Die Baumeister der Urmeere
„Vergänglich ist das Leben, beständig die Spur.“
Vor rund 300 - 400 Millionen Jahre, im Devon, befand sich der Bereich um das heutige Malberg in einem flachen, küstennahen Meeresbecken. Der Untergrund bestand aus feinkörnigem bis mittelkörnigem Sand, der durch Strömungen, Gezeiten und Sturmereignisse kontinuierlich umgelagert wurde.
In dieser lockeren, wassergesättigten Sedimentmatrix lebten grabende Organismen - sehr wahrscheinlich decapode Krebstiere, oder ähnliche benthische Invertebraten. Sie schufen permanente Wohnbauten im horizontalen bis leicht verzweigten Verlauf, knapp unterhalb der Sedimentoberfläche.

(Eigene Abbildungen, KI-generiert (OpenAI, 2025) [1]
Die Funktion dieser Gänge war doppelt:
1. Schutzfunktion: Verbergen vor Prädatoren
2. Ernährungsfunktion: Strömungszugang für filtrierende Nahrungsaufnahme, oder für das "Durchsieben" von Sediment nach organischen Partikeln.
Die Tiere hielten ihre Röhren oft stabil, indem sie die Wände verdichteten oder auskleideten, während der innere Bereich locker blieb.
Mit der Zeit wurden die Sedimente über den Gängen weiter überdeckt, verdichtet und schließlich zu festem Sandstein verbacken. Die ursprünglichen Gänge blieben als Spurenfossilien (Ichnofossilien) im Gestein erhalten - teils mit einer etwas anderen Zusammensetzung oder Körnung als das umliegende Gestein.

(Eigene Abbildungen, KI-generiert (OpenAI, 2025) [1]
Was sind Spurenfossilien?
Spurenfossilien, auch Ichnofossilien genannt, sind keine Reste von Tieren selbst, sondern die Abdrücke ihres Verhaltens. Dazu gehören Gänge im Sand, Fraßspuren, Abdrücke von Ruheplätzen, oder sogar Fußspuren.
Man könnte sagen: es ist versteinertes Verhalten.
Im Unterschied zu Knochen, oder Schalen verraten uns Spurenfossilien nicht, wie ein Tier aussah, sondern wie es gelebt hat - ob es sich eingegraben, nach Nahrung gesucht hat, oder am Meeresboden gegrast hat. Solche Spuren sind selten erhalten, denn sie müssen sehr schnell mit Sediment überdeckt, oder tief eingegraben worden sein, damit sie nicht wieder zerstört werden. Gerade deshalb sind sie für die Wissenschaft besonders wertvoll: Sie zeigen uns einen direkten Blick in den Alltag urzeitlicher Tiere - auch dann, wenn von Tieren selbst nichts mehr übrig ist.

(Eigene Abbildungen, KI-generiert (OpenAI, 2025) [1]
Erosion und Ausbildung der heutigen Hohlräume
In der heutigen Landschaft der Eifel wirken seit Heraushebung der jüngeren Erdgeschichte intensive physikalische und chemische Verwitterungsprozesse.
Physikalische Verwitterungsprozesse: Temperaturwechsel, Frostsprengungen und mechanischer Abrieb.
Chemische Verwitterungsprozesse: Lösungsvorgänge durch leicht saure Niederschläge, vor allem bei karbonatischen Bindemitteln.
Da die Gangfüllungen häufig feinkörniger, poröser, oder mineralogisch weniger stabil waren als der umgebende Sandstein, wurden sie bevorzugt angegriffen. Über Jahrtausende kam es zu differenziellen Erosion:
Der weichere Füllstoff wurde ausgewaschen, während der festere, bessere zementierte Sandstein stehen blieb.
Das erklärt, warum die fossilen Gänge heute als offene Röhren sichtbar sind. Die ursprungliche Sedimentfüllung ist längst verschwunden, übrig ist nur der Hohlraum, der die Form des urzeitlichen Grabens exakt bewahrt.
Die Röhren sind also kein Zufallsprodukt der Natur, sondern direkte Lebensspuren einer längst vergangenen Unterwasserwelt.
Um diesen Earthcache loggen zu dürfen, beantworte Folgende Fragen und schicke mir die Antworten:
1. Sieh dich vor Ort genauer um. Sind über den gesamten Aufschluss solche Gänge zu finden?
2. Warum verlaufen die Gänge überwiegend horizontal?
3. Warum sind die Röhren heute leer?
4. Was verrät die Beschaffenheit des umliegenden Sandsteins über die Ablagerungsbedingungen?
5. Miss den Durchmesser mehrerer Röhren im Sandstein. Sind alle Röhren gleich dick, oder gibt es Unterschiede?
6. Mache vor Ort ein Foto von Dir, oder einem persönlichen Gegenstand und hänge das Bild an deinen Logeintrag.
Danach dürft Ihr sofort loggen. Sollte etwas nicht stimmen, werde ich mich melden.
Quellen:, wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Palichnologie), eigene Recherchen vor Ort
[1] Die Abbildungen wurden mit einem KI-Bildgenerator (OpenAI, 2025) erstellt und mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimiert. Sie dienen ausschließlich der Veranschaulichung.