Es war einmal ein Jüngling aus dem Städtchen Homberg an der Ohm. Der Jüngling war nicht besonders interessiert an Arbeit. Drum suchte er immer nach einfachen Möglichkeiten, um an Geld zu kommen.
Eines Abends hörte er in der Taverne von einem Schatz, der in der Hardtschlucht versteckt sei. Der Jüngling wollte von seinen Gesprächspartnern mehr erfahren, doch die riefen nur, er solle sich den Schatz aus dem Kopf schlagen. Der Schatz verspreche zwar unermessliche Reichtümer, doch hieß es, ein böser Teufel bewache ihn. Der Jüngling aber war so mutig (oder so faul?), dass er sich hiervon nicht abschrecken ließ.
Schon am nächsten Tag machte er sich auf den Weg zur Hardtschlucht. Am Eingang zur tief eingeschnittenen Schlucht blieb er kurz stehen. Es hatte die ganze Woche geregnet und der Bach in der Schlucht rauschte an ihm vorbei. Doch er ließ sich nicht beeindrucken. Durch Matsch und Schlamm stapfte er vorwärts, immer weiter, immer höher.
Schließlich kam er an den Ort, den ihm die Männer in der Taverne genannt hatten. Mucksmäuschenstill schaute er sich um. Einen Teufel oder einen Schatz sah er nicht. Doch dann hörte er ein leises Schnarchen. Tatsächlich - in einem der Bäume lag ein winziges Teufelchen und schnarchte vor sich hin. Der Jüngling grinste, als er das Teufelchen sah. Vor so einem Zwerg musste er doch keine Angst haben!
Als er sich dem Baum näherte, sah er schnell, was er suchte. Ein Kistchen, das am Fuß des Baumes lag. Leise schlich er sich zur Kiste, schnappte sie sich und drehte sich um.
In diesem Moment hörte er ein Rascheln über sich und als er nach oben schaute, sah er über sich das Teufelchen, dass ihn anstarrte. "Was machst du da?", rief das Teufelchen. "Leg die Kiste sofort zurück und vielleicht lasse ich dich laufen."
Dem Jüngling wurde nun doch Angst und Bange. Er drehte sich um und rannte los, den Berg hoch. Das Teufelchen aber sprang vom Baum und stieß ein tiefes Grollen aus. Als der Jüngling kaum hundert Meter den Berg hochgerannt war, sah er nach hinten - und traute seinen Augen nicht. Das Teuflechen, das kaum so groß war wie ein Hund, riss neben sich einen riesigen Baum aus und warf diesen in Richtung des Jünglings. Der Jüngling reagierte schnell und warf sich zur Seite. Als er im Dreck lag, merkte er, dass er die Kiste hatte fallen lassen. Hektisch sah er sich um. Da! Unter dem Baum, der keine Elle von ihm entfernt gelandet war, guckte noch die Ecke der Kiste hervor. Verzweifelt versuchte er, sie herauszuziehen, doch sie steckte fest. Als er hinter sich ein gackerndes Lachen hörte, dachte er nicht mehr nach. Er nahm die Beine in die Hand, rannte los und blieb nicht stehen, bis er zu Hause war.
Nie wieder kehrte der Jüngling zurück an diesen Ort des Schreckens. Und der Schatz? Der soll noch heute unter dem Baum liegen und darauf warten, entdeckt zu werden...
Viel Spaß beim Suchen! Denkt dran, was zum Tauschen mitzubringen :)