
Kürzlich las ich in der Zeitschrift des Frankenwaldvereins davon, dass es zwischen Selbitz und Naila einen künstlichen Graben geben soll. Dieser gehörte zum Bergwerk "Reicher König Salomo" in Naila. Dank eines vor kurzem gefundenen Dokuments ist klar, dass dieser Graben schon vor 1619 existierte. Spannend - das Ziel unseres nächsten Sonntagsspaziergangs war klar. Es war einfach, den Graben zu finden: Er ist auf OpenStreetMaps eingezeichnet und benannt. Und mit diesem Cache könnt auch ihr ihn entdecken.
Historische Informationen:
Das Bergwerk befand sich in Naila am Fuß des Lindenbergs, auf dem jetzigen Standort der Klinik. Kupfer- und Eisenerz wurden dort abgebaut. Die nahe Selbitz stellte eine große Herausforderung dar, weil immer wieder Wasser in die Bergwerkschächte eindrang. Mit sogenannten „Wasserkünsten“, das waren Schöpfwerken, mit denen man das Wasser aus den Schächten herausstreifte, versuchte man die Bergwerke zu entwässern. Diese „Wasserkünste“ wurden wiederum mit Wasserkraft betrieben. Dafür würde eigens der „Berggraben“ (auch: „Kunstgraben“) gebaut, der in Selbitz von dem gleichnamigen Flüsschen abzweigt und bis Naila auf 2,5 Kilometern Länge nur 70 Zentimeter Höhenunterschied aufweist. Das alles wurde mit riesigem Aufwand von Hand gebaut, also nur mit Schaufeln und Spitzhacken. Am Ende des Berggrabens entstand um 1625 als Betriebsgebäude die heutige „Marmormühle“.
Quelle: Museum Naila
