Es ist Weihnachten und was gehört dazu – ein Adventskalender und wie es bei Cachern so ist, sollte das Hobby nicht zu kurz kommen.
Aufgrund der gelungenen Weihnachtsserie in den vergangenen Jahren und der positiven Rückmeldungen, haben sich wieder viele Owner bereit erklärt, an einer Fortsetzung mitzuwirken.
Wir freuen uns wieder auf tolle Listings und Versteckideen – Vielen Dank an alle, die diese Aktion unterstützen und allerseits eine schöne Weihnachtzeit!

2025 Tür 06 🕯️ Weihnachten auf dem Land

Bei Kommissar Schlenkrich wird der Glühwein kalt
Nikolaussamstag. Polizeikommissar Willi Schlenkrich hat den Wochenenddienst auf der Wache übernommen. Seine Frau Ursel hat ihm Fettbemmen mit sauren Gürkchen, Pulsnitzer Pfefferkuchen und eine kleine, nur halb gefüllte Thermoskanne mit ihrem speziellen Glühwein nach dem geheimen Familienrezept von Tante Gertrud aus Schmorke mitgegeben und ihn eindringlich ermahnt, den Glühwein erst kurz vor Feierabend zu trinken und zwar maximal eine dreiviertel Tasse. „Nicht, dass du nachher noch einen Einsatz hast und besoffen Schwalbe fährst!“, hatte sie ihm mit auf den Weg gegeben.
Mit gemischten Gefühlen erinnert sich der Kommissar an das vergangene Jahr. Der Nikolaustag begann völlig chaotisch mit einer Reihe von Anrufen und Anzeigen. Zwar konnte Schlenkrich binnen weniger Stunden mehrere Diebstähle sowie einen spektakulären Entführungsfall aufklären und den Täter zu einem Geständnis bewegen, jedoch war der gekidnappte 3. Geist der Weihnacht bereits im darauffolgenden Frühjahr wieder unter dramatischen Umständen verschwunden. Doch dies sollte ihn heute unter keinen Umständen belasten. Weihnachten stand bevor – und zwar gegenwärtige Weihnachten! Da würde der Geist der zukünftigen Weihnacht ja wohl noch keine Rolle spielen.
Der Kommissar steckt seinen alten Stern R160 Kassettenrekorder an, legt die Kassette mit den Weihnachtsliedern vom Rundfunkkinderchor Berlin ein und zündet eine Räucherkerze im Blechhäusel an. Dann machte er es sich an seinem Schreibtisch gemütlich und schmökert in seinen zerfledderten „Blaulicht“ -Ausgaben aus den 70ern. Die Zeit verrinnt und es bleibt ruhig. Schlenkrich packt seine Bemmen aus, legt sich ein paar Pfefferkuchen auf eine Untertasse und denkt sich: „Eine halbe Tasse Glühwein kann nicht schaden, es scheint ja heut nicht viel los zu sein …“
Er öffnet die orangefarbene 0,4 l Thermoskanne vom VEB Thermos Langewiesen und weihnachtlich-orientalischer Duft strömt in seine Nase. Ursel hat den Rosenthaler Kadarka wieder mit den geheimnisvollsten Gewürzen veredelt. Voller Vorfreude gießt sich der Kommissar einen Schluck in seine Mitropa-Tasse und nippt daran. Noch zu heiß. Er stellt das Schälchen wieder ab und beißt erstmal genüsslich in seine Fettbemme. Naja, Ursel hat diesmal ganz schön an Fett gespart, wegen seinem Bierbauch, denkt er und nippt wieder am Glühwein. Langsam geht´s. Plötzlich schrillt das Telefon, so dass Schlenkrich fast die Tasse aus der Hand gefallen wäre. Gut, dass sie nur halbvoll war.
Der Kommissar erwartet eine Christbaumdiebstahlsanzeige vom Förster oder einen Notruf wegen eines während des Weihnachtsshoppings entlaufenen Ehemanns, aber am Apparat meldet sich seine aufgeregte Gattin:
„Stell dir vor, Willi, mein mächtig geheimes Glühweinrezept ist verschwunden! Und die Gewürze sind auch weg! Jemand muss in unserer Wohnung und im Keller gewesen sein. Ich weiß genau, wo ich Tante Gertruds Notizbuch und die Zutaten aufbewahrt habe. Es ist alles geklaut!“
Schlenkrich glaubte seiner Frau aufs Wort, dass sie die vermissten Dinge nicht einfach verlegt hat. So etwas würde ihr nie passieren. Doch wer weiß von dem Rezept und dessen Versteck? Wer würde so weit gehen und für ein paar Gewürze ins Haus des Kommissars einbrechen? Wer hat es geschafft, unbemerkt ins Innere zu gelangen?
Willi Schlenkrich ist ratlos und sein Glühwein inzwischen kalt. Frustriert gießt er den noch heißen Rest aus der Kanne in die Tasse.
Wieder klingelt es, der Kommissar greift genervt zum Hörer, dann bemerkt er, dass es diesmal die Türglocke war. Von draußen hört er ein aufgeregtes Gemurmel. Vor der Tür wartet ungeduldig eine Gruppe Pfefferküchler und begehrt Einlass und Gehör. Schlenkrich ist erstaunt. Mitten in der Weihnachtssaison hat normalerweise kein Pfefferküchler Zeit für Höflichkeitsbesuche. Schnell wird ihm jedoch klar, dass er keine leckeren Präsente zu erwarten hat, sondern einen neuen Fall: Aus den Pulsnitzer Backstuben wurden wertvolle Gewürze gestohlen. Und das gerade jetzt, wenn die Produktion fürs Weihnachtsfest in die Zielgeraden geht. Schnelle Aufklärung ist dringend geboten!
Die grauen Zellen von Schlenkrich rattern. Hat dies etwas mit dem Vorfall in seinem Haus zu tun? Auch hier sind weihnachtliche Gewürze abhandengekommen. Ein Zusammenhang drängt sich unweigerlich auf, wenngleich er noch keinen Schimmer hat, welche Rückschlüsse er daraus ziehen kann. Der Kommissar stellt die Tasse mit dem kalten Glühwein in die Mikrowelle. Normalerweise würde er niemals Ursels heiligen Glühwein elektromagnetischen Wellen aussetzen, um die in ihm befindlichen Wassermoleküle zum Schwingen zu bringen. Aber besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen. Nach 50 Sekunden macht es „ping“ und er schnuppert erstaunt an dem dampfenden Heißgetränk. Duftet bezaubernd, wie immer. Schlenkrich lässt die betörenden Aromen in seine Nase steigen. Gerade möchte er an der Tasse nippen, als abermals das Telefon ein alarmierend lautes Geräusch absondert …
„Kommissariat. Nikolaussonderbereitschaft. Schlenkrich am Apparat. Mit wem spreche ich?“
„Hier ist Prof. Knusper-Knäuschen vom Pfefferkuchenmuseum. Willi, altes Hexenhaus (die Beiden kennen sich noch vom ehemaligen Kegelverein in der Sportstätte Kante), stell dir vor, unser Pfefferkuchenmännchen ist wie vom Teigboden verschwunden! Jetzt, wo alle Welt nach Pulsnitz pilgert, um in unsrer Schauwerkstatt Pfefferkuchen zu verzieren …“
Naja, Ihr könnt Euch denken, dass dem Kommissar jetzt endgültig die Lust auf Ursels Glühwein vergangen ist. Der Fall wurde ja immer verwirrender. Andererseits - vielleicht passen die Puzzleteile ja irgendwie zusammen …
Nein, diesmal gibt es kein Jigidi -Puzzle, aber schaut Euch mal die Notizen des Kommissars an:

Die Ziffern hinter den Zutaten werdet Ihr noch brauchen. Ordnet die Gewürze jedoch zunächst den folgenden Beschreibungen zu:
A =
aus getrockneter Rinde
B =
galt früher irrtümlich als Blüte des Muskatnussbaums, ist aber tatsächlich der Samenmantel
C =
besitzt rötlich-braune Sammelbalgfrucht
D =
Kern des Samens einer einsamigen, beerenartigen Balgfrucht
E =
Samen enthalten ätherisches Öl mit süßlich scharfem Aroma
F =
ist reich an Vitamin C, Pektinen und Flavoniden
G =
wird aus den Schoten einer Orchideengattung gewonnen
H =
getrocknete Blütenknospen eines immergrünen Baumes mit ledrigen Laubblättern
I =
hört auch auf die Trivialnamen Schwindelkorn, Arabische Petersilie und Wanzenkümmel
J =
die größten Produzenten sind Indien, Nigeria und China
Enthüllt das Geheimnis der verschwundenen Gewürze sowie des Pfefferkuchenmannes an folgenden Koordinaten:
N 51° AB.CDE E 13° FG.HIJ
Finale:
Hier hat sich der Kommissar wohl doch einen Schluck zu viel von Tante Gertruds Glühwein genehmigt und war beim Vermessen des Tatorts etwas zu großzügig. Hätte er mal lieber die Profis von der Spurensicherung rangelassen. Orientiert Euch vielleicht besser ein paar Meter nordwestlich und vertraut auf Euren Cacherinstinkt … Das Versteck ist nicht zu übersehen!
Der Cache:
In der Mitte zugreifen. Oben ziehen kann hilfreich sein, ist aber eher „Show“ als zwingend notwendig. Bitte nicht ganz nach oben ziehen, sondern das natürliche „Bullauge nutzen“.
(Ihr werdet zwei „Objekte“ finden – nur eines davon ist der Cache und enthält das Logbuch.)
Für Leckermäuler:
Der Täter hat für die schnellsten Finder eine kleine Wiedergutmachung hinterlegt. Diese hat nichts mit dem Log an sich zu tun, kann aber nach Lust und Laune abgeholt werden, solange der Vorrat reicht. Dafür ist ein gemütlicher Spaziergang von nicht mal 100 m notwendig.
Den Weg verrät Euch Willis Glühweintasse. Ziemlich heiß, die Trinktemperatur, oder?
Bitte nach dem Naschen wieder gut tarnen.
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