweiten Magmenschmelze oder durch das partielle Auskristallisieren bestimmter Minerale. Die Bildung ist so selten, dass Orbiculäre Granite nur an wenigen Orten der Welt vorkommen und meist als geologische Besonderheiten gelten.
Abgrenzung zu Rapakivi:
Beide Gesteine zeigen auffällige große Strukturen, unterscheiden sich jedoch deutlich: Rapakivi-Kristalle sind einzelne Feldspäte mit einer dünnen Plagioklashülle, während Orbiculi aus mehreren konzentrischen Schalen verschiedener Minerale um einen Kern bestehen. Die Muster im Orbiculären Granit sind komplexer und wirken im Anschnitt wie Baumringe.
G. Aplitischer Granit
Entstehung:
Aplitischer Granit ist ein sehr feinkörniger Granit, der sich aus den letzten Resten einer granitischen Schmelze bildet. Diese Restschmelze ist oft besonders reich an Kieselsäure und relativ arm an dunklen Mineralen. Weil sie rasch in bereits abgekühlte Bereiche des Gesteinskörpers eindringt, kühlt sie schnell ab, was das gleichmäßige, sehr feinkörnige Gefüge entstehen lässt.
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| Aplitischer Granit (Bild: Wikipedia) |
Aplitischer Granit (Bild: Mindat) |
Umgebungsbedingungen:
Aplitische Gesteine bilden sich typischerweise in späten Phasen der Granitkristallisation, wenn das meiste Magma bereits erstarrt ist. Der verbleibende Schmelzerest wird in Spalten und feinen Gängen abgeschieden, wo er ohne nennenswerte Bewegungen auskristallisiert. Die feine Körnung deutet auf eine vergleichsweise schnelle Abkühlung im Vergleich zum umgebenden Grobkorn-Granit hin.
Abgrenzung:
Aplitischer Granit ist feinkörnig und hell, unterscheidet sich aber von vulkanischem Quarzporphyr. Letzterer ist nicht tiefmagmatisch entstanden, sondern durch schnelle Abkühlung an der Erdoberfläche.
H. Pegmatitischer Granit (Pegmatit)
Entstehung:
Pegmatitischer Granit ist extrem grobkörnig und kann Kristalle enthalten, die mehrere Zentimeter oder sogar Dezimeter groß sind. Er entsteht aus einer wasser- und gasreichen Restschmelze, die in der Endphase der Granitbildung in Risse und Hohlräume eindringt. Der hohe Gehalt an flüchtigen Bestandteilen senkt die Viskosität der Schmelze und erleichtert das schnelle Kristallwachstum.
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| Pegmatitischer Granit (Bilder: |
geologische-streifzuege.info) |
Umgebungsbedingungen:
Pegmatite entstehen in einem späten Stadium der Abkühlung eines Granitplutons. Sie benötigen Platz für das freie Kristallwachstum und eine hohe Konzentration seltener Elemente wie Lithium, Beryllium oder Tantal, die oft aus der Hauptschmelze ausgefiltert werden. Der hohe Wassergehalt beschleunigt den Stofftransport, sodass Kristalle außergewöhnlich groß werden können.
Abgrenzung:
Pegmatit unterscheidet sich von grobkörnigem Granit durch das extrem große Kristallwachstum und das oft exotische Mineralinventar. Während grobkörniger Granit in allen Bereichen gleichkörnig ist, zeigt Pegmatit oft unregelmäßige Kristallformen und mineralogische Zonen.
I. Quarzader im Granit
Entstehung:
Quarzadern im Granit sind keine Variante des Granits, sondern spätere geologische Erscheinungen, die im oder am Granit entstehen. Ich habe sie daher als „besondere Erscheinungsform im Granit“ mit aufgenommen. Quarzadern entstehen, wenn nach der Erstarrung des Granits noch heiße, silikatreiche Restlösungen durch Risse und Spalten zirkulieren. Beim Abkühlen kristallisiert vor allem Quarz (manchmal auch Feldspat oder Beryll, Turmalin, Granat etc.). So bilden sich die hellen, häufig scharf begrenzten Gänge, die den Granit durchschneiden.
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| Quarzader (eigenes Bild) |
Quarzader (eigenes Bild) |
Umgebungsbedingungen
Sie entstehen spätmagmatisch bis hydrothermal, also nach der Hauptkristallisation des Granits, dazu sind sind tektonische Spannungen erforderlich, die Risse öffnen, in die die Lösungen einwandern können. Typisch ist das Vorkommen in Gebieten mit starker Gebirgsbildung, wo sowohl Magmen als auch Verformungsprozesse gleichzeitig wirken.
Abgrenzung
Quarzadern sind kein Bestandteil der eigentlichen Granittextur (wie porphyrisch, aplitisch, augig usw.), sondern sekundäre Strukturen, die den Granit durchschneiden. Sie unterscheiden sich von Xenolithen, die als Fremdgesteine im Granit eingeschlossen sind: Während Xenolithe „mitgebracht“ werden, entstehen Quarzadern nachträglich durch Ausfällung. Im Vergleich zu Schlieren sind Quarzadern klar scharf begrenzt und oft deutlich heller.
Viel Spaß bei der kleinen detektivischen Runde durch die Uhlandstraße.
| Quellen |
Fotos |
Wikipedia
Mindat
Mineralienatlas
kristallin
geopark-hblo
Virtual Museum of Geology (Geologyscience)
geology base
Vulkane.net
geologyin |
kristallin
geologyin
geologische-streifzuege.info
Eigene Bilder
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Forms of granite - Amazing Geology
Overview and objective of this EarthCache
Uhlandstrasse features several building facades made of polished granite slabs sourced from different quarries. They display a surprising variety of structures and almost resemble an open-air museum. Each piece of granite tells its own geological story: Some slabs contain large crystals, others fine textures or dark inclusions.
Granite is an igneous plutonic rock that slowly crystallizes several kilometers below the Earth's surface. Depending on the conditions during its formation and subsequent geological processes, very different appearances can result.
On this multi-form EarthCache, you will learn about various special variants. At each station, you can identify and determine the form in the rock and solve a small geological detective task.
The difficulty stems from the effort required to visit all stations and document the results.
Logging conditions
To log the EarthCache, you must visit 10 waypoints. At each station, you must examine the rock closely. Note down the structures, colors, crystal forms, or patterns you can see and consider which geological processes led to this appearance. Use what you have learned in the listing about the different manifestations.
1. Question per waypoint:
X.1: What form of granite (or related rock) do you see at this station? Describe the characteristics you are using to identify it.
X2. What special structures, colors, or textures can you identify in the rock? What can you deduce about its formation process from this?
(Please replace the "X" with the current waypoint number.)
2. Caution: At one waypoint, an artificial stone has crept in. This is not granite or any of its forms. Anyone who carefully reads the granite characteristics in the listing will easily identify this artificial stone.
State the waypoint number and explain why the material is not consistent with granite.
Please submit all answers via the Message Center or email.
3. Required: Take a photo of yourself or a personal item at any waypoint and attach it to your log.
What is granite? – Formation and Composition
Granite forms when granitic magma slowly solidifies deep in the Earth's crust. This slow cooling creates a coarse-grained, uniform texture in which all minerals are clearly visible. The random, undirected distribution of the crystals is typical.
The main minerals are:
| Mineral |
Anteil |
Farbe |
| Plagioclase feldspar |
0-30% |
mostly white to white-gray and
only rarely colored |
| Orthoclase/potassium feldspar |
40-60% |
Usually bright red to reddish or pink,
rarely bluish, green, or blue |
| Quartz |
20-40% |
mostly colorless transparent, rarely gray, blue-gray or pink |
Mica (Biotite)
Mica (Muscovite) |
0-15% |
black-brown to black contrasts with the quartz and feldspar grains
colorless to silvery-white to golden yellow |
The colors in granite are created by the combination of these minerals. A high proportion of pink potassium feldspar gives the rock a reddish hue, while more quartz and light-colored plagioclase give it a grayish color.
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| "normal" Granite (own photo) |
"normal" Granite (own photo) |
The exact mineral content depends on the chemical composition of the magma and the pressure and temperature conditions during crystallization. If additional rocks are incorporated or the cooling process changes, special structures, inclusions, or patterns develop.
Special Forms of Granite
A. Xenoliths in Granite
Formation:
Xenoliths are fragments of foreign rock (Greek xenos = foreign, lithos = stone) that enter magma without completely melting. They usually originate from older rock layers that the magma penetrates on its way. Some xenoliths remain angular, angular, and largely unchanged because the rock has not yet had time to change through thermal reactions. Others are strongly rounded and show traces of partial melting, sometimes significant metamorphic overprinting and chemical interaction with the surrounding melt.
Xenoliths range in size from a few millimeters to several meters. Their shape is often angular because they were broken during incorporation. The rest of the rock displays a uniform, intergrown mineral structure – quartz, feldspar, and mica are interlocked and follow a common geological history. The crystals do not stand out sharply from a matrix, but rather overlap directly with one another with their contours.
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| Xenolith (with sharp edges) (own photo) |
Xenolith with blurred edges (own photo) |
Environmental Conditions:
For a xenolith to survive, it must be chemically and thermally resistant enough to avoid complete dissolution in the magma. This is particularly successful when the magma rises rapidly, has a short residence time, or when there are no large temperature differences between the magma and the rock it contains. In slower-cooling magmas, xenoliths often begin to melt, creating a sharp, more rounded edge.
Differentiation:
Xenoliths often appear like patches or islands in the rock. They differ from mineral inclusions in that they consist of a whole rock and not just individual minerals. Sharply defined, angular, angular edges indicate minimal interactions, while strongly rounded, spherical xenoliths indicate partial melting. The degree of shape of a xenolith is thus a direct indicator of conditions such as magma temperature, duration, and transport mechanism, as well as contact metamorphism in the magmatic system.
B. Phenocrysts in porpyhric granite
Formation:
Porphyric granites form when individual minerals (primarily feldspar, less frequently quartz or biotite) form early in the magma and grow into larger crystals. The remainder of the melt then crystallizes more rapidly, forming a fine- to medium-grained matrix. In granite, phenocrysts are often recognizable as large, angular grains of feldspar or quartz. Such crystals can reach several centimeters in size and stand out clearly from the matrix due to their shape, color, and size. In some granites, the phenocrysts are particularly numerous and large, suggesting that the magma stagnated in a chamber and underwent a prolonged crystallization phase before finally solidifying. These are often feldspar or quartz. The other minerals are similarly tightly intergrown, with no discernible filling material between them. The color and arrangement of the crystals reflect the natural crystallization process and follow a geologically comprehensible structure.
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| Phänokristalle |
(eigene Bilder) |
Environmental Conditions:
The formation of phenocrysts requires stable conditions in the magma so that the first crystals can grow before the remaining melt crystallizes. This often occurs in deeper magma chambers, where temperature fluctuations are small and cooling processes are slow. If a sudden further cooling or chemical imbalance occurs, the remaining magma quickly crystallizes and forms the fine-grained background.
Differentiation:
Phenocrysts can easily be confused with large mineral grains in uniform-grained granite. The difference is that they stand out clearly from the finer matrix and often exhibit sharply defined crystal forms. In contrast to eye granite, phenocrysts are usually irregularly shaped and distributed. They appear angular or angular and lack a characteristic lens-shaped form. This makes the rock appear less orderly, and the conspicuous crystals are more likely to be isolated features within the matrix.
C Eyes in porpyhric granite (eye granite)
Formation:
Eye granite contains conspicuous, oval, or round feldspar crystals that appear like "eyes" in the rock. These large feldspars are usually phenocrysts that grew early in the magma. They can be easily deformed by subsequent tectonic stress, transforming originally angular crystals into their characteristic oval, lens-like, or eye-like shapes.
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| Eye granite (Image: geologische-streifzuege.info) |
Eye granite (own photo) |
Environmental Conditions:
Eye granite forms when a granite undergoes directional deformation during or after crystallization. This can be caused by tectonic forces in the Earth's interior, such as the compression of continental crusts or during mountain-building processes. The mineral differences between the feldspars and the groundmass ensure that the "eyes" are clearly visible.
Differentiation:
Eye granite can easily be confused with rapakivi, as both contain large feldspars. The difference: rapakivi has a thin plagioclase shell around the crystals, whereas eye granite lacks such a shell. Unlike "normal" porphyry granite, the large feldspars in eye granite are regularly oval or lens-shaped. They are often evenly distributed and may be surrounded by a slightly depressed mineral texture that makes the "eyes" even more prominent.
D. Schlieren Formation in Granite
Formation:
Schlieren are irregular bands or striations that arise from the enrichment of certain minerals in still partially liquid magma. Sometimes they are also the result of the mixing of two magmas with slightly different compositions. Schlieren can be light or dark, depending on whether quartz/feldspar (light) or mica/biotite (dark) has accumulated.
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| Schlieren (own photo) |
Schlieren (own photo) |
Environmental conditions:
Schlieren require movement within the magma—for example, through convection, tectonic forces, or the infiltration of a second magma. Varying mineral contents then lead to the visible colored bands. (Convection is a heat transfer mechanism in which heat is transported by the movement of liquids or gases (fluids).)
Differentiation:
Schlieren are part of the rock structure itself. They differ from cracks or veins in that their boundaries are fluid and they act as part of the fabric.
E. Rapakivi Granite
Formation:
Rapakivi granite is a special type of granite that contains large, oval feldspar crystals surrounded by a narrow rim of another type of feldspar. This "coating" of the crystals occurs when the chemical and physical conditions in the magma change during crystal growth. Thus, a potassium feldspar crystal first begins to grow, which is later covered by a thin plagioclase shell.
Some rapakivi crystals have this rim, others do not. This indicates that different conditions prevailed several times during cooling. Rapakivi textures are relatively rare and often associated with specific geological situations.
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| Rapakivis without a rim (own photo) |
Rapakivis with a rim (own photo) |
Environmental Conditions:
Rapakivi textures only occur in certain chemically unique magmas that cool very slowly. Brief changes in pressure, temperature, or composition—for example, due to the penetration of a second melt—lead to the formation of the typical shell.
Differentiation:
Rapakivi crystals differ from phenocrysts in that they have a distinct, color-contrasting shell and are highly rounded. Unlike orbicular granite, they are not composed of concentric shells, but rather consist of a single crystal nucleus with a single thin shell.
F. Orbicular Granite (Obicular Granite)
Formation:
Orbicular granite is a very rare phenomenon in which spherical or ellipsoidal structures—orbiculi—form from concentric shells around a nucleus. These shells form when different mineral layers are deposited successively around a crystal nucleus. This rhythmic crystal formation can be triggered by repeated changes in the chemical composition of the magma or by changing temperature and pressure conditions.
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| Orbicular granite (Image: Kristallin.de) |
Orbicular granite (Image: geologyin.com) |
Environmental conditions:
Very specific conditions are required for the formation of orbicular granite. The magma must remain quiescent for a relatively long time so that shells can build up successively around individual crystal nuclei. At the same time, repeated changes in the composition of the magma are necessary, for example, through the intrusion of a second magma melt or through the partial crystallization of certain minerals. Their formation is so rare that orbicular granites occur only in a few places in the world and are usually considered geological peculiarities.
Differentiation from rapakivi:
Both rocks exhibit striking large structures, but differ significantly: rapakivi crystals are individual feldspars with a thin plagioclase shell, while orbiculars consist of several concentric shells of various minerals around a core. The patterns in orbicular granite are more complex and, when viewed in cross-section, resemble tree rings.
G. Aplitic Granite
Formation:
Aplitic granite is a very fine-grained granite that forms from the last remnants of a granitic melt. This residual melt is often particularly rich in silica and relatively poor in dark minerals. Because it rapidly penetrates into already cooled areas of the rock, it cools rapidly, creating a uniform, very fine-grained texture.
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| Aplitic granite (Image: Wikipedia) |
Aplitic granite (Image: Mindat) |
Environmental Conditions:
Aplitic rocks typically form in the late stages of granite crystallization, when most of the magma has already solidified. The remaining melt residue is deposited in crevices and fine veins, where it crystallizes without significant movement. The fine grain size indicates comparatively rapid cooling compared to the surrounding coarse-grained granite.
Differentiation:
Aplitic granite is fine-grained and light-colored, but differs from volcanic quartz porphyry. The latter does not form from deep magmatic processes, but rather from rapid cooling at the Earth's surface.
H. Pegmatitic Granite (Pegmatite)
Formation:
Pegmatitic granite is extremely coarse-grained and can contain crystals several centimeters or even decimeters in size. It forms from a water- and gas-rich residual melt that penetrates cracks and cavities during the final stages of granite formation. The high volatile content reduces the viscosity of the melt and facilitates rapid crystal growth.
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| Pegmatitic granite (Images: |
geologische-streifzuege.info) |
Environmental conditions:
Pegmatites form during a late stage of cooling of a granite pluton. They require space for free crystal growth and a high concentration of rare elements such as lithium, beryllium, or tantalum, which are often filtered out from the main melt. The high water content accelerates mass transport, allowing crystals to reach exceptionally large sizes.
Differentiation:
Pegmatite differs from coarse-grained granite in its extremely large crystal growth and often exotic mineral inventory. While coarse-grained granite is uniformly grained throughout, pegmatite often exhibits irregular crystal shapes and mineralogical zones.
I. Quartz veins in granite
Formation:
Quartz veins in granite are not a variant of granite, but rather later geological features that develop in or on the granite. I have therefore included them as a "special feature in granite." Quartz veins form when hot, silicate-rich residual solutions circulate through cracks and fissures after the granite has solidified. Upon cooling, quartz (sometimes also feldspar or beryl, tourmaline, garnet, etc.) crystallizes. This forms the light-colored, often sharply defined veins that cut through the granite.
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| Quarzader (eigenes Bild) |
Quarzader (eigenes Bild) |
Environmental Conditions:
They form during late magmatic to hydrothermal processes, i.e., after the main crystallization of the granite. This requires tectonic stresses that open cracks into which the solutions can migrate. They typically occur in areas of strong mountain building, where both magmas and deformation processes act simultaneously.
Differentiation:
Quartz veins are not part of the actual granite texture (such as porphyritic, aplitic, august, etc.), but rather secondary structures that cut through the granite. They differ from xenoliths, which are embedded in the granite as foreign rocks: While xenoliths are "brought along," quartz veins form subsequently through precipitation. Compared to schlieren, quartz veins have sharply defined boundaries and are often significantly lighter.
Enjoy your little detective tour through the Uhlandstrasse.
| Sources |
Photos/Images |
Wikipedia
Mindat
Mineralienatlas
kristallin
geopark-hblo
Virtual Museum of Geology (Geologyscience)
geology base
Vulkane.net
geologyin |
kristallin
geologyin
geologische-streifzuege.info
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