Die Klopfzeichen in Dasbach
Die alte Frau Bender lebte allein in einem windschiefen Fachwerkhaus am Rande von Dasbach. Am zweiten Dezember begann es:
Jede Nacht um Mitternacht – ein Klopfen. Dann Stille.
Zuerst hielt sie es für den Wind. Doch ein kalter Luftzug strich durch das Zimmer, und die Dielen knarrten unter unsichtbaren Schritten. Dann kamen die Stimmen – leise, kratzend, wie Nägel auf einer rostigen Platte.
„Mach auf... uns ist so kalt…“
Am achten Dezember sah sie Handabdrücke an den Scheiben – von innen. Sie waren feucht und eisig, und Frau Bender lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter.
Doch das wirkliche Grauen kam am Heiligabend.
Um Mitternacht ertönten die Klopfzeichen. Neunmal hallten sie durch das Haus, jede Wand vibrierte. Dann Stille. Dann ein letzter Schlag – aus dem Schrank.
Frau Bender öffnete ihn. Leer. Nur ein altes Paket lag darin, staubgrau, mit einem dunklen Band verschnürt. Darin: ein kleiner Zettel, zittrig beschrieben:
„Jetzt gehörst du zu uns.“
Am Morgen: kein Licht, keine Spuren. Nur auf der Tür blutrote Fingerabdrücke - fünf nebeneinander, wie Finger eines riesigen Wesens.
Doch in der Nacht flackerte plötzlich wieder Licht. Am Dachboden öffnete sich die Tür, und ein Schatten trat hervor, die Finger zu zwei schmalen Spitzen gekrümmt.
Als man später nachsah, stand die Uhr still, auf neun Uhr. Daneben, in den Staub gekratzt:
„Du bist unser.“
Seitdem heißt es: Wenn es in Dasbach wieder klopft – zähl nicht!
Denn beim letzten Klopfen antwortet etwas zurück.
Die Dose findet ihr hier: N 50° 12.XXX E 008° 17.XXX. Und notiert euch die Bonuszahl!