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Lesen hilft! Mystery Cache

Hidden : 10/31/2025
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:


Wie bei Mystery-Caches üblich, zeigen die Koordinaten nicht auf den Cache selbst. Hier führen sie euch zur Bibliothek – sie steht sinnbildlich für das, was wirklich hilft: Lesen.

Wichtig: Bitte nicht direkt beim Finale parkieren!




Manche Rätsel löst man mit Logik.
Andere mit Glück.
Dieses hier – nur mit Lesen.

In der ehrwürdigen Bibliothek von Münchenstein geschehen seltsame Dinge. Ein leicht überforderter Professor, ein bibliophiler Hüter der Bücher und ein geheimnisvolles Schriftstück führen dich auf eine Spur, die nur findet, wer jedes Wort genau liest.
Doch keine Sorge: Du brauchst keine kryptischen Formeln, kein Hexenbuch und keinen Doktortitel. Nur ein bisschen Geduld, Humor … und die Erkenntnis, dass der Titel Programm ist: Lesen hilft.

Viel Spass beim Schmökern, Grübeln und Finden! Und denk dran: Wer nur überfliegt, fliegt vorbei.





Die Bibliothek der verborgenen Worte


Inmitten der stillen Gassen von Münchenstein verbirgt sich eine Bibliothek, die mehr zu erzählen hat, als man auf den ersten Blick sieht - und die schon bessere Tage gesehen hat. Nicht, dass sie heruntergekommen wäre – im Gegenteil! Sie war einfach … eigenwillig.
Die Regale standen leicht schief, als hätten sie sich über die Jahre den Rücken verrenkt. Manche Bücher lagen quer in den Fächern, als hätten sie sich selbst hingelegt, um auszuruhen. Die Bücher waren alphabetisch nach Geschmack sortiert – zumindest nach dem von Balthasar Büchli, dem Bibliothekar, der hier schon so lange arbeitete, dass manche Besucher glaubten, er sei mit eingebaut worden, als die Bibliothek entstand. Er kannte jedes Buch der Bibliothek. Und wenn der Wind richtig durch das Fenster der Kinderbuchabteilung pfiff, raschelten die Seiten der Bücher wie neugierige Zuhörer.
Balthasar Büchli war ein Mann, der Bücher so sehr liebte, dass er sich weigerte, sie mit Etiketten zu bekleben. „Etiketten sind für Marmeladengläser, nicht für Geschichten“, pflegte er zu sagen, während er den Barcode-Scanner ignorierte und lieber handschriftliche Zettel anfertigte.
Er trug stets eine Weste mit mindestens sechs Tintenklecksen, was ihn in den Augen seiner Kollegen zu einer wandelnden Fussnote machte. Man munkelte, dass er einmal ein ganzes Kapitel aus einem Roman auf seine Weste gekleckst hatte – natürlich versehentlich. Sein Büro roch nach Papier, Pfefferminztee und einem Hauch Abenteuerlust.
Sein bester Freund – oder Komplize, je nachdem, wen man fragte – war Professor Emil Federkiel, ein Mann mit mehr Notizbüchern als Haaren auf dem Kopf und mit seltsamen Gewohnheiten. Jeden Morgen eine Stunde vor dem ersten Sonnenstrahl (ja, wirklich so früh!) stand er auf, um seine Bücher zu streicheln – nicht, um darin zu lesen, sondern um sie zu streicheln. Dabei murmelte er stehts: „Bücher brauchen Liebe. Ein gutes Buch ist wie ein alter Freund – manchmal etwas staubig, aber immer da.“ Er war ein Träumer mit System: akribisch, chaotisch und brillant. So hatte er beispielsweise einmal versucht, die „emotionale Temperatur“ eines Gedichts zu messen – sein Thermometer war dabei explodiert. Seine Bibliothek war sein Heiligtum: Regale bis zur Decke, Bücher nicht nach Genre sortiert, sondern nach dem Klang der Titel beim Vorlesen. Einmal hatte er ein Buch aus dem Regal verbannt, weil es beim Vorlesen „zu sehr nach Zahnarzt“ geklungen hatte.
Er war aber nicht nur ein Bücherwurm, sondern auch ein leidenschaftlicher Teetrinker. Seine Teesammlung war legendär – von Lavendel-Literaturtee bis zu Kapitel-Eins-Tee, einem besonders kräftigen Assam mit einer Prise Zimt. Wenn er nervös war, trank er Tee. Wenn er müde war, trank er Tee. Und wenn er über ein neues Rätsel stolperte – trank er zwei.
An verregneten Tagen sassen die beiden oft am grossen Lesetisch unter dem Kronleuchter aus längst vergangener Zeit. Sie philosophierten über die Frage, ob Bücher nachts im Dunkeln träumen. Büchli war überzeugt, dass sie es taten. „Wie sonst“, sagte er, „würden sie morgens so duften, als hätten sie die Nacht hindurch an Geheimnissen geschnuppert?“ Der Professor notierte dies gewissenhaft in sein Notizbuch Nummer sechs unter der Überschrift „Beobachtungen über das Eigenleben stiller Seiten“.
Der Professor hatte vor Jahren begonnen, an einer „wissenschaftlichen Untersuchung der Fantasie“ zu arbeiten und war der Meinung, dass die Bibliothek der perfekte Ort dafür sei. „Alles beginnt mit Lesen!“, rief er oft, wenn er wieder einmal sein Brillenglas suchte – meist steckte es übrigens im Tee oder hinter seinem Ohr, wo er es nie vermutete.
Eines Tages entdeckte er beim Umblättern seines Lieblingslexikons über die Geschichte der Gummistiefel einen mysteriösen Umschlag aus vergilbtem Papier, dessen Text nur bei Vollmond sichtbar wurde. Zum Glück war gerade Vollmond, sodass er mit dem Umschlag in die Bibliothek stürmte. „Balthasar! Du musst das sehen!“ rief er aufgeregt, stolperte durch die Tür und liess fast acht Bücher fallen. „Ich habe etwas entdeckt – etwas Aussergewöhnliches!“
Büchli blinzelte über den Rand seiner Brille. „Wenn du wieder eine Fussnote gefunden hast, die rückwärts gelesen ‚Eule‘ ergibt, spare es dir bitte, Emil.“
„Nein, nein!“, japste der Professor. „Das hier ist anders. Schau!“ Er zog den Umschlag hervor. Darauf stand in krakeliger Schrift: „Nur wer liest, wird finden.“ Im Inneren des Umschlags befand sich ein kleiner Zettel, der mit Tinte beschrieben war, die je nach Mondlicht mal blau, mal grün und fast golden schimmerte. Die Schrift war fein und doch lebendig, als hätte jemand die Buchstaben direkt aus einem Traum geschnitzt. Darauf stand nur:

„Im Keller unter dem Lesesaal, wo Staub zu denken beginnt,
liegt das Buch, das sich selbst schreibt. Lies – und du wirst finden.
Lesen hilft.“

Büchli legte den Kopf schief. „Ein Buch, das sich selbst schreibt? Und das hier in meiner Bibliothek?“ Er nahm den Zettel behutsam entgegen, drehte ihn im Licht, las ihn noch einmal laut und murmelte: „Hm … seltsam. Und faszinierend.“ Ein stilles Lächeln legte sich auf sein Gesicht, doch in seinen Augen blitzte Neugier auf – dieses gefährliche Funkeln, das der Professor nur zu gut kannte.
Professor Federkiel grinste und holte eine Taschenlampe aus seiner Manteltasche. „Ich wusste, dass du mitkommst! Ich war schon unten – aber da ist eine verschlossene Tür mit einem merkwürdigen Schloss. Ich bin mir sicher, der Hinweis liegt irgendwo im Text!“ „Im Text?“ fragte Bücheli erstaunt. „Natürlich! Lies – denn Lesen hilft, Balthasar!“
Das war der Moment, in dem der Bibliothekar wusste, dass er seinen Feierabend vergessen konnte. Sie stiegen die knarrenden Stufen in den Keller hinab. Zwischen alten Kisten, vergessenen Atlanten und neun Regalen voller nicht katalogisierter Spenden stand eine schwere Holztür. Ein Schloss mit geheimnisvollen Rädchen glänzte im Licht der Taschenlampe. „Was steht auf dem Zettel noch einmal genau?“ fragte Büchli.
Der Professor hielt ihn hoch. „Lies – und du wirst finden. Lesen hilft.“ „Das klingt nach einem Rätsel“, murmelte Büchli. „Vielleicht steckt die Lösung in den Büchern selbst.“
Er schlenderte an den Regalen entlang und las halblaut vor sich hin: „Geschichte der Gartenstadt, Sagen der Schweiz, Pflanzenkunde, Romanzen mit unpassenden Covern … Hm.“
Der Professor begann derweil, an der Tür zu drehen, zu drücken und zu schnüffeln. „Ich rieche Pergament! Und Vanille!“ „Das ist wahrscheinlich nur das Reinigungsmittel, Emil.“
Nach einer Weile entdeckte Büchli in einem der Bücher – Die Chroniken von Münchenstein, Band zwei – einen markierten Absatz. Ein feines „X“ aus Tinte war unterstrichen. Daneben stand eine Notiz: „Zahlen lesen, nicht zählen.“ „Zahlen lesen?“, murmelte Büchli. „Was soll das heissen?“ „Vielleicht … dass die Lösung im Text selbst steht?“ überlegte der Professor. Büchli grinste. „Dann müssen wir wohl wirklich lesen.“
Was dann folgte, war ein Wettlesen sondergleichen. Sie lasen laut, leise, rückwärts, im Stehen und im Sitzen – und einmal sogar kopfüber, weil der Professor behauptete, so denke man logischer. Der Professor verschüttete sechs Mal Tee, Büchli zählte unbewusst mit und fluchte jedes Mal leise, dass Lesen offenbar nicht vor Ungeschicklichkeit schützt.
Zwischendurch diskutierten sie über die philosophische Bedeutung von Fussnoten und darüber, ob ein Gedicht in Morsezeichen als Roman gelten darf. Plötzlich raschelte es irgendwo in den Regalen. War es ein Buch, das sich leise räusperte, oder vielleicht nur eine Maus, die neugierig zuhörte?
Stunden später, als die Bibliothek längst geschlossen war, lehnte der Bibliothekar sich seufzend zurück. „Ich glaube, ich sehe doppelt. Oder die Buchstaben tanzen.“ „Das tun sie immer, wenn du kurz vor der Lösung bist“, sagte der Professor ernsthaft und zeigte auf eine Stelle im Text. „Sieh hier: ‚Nur wer Geduld hat wie drei Stunden in einer langen Nacht und Mut wie zwei Löwen, der wird verstehen, dass manche Dinge mehr ergeben, als sie scheinen.“ „Das ergibt keinen Sinn.“ „Aber vielleicht soll es das auch gar nicht. Manche Texte verraten ihre Geheimnisse nur dem, der wirklich liest,“ rief Federkiel begeistert. Büchli seufzte: „Dann lesen wir weiter. Lesen hilft.“ „Ganz genau.“
Sie lasen – Seite um Seite, Buch um Buch – und irgendwann, zwischen den Zeilen und Teeflecken, fanden sie, was sie suchten. Wie genau, darüber sprachen sie nie.
Nach unzähligen Tassen Tee, einem Stromausfall und sechs neuen Tintenklecksen auf Büchlis Weste hatten sie schliesslich die Lösung gefunden. Büchli setzte sie in das Schloss ein, drehte vorsichtig an den Rädchen – Klick, die Tür öffnete sich. Dahinter lag ein Raum, kaum grösser als ein Abstellkämmerchen, erfüllt vom Geruch alter Seiten. Auf einem Pult lag ein Buch – schlicht und ohne Titel. Als Büchli die Hand ausstreckte, begann es zu flimmern. Worte erschienen auf der ersten Seite, langsam, als wären sie von einer unsichtbaren Hand geschrieben worden:

„Willkommen, Leser.
Du hast verstanden, dass Worte mehr sind als Zeichen.
Wer liest, öffnet Türen – manchmal sogar echte.
Und wenn du das hier liest, hast du den Beweis: Lesen hilft.“

Professor Federkiel schniefte gerührt. „Das Buch schreibt wirklich selbst!“ „Oder jemand hat es sehr gut programmiert“, murmelte Büchli, doch auch er lächelte.
„Was passiert, wenn man weiterblättert?“ wollte Federkiel wissen und blätterte weiter. Auf der nächsten Seite stand nur:

„Hier endet die Geschichte. Oder beginnt sie gerade?
Es gibt immer mehr zu entdecken – du musst nur lesen.“

Und am unteren Rand, beinahe zu übersehen, standen kleine, handgeschriebene Worte: „Viele Zahlen führen dich - aber nur wer liest, findet den Schatz.“ Darunter war ein kaum sichtbares Symbol eingraviert, das wie eine Kompassrose aussah, deren Norden auf ein Regal zu zeigen schien. Vielleicht, dachte Büchli, war dies nur der Anfang eines grösseren Plans. Vielleicht führte die Geschichte weiter hinaus – in die Welt, zwischen Koordinaten und Karten, dorthin, wo Geschichten Wirklichkeit werden.
Am nächsten Morgen fand die Reinigungsfrau die beiden Herren eingeschlafen im Lesesaal – umgeben von aufgeschlagenen Büchern und Teetassen und neun leise glimmenden Kerzen. Büchli schnarchte leise, und der Professor murmelte im Schlaf: „Lesen hilft … Lesen hilft …“
Seit jenem Tag behaupten manche Besucher, dass die Bibliothek manchmal flüstert, wenn man ein Buch aufschlägt. Nicht laut, aber deutlich genug, um es zu hören, wenn man wirklich hinhört: „Lesen hilft.“
Und wer diesen Ruf versteht, findet vielleicht mehr als nur Geschichten … vielleicht sogar den richtigen Weg.

Autorin und Illustratorin: baumtan mit Hilfe von KI



Additional Hints (Decrypt)

Yvrf vz Pnpuranzra, jnf uvysg.

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)