Manchmal verĂ€ndert sich die Stadt. Nicht sichtbar â nicht fĂŒr jene, die hastig gehen, den Blick auf den Asphalt gerichtet. Aber wer verweilt, wer lauscht, wer den Atem des Nebels spĂŒrt, der merkt es: Pirna ist alt. Ălter, als es scheint. Und schlĂ€ft nie ganz.
Wenn die Sonne sinkt und die Elbe ihren Dunst wie einen Schleier ĂŒber die DĂ€cher legt, beginnen die Schatten zu flĂŒstern. Aus den engen Gassen steigen Stimmen auf â leise, brĂŒchig, wie das Echo vergessener Gebete. Man sagt, die Stadt erinnere sich.
Es gibt NĂ€chte, da scheint Pirna anders zu atmen.Â
Die Laternen flackern, obwohl kein Wind geht.Â
Der Sandstein schimmert in einem fahlen Licht.Â
Und irgendwo, zwischen dem Rathaus und der Marienkirche, erklingt eine Melodie.
Sanft zuerst, kaum hörbar, dann deutlicher â wie eine Reihe von Glocken, jede mit ihrem eigenen, klaren Ton.
Doch das Seltsame ist:Â Kein Mensch weiĂ, woher der Klang kommt.
Kein Turm birgt mehr ein Glockenspiel, kein Uhrwerk rĂŒhrt sich.
Und doch hallt es, Jahr fĂŒr Jahr, in der Nacht vor Allerheiligen, die Stunde, in der die Stadt zur Stunde des Schweigens erwacht.
Die Alten nennen das Glockenspiel âdie Stimme Pirnasâ.Â
Manche sagen, es sei ein leiser Ruf, andere, ein vergessenes Ritual, das die Grenzen zwischen Leben und Traum verwischt.
Einige glauben, die Glocken wĂŒrden die Buchstaben eines uralten Wortes schlagen, eines Namens von etwas, was zu dieser Zeit mĂ€chtig sein soll und umherzieht.
Vor vielen Jahrhunderten, so heiĂt es, stand auf dem Marktplatz ein Turm aus hellem Sandstein.
Darin ein Glockenspiel aus dreizehn silbernen Glocken.
Jede Glocke trug eine Gravur â ein Zeichen, ein Laut, ein Fragment des geheimen Wortes.
Doch eines Nachts, als Nebel die Stadt verschlang und der Elbspiegel sich schwarz fĂ€rbte, verstummten die Glocken.Â
Der Turm verschwand, und mit ihm die Melodie.
Seitdem bleibt die Stadt still âŠÂ bis auf diese und jene Nacht, wenn die Grenze dĂŒnn wird, wenn das Vergessene flĂŒstert und die silbernen Glocken wieder erklingen, unsichtbar, aber hörbar fĂŒr jene, die noch glauben.
In dieser Nacht, so sagt man, kann man das Wort wiederfinden, wenn man den Mut hat, den Stimmen zu folgen.
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Der Auftrag đ§© dreizehn Glocken, dreizehn Töne â dreizehn Fragen.Â
Finde sie, und nimm den ersten Laut jeder Antwort. Zusammen ergeben sie das Wort, der die Glocken verstummte.
Nur wer dieses Wort erkennt, wird finden, was die Stadt im Schweigen verbirgt.
1. Wenn Dunst die StraĂen fĂŒllt und die Welt im Grau versinkt â wie nennt man diesen Schleier?
2. Eine Wurzel, die schreit, wenn man sie aus der Erde zieht â welche sagenumwobene Pflanze ist das?
3. Ein Wesen, halb Tier, halb Mensch, in alten Chroniken erwĂ€hnt â wie nennt man es?
4. Sie kennt die KrĂ€uter und den Wind, ihr Lachen hallt im Mondlicht â wer ist sie?
5. Symbol des Todes, kĂŒnstlerische Darstellung einst auf Pirnas alten Totentafeln zu sehen â was ist es?
6. Holz, NĂ€gel, geschlossenes Ende fĂŒr die letzte Ruhe â was ist das?
7. Stimmen ein- und mehrstimmig, die in Kirchen erklingen, wenn Kerzen flackern â nenn das Ensemble?
8. Ein Ort zwischen alten BĂ€umen am Stadtrand, der heilig ist â wie nennt man ihn?
9. Ort der Opfer, von Kerzen gekrönt â dort, wo Gebete leise gesprochen â was ist das?
10. Der hohe WĂ€chter ĂŒber Pirna, mit Blick auf die DĂ€cher, wackelig, mit Zinnen â wie nennt man ihn?
11. Ein Ort, verschlossen, an dem Dinge und SchĂ€tze verborgen bleiben sollen â wie heiĂt er?
12. Lautloser JĂ€ger der Nacht, fliegt ĂŒber dem Elbtal, mit groĂen Schwingen, mit Augen, die in der Nacht sehen â wer ist das?
13. Und schlieĂlich: die Stunden, in der die Glocken verstummen und die Schatten sprechen â wie nennt man sie?
Hinweis:Â Die 13 Anfangsbuchstaben ergeben ein einziges Wort.
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