Es war einmal ein Geocacher namens Nightmere, ein stiller Wanderer zwischen Welten, der seine Reisen nicht nur mit Auto, Rad oder zu Fuß unternahm, sondern auch mit einem Herz voller Neugier.
Sein Abenteuer begann in Metz, wo die Kathedrale sich wie ein riesiges steinernes Schloss über die Stadt erhob. Als er nach einer Dose suchte, flackerte plötzlich ein Licht aus einem Kirchenfenster, und eine Taube mit goldenen Federn flog auf. „Folge deinem Weg“, schien sie ihm zuzuflüstern. So fuhr er weiter nach Ittersdorf. Hier waren die Felder so grün, dass sie im Wind wie Wellen tanzten. Unter einer alten Linde entdeckte er die nächste Dose – doch als er sie öffnete, sprang ein winziger Waldkobold heraus, kaum größer als eine Walnuss. „Die Welt ist voller Geheimnisse“, kicherte er, „doch nur die Suchenden finden sie.“ Und mit einem Blinzeln war er verschwunden.
In Achtum bestieg der Geocacher sein Rad. Das Dorf lag still, doch hinter den Hecken huschten Gestalten, die wie Schatten aussahen – freundlich, neugierig, fast wie kleine Wächter der Wege. Sie ließen ihn passieren, als hätten sie erkannt, dass er einer von denen war, die mit offenen Augen reisen.
Merxheim begrüßte ihn mit Weinbergen, die in der Sonne glitzerten wie grüne Kristalle. Eine Fee mit silbernen Flügeln schwebte über die Reben. Sie legte ihm eine Rebe in die Hand und sprach: „Wer sucht, findet nicht nur Orte, sondern auch Geschichten.“
Dann stand er vor der Konrad-Adenauer-Brücke über die Donau. Die Brücke schien ein Tor in eine andere Welt zu sein: unter ihr rauschte die Donau wie ein Strom aus flüssigem Licht. Für einen Moment glaubte er, Stimmen im Wasser zu hören – alte Nymphen, die ihm Mut zusangen. Als er die Brücke überquerte, fühlte er sich, als hätte er ein unsichtbares Reich betreten.
In Alsfeld waren die Fachwerkhäuser lebendig: ihre Balken knarrten, und manche Fensterläden zwinkerten ihm zu. Er lachte leise und suchte weiter. Schließlich kam er nach Wasserbilligerbrück, wo die Flüsse sich vereinten. Dort sah er zwei Wassergeister, die ihre Hände ineinanderlegten – Sinnbild dafür, dass jede Reise Begegnung ist.
Seine letzte Etappe führte von Ermke bis Molbergen. Er wanderte durch Wälder, in denen Lichtstrahlen wie goldene Pfeile zwischen die Bäume fielen. Auf einem Hügel bei Molbergen stand eine alte Eiche. Unter ihren Wurzeln fand er die finale Dose. Als er sie öffnete, funkelte darin ein winziger Kristall, der so hell leuchtete wie ein Stern.
Da wusste er: Seine Reise war nicht nur ein Spiel, sondern ein Zauber. Denn überall, wo er gewesen war, hatte er nicht nur Orte gefunden – sondern auch die Magie, die in der Welt verborgen liegt.
Und so zog der Geocacher weiter, wissend, dass hinter jeder Koordinate ein neues Märchen auf ihn wartete.