Das Pretziener Wehr feiert in diesem Jahr das 150-jährige Bestehen. Wer sich für großartige Ingenieurskunst begeistert, der sollte das Pretziener Wehr an der Alten Elbe nahe der Ortschaft Pretzien besuchen. Bei seiner Fertigstellung 1875 war das Pretziener Wehr das größte Schützenwehr Europas und galt seinerzeit als technische Meisterleistung. Es gewann eine Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung und fand sich damit auf einer Stufe mit dem Eifelturm. Noch heute schützt es Schönebeck und auch Magdeburg vor Überflutung bei Hochwasser. Bei Niedrigwasser hingegen staut sich das Wasser, welches sonst die Alte Elbe entlangfließen würde.
Ein erster Entwurf zum Bau des Pretziener Wehrs geht zurück auf eine Denkschrift des preußischen Bauingenieurs Hermann Wurffbain von 1865. Dieser leitete später auch die Bauarbeiten. Im Deutschen Technikmuseum Berlin steht ein detailgetreues Modell eines Wehrjochs im Maßstab 1:10. Die Bundesingenieurkammer zeichnete das Wehr 2015 als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland aus. Aktuell befindet es sich auf der Tentativliste zu den Vorschlägen zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Das Jubiläum soll Anfang September groß gefeiert werden. Am Freitag, 5. September, gibt es eine geschlossene Feierstunde mit der Unterzeichnung der Vereinssatzung. Der Verein soll den Weg zum UNESCO-Weltkulturerbe ebnen. Am Samstag, 6. September, findet ab 10 Uhr der Tag der offenen Tür statt, mit jeder Menge Unterhaltung für die Familie und viel Wissenswertem über das Wehr.
Technische Daten
- Unterbau als festes Wehr (Länge 162,8 m. Breite 7,5 m, Höhe 3,8 m aus Sandstein)
- nutzbare Durchflußbreite 112,95 m
- 10 Sandsteinpfeiler mit 9 Jochöffnungen (Höhe 5,75 m, Weite je 12,55 m)
- in jedem Joch 8 freistehende Schienen als Losständer zur Aufnahme von 36 Schützentafeln
- 324 Schützentafeln insgesamt
- 1 Schützentafel ist 1,31 m breit und 0,83 m hoch, Gewicht ca. 100 kg
- Bedienung mit Motorwinden und ursprünglichen Handwinden auf Windenwagen
Geschichte
- bis 1865 starke, teilweise katastrophale Hochwasserschäden
- 1865 Denkschrift an die Preußische Regierung über eine sogenannte Elbenauer Deichregulierung
- 1869 Beschluss der Preußischen Regierung zum Bau des Elbe Umflutkanals und des Pretziener Wehres
- 1871-75 Bau des Pretziener Wehres vorwiegend von italienischen Bauarbeitern und französischen Kriegsgefangenen
- 1959/60 Durchführung von Injektionsarbeiten zur Beseitigung der starken Unterläufigkeit
- 1990 Durchführung von umfangreichen Korrossionsschutzarbeiten an sämtlichen Stahlbauteilen einschließlich Trägerkonstruktion der Wehrbrücke
- 1991 - Instandsetzung des Quadermauerwerks
- Austausch sämtlicher Stahlseile, Wehrtafeln und Losständer durch nichtrostendes Material
- Installation einer Elektroanlage einschließlich einer Beleuchtung der Wehrbrücke und der Wehrjoche
- 2003 umfangreiche Sanierungsarbeiten am Pretziener Wehr
Zum Cache
Der Cache wird anlässlich des Jubiläums "150 Jahre Pretziener Wehr" in Kooperation der Stadt Schönebeck (Elbe) und des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) gelegt. Es ist eine große Box, in der für die drei Erstfinder jeweils ein Beutel mit kleinen Geschenken sowie Urkunden enthalten sind. Auch der 4. Finder bekommt eine Urkunde. Für die drei Erstfinder sind durch den LHW noch Bücher mit Informationen über das Wehr vorgesehen, die gern in der Stadtverwaltung Schönebeck, Markt 1, zu den Öffnungszeiten auf Vorzeigen der Finderurkunde abgeholt werden können, der FTF erhält zwei unterschiedliche Bücher. Ansonsten lässt die Box nach der Entnahme der Geschenke viel Platz für mögliche Tauschsachen.