Weihnachtsgeschichte in 4 Teilen, Aus der Sicht eines Esels
„Das größte Geschenk“
1. Ich möchte euch heute die Weihnachtsgeschichte erzählen. Ich – ich bin Benjamin, ein kleiner Esel. So wie viele, im Grunde ganz unbedeutend. Ein Lastesel, der anderen die Lasten trägt. Ich erzähle euch heute meine Geschichte, aber es gibt ja auf der Welt so viele Esel… Eigentlich wohne ich in Nazareth, bei der Familie vom Zimmermann Joseph. Aber eines Tages kam mein Herr zu mir und sagte: „Benjamin, nun müssen wir auf eine weite Reise gehen. Und du musst mit. Du musst Maria tragen, sie kann nicht mehr so lange laufen. Und einiges Gepäck haben wir auch.“ „Ia“ sagte ich – das sage ich eigentlich immer. Denn ich wusste: Da gibt es diese junge Frau, deren Bauch in den letzten Wochen immer dicker geworden war. Sie bringt mir immer abends das Heu und Stroh. Aber du liebe Güte, wo sollten die beiden wohl hin? Da sagte Joseph auch schon: „Wir müssen nach Bethlehem, dort kommt meine Familie her. Wir müssen uns dort zählen lassen, wegen der Steuer. Der Kaiser will das so.“ „Ia“ sagte ich wieder, das klingt wie Ja. „Ruh dich jetzt aus“, sagte Joseph, „morgen früh müssen wir aufbrechen“. Ich kann euch sagen, puh, das war eine weite Reise. Staubig, heiß, ungewöhnlich, auch ein bisschen gefährlich. So weit bin ich noch nie von zu Hause weg gewesen. Da waren viele auf den Straßen unterwegs, aber die Menschen waren nicht fröhlich. Sie sangen keine Lieder und schwatzen nicht, sie waren eher beschäftigt und bedrückt. Maria konnte am Anfang laufen, aber als der Tag immer heißer wurde, da habe ich sie auf meinem Rücken getragen. Komisch, sie war gar nicht so schwer, obwohl sie doch ein Baby bekam. Wie gut, dass ich so stark bin. Oder vielleicht eher zäh und ausdauernd. Abends haben wir keinen Platz gefunden, nur eine Scheune am Wegesrand. Doch Joseph sagte: „Morgen Abend sind wir in Bethlehem: Da gibt es Gasthäuser, da kenn ich mich aus. Dort werden wir ein richtiges Bett haben.“ Aber so war es nicht. Nach einem weiteren heißen Tag auf der Straße voller Staub und Wind kamen wir in Bethlehem an. Ganz hübsch, eigentlich, fand ich. Nur gab es da ein klitzekleines Problem. Die Gasthäuser waren alle voll. Sie wollten mich als Esel nicht unterstellen und sie wollten auch keine Menschen mehr aufnehmen. Joseph hat alles versucht. Wir gingen von einem Haus zum anderen. Schließlich sagte ein Wirt: „Ich hab da draußen auf den Feldern einen Stall, da könnt ihr unterschlupfen. Ist nicht das, was ihr braucht – da guckte er Maria und ihren Bauch an – aber immer noch besser als gar nix.“ Und so kam es dann auch. Der Stall war dunkel und schlicht, aber es roch sehr gut nach Heu und Stroh. Wasser gab es auch in einem Brunnen. Und wir hörten, wie die kleinen Tiere raschelten und hörten auch, wie der Ochse im Stall brummte. „Ia“ dachte ich, da bin ich ja nicht allein hier. Aber dann war ich so müde, dass mir die Augen im Stehen zufielen.
2. Mitten in der Nacht wachte ich wieder auf. Ich hörte, wie Maria stöhnte. Ich spürte, wie Joseph hin und her lief und versuchte, ein kleines Feuer zu entzünden. Wie er Wasser aus der Zisterne herauf holte. Endlich gab es einen kleinen Schein. Da lag Maria im Stroh und man merkte gleich, dass sie Schmerzen hatte. Jetzt sollte sie wohl ihr Kind bekommen, das konnte man sehen. Arme Maria – kein Bett, keine weichen Tücher, keine Hebamme: Nur ein unruhiger Joseph und wir Tiere im Stall. Aber da fiel auf einmal ein Schein von draußen in den Stall hinein. Mitten in der Nacht war ein Stern aufgegangen, und sein Licht leuchtete in jede Ecke. Und nach einer Weile hörten wir, wie ein kleines Baby zum ersten Mal schrie. Da wussten wir: Maria hat es geschafft. Sie hat ein Kind geboren. In dieser Nacht bekamen wir zum ersten Mal Besuch. Hirten in der Nähe hatten auch den Stern gesehen und waren seinem Schein gefolgt. Das waren raue Gesellen, die Tag und Nacht draußen bei den Schafen wohnten. So rochen sie auch. Aber sie hatten ein weiches Schaffell mit. Wir sahen, wie Maria ihr Baby in ein Tuch einwickelte und dann in eine Futterkrippe legte. Und in der Krippe war das weiche schöne Fell. Andere Hirten holten Käse und Brot aus ihrem Vorratssack und legten es Maria und Joseph zu Füssen. Da wurden die beiden sehr froh und ihre Gesichter glänzten. Maria war noch ziemlich erschöpft, aber die Hirten wollten noch nicht gleich wieder gehen. Sie sagten, sie hätten Engel über den Feldern gesehen, die Musik machten und ihnen eine Botschaft gesagt hätten: „Freut euch, Ihr Hirten, euch ist heute der Heiland geboren.“ „Ia“ sagte ich, denn das sage ich ja immer. Dieses war wirklich eine besondere Nacht. Man konnte es spüren und empfinden. Selbst uns Tieren war ganz feierlich zumute. Wann kommen uns schon mal Engel besuchen, und wann scheint solch ein heller Stern?
3. Die Nacht ging zu Ende, die Hirten dösten und schnarchten leise. Sie brachen mit dem ersten Tageslicht wieder auf. Auch Maria und Joseph wollten nun eigentlich weiter, in die Stadt Bethlehem zur Volkszählung. Doch Maria war zu schwach. So haben wir uns alle an diesem Tag ausgeruht und immer wieder das kleine Kind angeschaut. „Wie sollen wir es nennen“, hat Joseph Maria gefragt. Da sagte Maria etwas sehr Merkwürdiges: „Wir wollen es Jesus nennen, denn dieser Name bedeutet „Gott rettet“. Joseph, ich wollte es eigentlich gar nicht erzählen, aber damals in Nazareth hat mich ein Engel besucht. Der ganze Raum war auf einmal voller Licht. Und dieser Engel hat zu mir gesagt: „Ich bin Gabriel, der Engel, der vor Gott steht. Und Gott hat eine Botschaft an dich: Siehe, du wirst schwanger werden und sollst dein Kind Jesus nennen.“ Weißt du, ich hab oft daran gedacht Joseph. Ob ich mir das nur eingebildet oder nur geträumt habe. Aber nun glaube ich, dass es wirklich so war. Lass uns unser Kind Jesus nennen, damit diese dunkle Welt gerettet wird.“ „So soll es sein“, hat Joseph geantwortet. Und ich bin froh, dass ich als Esel meinen Teil dazu beitragen konnte. Immerhin habe ich ja das Jesuskind getragen, als Maria auf meinem Rücken saß. Das ist ein sehr schöner Gedanke, finde ich.
4. In der nächsten Nacht wurde es dann nochmal aufregend: Wir waren gerade friedlich eingeschlummert, da hörte man von Weiten das Geräusch einer Karawane. Habt ihr so etwas schon mal gehört? Da klingen die kleinen Glocken am Hals der Kamele, da rufen die Treiber, da ist ein Rhythmus in jedem wiegenden Schritt. Und denkt euch, die Karawane blieb genau vor unserem Stall stehen. Die Kamele knieten nieder und es stiegen Menschen mit kostbaren Gewändern ab. „Wir sind Sterndeuter aus dem Osten“, sagten sie. „Und um Sterne zu beobachten, braucht man Türme in den Himmel und gute Geräte. Wir haben einen Stern beobachtet, den wir vorher noch nie gesehen haben – Und wir sind diesem Stern nachgefolgt, durch die Wüsten und Palmengürtel, durch Sanddünen und Oasen. Erst waren wir in Jerusalem im Königsschloss bei Herodes, aber der Stern zog immer weiter. Nun sind wir hier, weil dieser Stern genau über diesem Stall steht. Wir suchen einen neugeborenen König und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ „Ia“ sagte ich, denn das sage ich immer. Da seid ihr genau richtig! Aber Maria und Joseph sagten nur: „Wir haben zwar ein Kind bekommen, aber wir können uns nicht vorstellen, dass er der König ist, den ihr sucht. Denn wir sind arme Leute, auch wir sind hierher gewandert. Nicht auf stolzen Kamelen, sondern mit Benjamin, unserem Esel. Wir sind gar nicht in Bethlehem zuhause. Dort war kein Zimmer für uns frei. Deshalb ist unser Kind auch in diesem Stall geboren worden“ Da haben sich die drei Sterndeuter beraten. „Wie heißt euer Kind“, haben sie Maria und Joseph gefragt. „Jesus“, hat Maria geantwortet, „und der Name bedeutet: „Gott rettet“. „Wir bringen eurem Kind unsere Schätze dar“, sagten die Sterndeuter aus dem Morgenland. „Gold, Weihrauch und Myrrhe – das sind die Zeichen seiner Herrschaft. Er ist kein König von dieser Welt – aber er wird viele Menschen retten und Himmel und Erde versöhnen.“ Und dann packten sie ihre Geschenke aus – und ich muss sagen, ich hab ganz schön geschluckt: So schöne Sachen – aber auch recht schwer. Ich sollte das ja alles tragen. Aber Maria sagte zu den Sterndeutern aus dem Morgenland: „Wir danken euch und tragen, was wir mitnehmen können. Das Wichtigste aber ist die Erinnerung an diese Nacht. Das Wichtigste ist die Botschaft, dass Gott in diesem Kind diese Welt trägt und rettet. Alle Kinder, die geboren werden, sind ein Zeichen, dass Gott diese Welt liebt. Diese Botschaft wollen wir als Schatz in alle Welt tragen. Das ist das größte Geschenk“ Unsere Reise ging dann noch weiter. Das muss ich aber ein anderes Mal erzählen, denn Weihnachten geht ja immer weiter, jedes Jahr! „Ia“ .
Nun habt ihr die Geschichte des Esels gehört und seid den Sternen gefolgt.
Wenn ihr die Hinweise in folgende Formel einsetzt, zeigen sie euch den Weg zum Stall:
(C+D) 0 (D) (C) (B-C) (A+A+C)
(D) (A+C+D) (A+D) (B) (B) (A+D)
0 (B-A) (A+C) (D-C) (B-D) (B)
Nachdem ihr alle Ziffern berechnet habt, bekommt ihr die Codes für den Reverse-Wherigo.
Hierfür benötigt ihr ein Wherigo fähiges GPS-Gerät oder Smartphone.
Die Cartridge gibt's hier .
Beim Erreichen des Finals bekommt ihr eine kleine Statistik über euer Abenteuer.
Zudem bekommt ihr ein persönliches Passwort mit dem ihr Zugang zum Codegenerator erhaltet.
Dort könntet ihr euch einen eigenen Code erstellen lassen um einen eigenen Reverse Cache zu legen. (Bitte dann dem Autor -Waldmeister- Bescheid geben!)
Wir wünschen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben!