Der Sirgenstein
Bekannt ist er vor allem durch die über dem Achtal befindliche Sirgensteinhöhle, die mit 5 weiteren Höhlen zum UNESCO Welterbe "Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb" gehört.
Vom Vorplatz führt ein schlauchartiger Gang in die große Kuppelhalle mit zwei Öffnungen in der Decke, über die diese natürlich erhellt wird.
Über 60.000 Jahre nutzen Neandertaler und später der Moderne Mensch die Höhle. Spuren davon sind an den Höhlenwänden immer noch gut sichtbar...
Gut nachvollziehbar bescheinigt die Stadt Blaubeuren der Höhle mit ihren gut 40 m Länge und eigenwilligen Form ein "ganz besonderes Höhlengefühl"...
Nun, die Fantasie scheint sie auf jeden Fall anzuregen.
Im späten 15. Jahrhundert beschreibt der Ulmer Dominkanermönch Felix Fabri im 2. Buch seiner "Descriptio Sueviae" - Landeskunde Schwabens - die zwischen Schelklingen und Blaubeuren gelegene Sirgensteinhöhle und berichtet, dass man zu Füßen des Felsens einen Schatz vermute, weshalb Schatzgräber, die hier Gold und Silber vergraben wähnten, am Höhleneingang einen Schacht gegraben hätten. Das wäre auch noch weiter gegangen, wenn ihnen nicht der "Erzherzog von Austria" (seit 1343 gehörte die Herrschaft Schelklinigen zu Österreich) Einhalt geboten hätte...
Für Fabri selbst ist die Höhle bei Blaubeuren der Schauplatz einer Erzählung des römischen Dichters Ovid, nach der die Musen, Töchter des Jupiter und der Memoria, Grotten aufgesucht hätten, um den schönen Widerhall zum Singen auszunutzen bei ihren fröhlichen Festen. All dies fand ein Ende, als der "ungeheuerliche Cyclop", dem die Höhle als Wohnstatt diente, sie aufspürte und in der Höhle einsperrte, indem er vor dem Eingang einen riesigen Stein postierte - dieser ist übrigens auch heute noch auf dem Vorplatz zu sehen...
Die Musen jedoch verwandelten sich in Elstern und entflohen durch die Deckenöffnungen der Höhle.
Den Namen "Sirgenstein" oder zu Fabris Zeit "Singrenstein" leitet er sich aus dem Namen des Riesen Singrenus her, also "Stein des Singrenus". Alternativ muss das Kraut "ingrien" (Immergrün) , das dort neben dem Felsen wächst, als Namensgeber herhalten.
Genug geschwärmt? Dann begleitet uns an diesen mystischen Ort!
Leider ist die Sirgensteinhöhle aktuell wegen zwingend notwendiger konservatorischer Arbeiten des Landesamtes für Denkmalpflege für die Dauer der Maßnahmen für den Besucherverkehr geschlossen. Der Vorplatz mit Blick in die Höhle kann weiterhin betreten werden. Und selbstverständlich ist auch das zugehörige "Platzhalter" - Döschen jederzeit frei zugänglich.
Besichtigung und Führungen sind nach Absprache mit dem Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren, Telefon: 07344 / 966990, www.urmu.de, möglich. Dieses ist übrigens auch einen extra Besuch wert.
Und wer sich erstmal vorab Appetit holen will, kann die Höhle in 3 D hier virtuell begehen:

Für Naturfreunde mit Freude an etwas mehr Bewegung gibt es außerdem einen kurzen Themenwanderweg vom Parkplatz Tiefental zur Höhle und auch der Burgrest Sirgenstein auf dem Felsen ist ein interessantes Ziel.
Du kannst deine Rätsel-Lösung mit
certitude überprüfen.