Oh mein Gott! Wie sieht denn die Preetzer Hütte aus?? Eine richtige Ruine! Da muss etwas getan werden... Also haben sich einige Engagierte zusammengeschlossen, um am Wiederaufbau zu arbeiten. Nach und nach werden hier einige Mysteries erscheinen, bis die Hütte wieder schick aussieht 😀
Zum Rätsel:
An den Startkoordinaten ist nichts zu finden, diese sind ja ein Teil der Hütte.

Klassische Dystopien 1
Andere Städte, wie zum Beispiel Bremerhaven oder Karlsruhe, haben sie bereits: Eine Cacheserie mit literarischen Rätseln. Nun entsteht auch in Preetz eine Mini-Serie von Mysteries über Lieblingsbücher, speziell: Klassische Dystopien und dystopische Klassiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf diese Weise möchten die.duenenkrabbler Euch dazu ermuntern, diese "alten Schinken" noch einmal zur Hand zu nehmen und darin auf Entdeckungsreise zu gehen, die überraschenden Parallelen zu finden zu anderen Dystopien oder, besser noch, zu ganz realen Entwicklungen bis hin in unsere Gegenwart und zu staunen über die bisweilen visionären Ideen der Autoren.

Was ist überhaupt eine "Dystopie"? Wiktionary bezeichnet so, kurz und knapp, eine "Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat." Wann ist eine Dystopie eine "klassische"? Das ist unter Literaten umstritten, ebenso wie die Frage, ob es sich bei dem hier vorgestellten Werk um die erste klassische Dystopie handelt. Auf alle Fälle scheint sie die Autoren und Autorinnen vieler späterer Dystopien beeinflusst zu haben; im Falle George Orwells ist dieser Einfluss sogar zweifelsfrei belegt.
Die Handlung des Romans trägt sich in einer fernen Zukunft zu, in einer Zeit nach dem 200-jährigen Krieg und der letzten aller Revolutionen. Nur ein ganz geringer Anteil der Weltbevölkerung hat diesen Krieg überlebt und ist in einem "Einzigen Staat" organisiert. An der Spitze des Einzigen Staates steht der "Wohltäter"*). Er ist autokratischer Herrscher, oberster Richter und Henker in einer Person. Am "Tag der Einstimmigkeit" wird der Wohltäter in seinem Amt bestätigt. Wie der Name schon sagt, sind bei diesen Wahlen Gegenstimmen nicht vorgesehen. Das Kollektiv ist alles, der Einzelne gilt nichts. Konsequenterweise wurde das Konzept von "Bürgern" oder "Personen" abgelöst: Es gibt nur noch "Nummern". Der Alltag wird vom Einzigen Staat bis ins kleinste Detail hinein geregelt, bis hin zur Anzahl der Kaubewegungen bei den Mahlzeiten. Ziel dieser Staatsform ist das Erlangen des größtmöglichen Glücks für alle, denn nur wo keine Freiheit ist, kann Glück gedeihen. Die Einhaltung aller Regeln wird durch ständige Beobachtung gewährleistet: Alle Häuser wurden vollständig aus unzerbrechlichem Glas errichtet, so dass jeder jederzeit von außen hineinschauen kann. Ein Heer von "Beschützern"*) (eine Art Innengeheimdienst, organisiert im "Beschützeramt") bespitzelt die Nummern auf Straßen und Plätzen. Alle Laternen tragen Mikrofone, die jedes gesprochene Wort in das Beschützeramt übertragen. Wer gegen die bestehende Ordnung aufbegehrt, endet ganz schnell auf der Maschine des Wohltäters, einer Art Elektrischem Stuhl, der die Delinquenten mittels 100.000 Volt Hochspannung vaporisiert. Diese Hinrichtungen erfolgen zur Begeisterung der Massen stets öffentlich.
Die Geschichte wird in Form von Tagebucheinträgen eines Mathematikers und Raumfahrtingenieurs erzählt. Seine Aufgabe ist es, ein Raumschiff zu bauen, mit dessen Hilfe die frohmachende Botschaft vom Glück durch Unfreiheit zu den Bewohnern ferner Planeten getragen werden soll. Böswillig kann man es auch so deuten: Nachdem der Einzige Staat die Erde unterjocht hat, will er nun auch noch das Weltall unter seine Gewalt bringen. Unser Protagonist ist ein Rationalist durch und durch: Logik, Zahlen und Formeln bedeuten ihm alles, Gefühle kennt er scheinbar nicht. Zu Beginn der Geschichte steht der Protagonist dem Staat vollkommen loyal gegenüber, ja er verherrlicht das System der Unfreiheit geradezu. Dann macht er auf einem Spaziergang - man darf sich "Spaziergänge" dabei nicht individualistisch denken, in den zeitlich straff getakteten Arbeitspausen wird in Reih und Glied marschiert - Bekanntschaft mit einer weiblichen Nummer, die ihn zugleich fasziniert und abstößt, weil sie anders ist als die anderen Nummern. Sie hat ganz andere Vorstellungen vom Leben als der Rest, denkt und handelt eher wie ein Individuum als eine Nummer, durchbricht Regeln (und weiß diese Regelbrüche zu verbergen). Sie zeigt unserem Protagonisten eine für ihn bis dahin unbekannte Welt, die Welt der Vergangenheit, die eher unserer Gegenwart entspricht. Gegen alle staatlichen Geschlechtsgesetze verführt sie unseren Protagonisten. Er verfällt ihr mehr und mehr, fängt sogar - für ihn entsetzlich - an zu träumen. Es stellt sich heraus, dass die besagte weibliche Nummer eine Widerstandsbewegung anführt, die, ganz entgegen der allgemeinen Überzeugung von der Unmöglichkeit weiterer Revolutionen, eine erneute Revolution, nun gegen den Einzigen Staat, plant und unseren Ingenieur, der inzwischen von heftigen Zweifeln am System geplagt wird, in ihre Pläne einspannt. Die fulminante und dramatische weitere Entwicklung sowie das verstörende Ende des Romans sollen hier natürlich nicht verraten werden, wir wollen ja neugierig machen und dazu einladen, das Buch ganz zu lesen. Im Abstand vom mehr als 100 Jahren seit seinem Erscheinen wird man feststellen: Dieses Werk ist gut gealtert, es ist immer noch spannend und mit Gewinn zu lesen.
*) Man beachte die äußerst gallige Ironie bei den Bezeichnungen "Wohltäter", "Beschützer" usw.
Wer hat sich diese wohl bei unserem Autor abgeschaut?

Wenn Ihr das Buch ausgelesen habt, werdet Ihr auch den Cache finden können. Er ist versteckt bei
N 54° 10 + (S - 2*D + I + O + 3*R)/1000
E 010° 10 + (2*S + D - 7*I)/1000
Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Suchen wünschen
die.duenenkrabbler
Bilder: reve.art
Update 23.08.2025: Finalformel korrigiert (jeweils eine "0" war zu viel)