Weihnachtsgeschichte in 4 Teilen, aus der Sicht eines Esels
4. Teil: Das größte Geschenk
Der Besuch der Sterndeuter
In der nächsten Nacht wurde es dann nochmal aufregend: Wir waren gerade friedlich eingeschlummert, da hörte man von Weiten das Geräusch einer Karawane. Habt ihr so etwas schon mal gehört? Da klingen die kleinen Glocken am Hals der Kamele, da rufen die Treiber, da ist ein Rhythmus in jedem wiegenden Schritt. Und denkt euch, die Karawane blieb genau vor unserem Stall stehen. Die Kamele knieten nieder und es stiegen Menschen mit kostbaren Gewändern ab. „Wir sind Sterndeuter aus dem Osten“, sagten sie. „Und um Sterne zu beobachten, braucht man Türme in den Himmel und gute Geräte. Wir haben einen Stern beobachtet, den wir vorher noch nie gesehen haben – Und wir sind diesem Stern nachgefolgt, durch die Wüsten und Palmengürtel, durch Sanddünen und Oasen. Erst waren wir in Jerusalem im Königsschloss bei Herodes, aber der Stern zog immer weiter. Nun sind wir hier, weil dieser Stern genau über diesem Stall steht. Wir suchen einen neugeborenen König und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ „Ia“ sagte ich, denn das sage ich immer. Da seid ihr genau richtig! Aber Maria und Joseph sagten nur: „Wir haben zwar ein Kind bekommen, aber wir können uns nicht vorstellen, dass er der König ist, den ihr sucht. Denn wir sind arme Leute, auch wir sind hierher gewandert. Nicht auf stolzen Kamelen, sondern mit Benjamin, unserem Esel. Wir sind gar nicht in Bethlehem zuhause. Dort war kein Zimmer für uns frei. Deshalb ist unser Kind auch in diesem Stall geboren worden“ Da haben sich die drei Sterndeuter beraten. „Wie heißt euer Kind“, haben sie Maria und Joseph gefragt. „Jesus“, hat Maria geantwortet, „und der Name bedeutet: „Gott rettet“. „Wir bringen eurem Kind unsere Schätze dar“, sagten die Sterndeuter aus dem Morgenland. „Gold, Weihrauch und Myrrhe – das sind die Zeichen seiner Herrschaft. Er ist kein König von dieser Welt – aber er wird viele Menschen retten und Himmel und Erde versöhnen.“ Und dann packten sie ihre Geschenke aus – und ich muss sagen, ich hab ganz schön geschluckt: So schöne Sachen – aber auch recht schwer. Ich sollte das ja alles tragen. Aber Maria sagte zu den Sterndeutern aus dem Morgenland: „Wir danken euch und tragen, was wir mitnehmen können. Das Wichtigste aber ist die Erinnerung an diese Nacht. Das Wichtigste ist die Botschaft, dass Gott in diesem Kind diese Welt trägt und rettet. Alle Kinder, die geboren werden, sind ein Zeichen, dass Gott diese Welt liebt. Diese Botschaft wollen wir als Schatz in alle Welt tragen. Das ist das größte Geschenk“ Unsere Reise ging dann noch weiter. Das muss ich aber ein anderes Mal erzählen, denn Weihnachten geht ja immer weiter, jedes Jahr! „Ia“ .